25.01.2002 | 00:00

Außenrenovierung des Stiftes Herzogenburg:

„Fahrplan“ bis zum 900-Jahr-Jubiläum 2012 wird eingehalten

„Die Erhaltung unserer Stifte, dieser Zeugen der geschichtlichen Entwicklung unseres Landes, ist nicht Sache einiger weniger. Die Anteilnahme der Öffentlichkeit zeigt, dass dies ein Anliegen der gesamten Bevölkerung ist, und das will in der heutigen Zeit etwas heißen. Die Wiederherstellung des Stiftes Herzogenburg nimmt in der Kulturpolitik des Landes daher einen ganz besonderen Platz ein!“, stellte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gestern anlässlich einer Sitzung des Kuratoriums zur Renovierung des Stiftes Herzogenburg fest. Unter seinem Vorsitz beschloss das Kuratorium, dem neben den Vertretern des Landes und des Stiftes auch jene des Bundesdenkmalamtes und der Diözese angehören, die weiteren Arbeiten und die Finanzierung: Das Land Niederösterreich wird sich in den Jahren 2002 und 2003 mit je 170.000 Euro beteiligen.

Eine wesentliche Zielvorgabe für die Außenrenovierung des Stiftes bedeutet das 900-Jahr-Jubiläum des Augustiner Chorherrenstiftes Herzogenburg im Jahr 2012. Begonnen wurde im Jahr 2000, bis 2010 soll die Außenrenovierung abgeschlossen sein. 2000 wurde die Südfassade des Stiftes renoviert, bei der es vor allem auch um die Trockenlegung der Mauern nach einer neuen Methode ging. Nach wissenschaftlichen Befunden wurden wieder die Originalfarben aufgebracht, wie sie schon Fischer von Erlach verwendete: Ocker, Grau und Weiß. Im selben Jahr wurde auch die Frigdiani-Kapelle saniert, ein an die Apsis der Stiftskirche angebauter Kapellenraum. Er musste auch statisch saniert werden. Die Gesamtkosten dieser Renovierungsetappe lagen bei ca. 363.000 Euro.

2001 wurde die Ostfassade des Stiftes restauriert. Sie ist die prachtvollste Fassade des Stiftes und stammt von Fischer von Erlach. Dieser Gebäudeteil wurde 100 Jahre lang nicht restauriert und wies noch Einschüsse aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Festsaal, Theatersaal und Salar terrena liegen in diesem Bereich. Auch der Festsaal des Stiftes wurde 2001 völlig restauriert: Auf dem Programm standen die Erneuerung der Fenster, die Reinigung des Deckenfreskos und die Restaurierung der Architekturmalerei; eine Bodenheizung wurde eingebaut und der Steinboden saniert. Die Gesamtkosten für 2001 lagen bei mehr als 870.000 Euro.

Heuer beginnt die Restaurierung der Nordfassade. Sie ist die längste Stiftsfassade und soll in zwei bis drei Jahresetappen wieder hergestellt werden. Die Gesamtkosten erreichen fast 945.000 Euro.

Besondere Sorgfalt gilt dem einstmals prachtvollen barocken Garten vor der Ostfassade. Derzeit gräbt das Bundesdenkmalamt nach Zeugnissen der einstigen Pracht. Heuer sollen die Gartenmauern und Tore wieder hergestellt und ein möglichst detailgetreues Konzept nach dem historischen Vorbild entwickelt werden.


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