20.11.2001 | 00:00

Niederösterreich-Fonds feiert 25-jähriges Bestehen

Begleitete den kulturellen Aufbruch im letzten Vierteljahrhundert

Der Niederösterreich-Fonds und die von ihm begründete Kulturzeitschrift „morgen“ feiern am kommenden Freitag, 23. August, im EVN-Forum Maria Enzersdorf das 25-jährige Bestehen. Gegründet wurde der Fonds am 16. November 1976 im Stift Klosterneuburg als „Jubiläumsgabe“ zum 10-jährigen Regierungsjubiläum des damaligen Landeshauptmannes Andreas Maurer. Für ihn war der Fonds ein kultureller Aufbaustein des Landes, das noch die Wunden der Nachkriegs- und Besatzungszeit verspürte und gegenüber den anderen Bundesländern ins Hintertreffen geraten war. Die tote Grenze galt als Synonym für Abwanderung, Entwurzelung und Fehlen der Infrastruktur. Maurer war an einer kulturellen Erneuerung des Landes interessiert, er mahnte den „großen Aufbruch“ des Landes auch in geistiger und kultureller Hinsicht ein. Zur Gründung hatten sich im historischen Kuppelsaal des Stiftes namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur versammelt. Während die schon zuvor gegründete „Gesellschaft für Kunst und Kultur“ primär die bildende Kunst im Auge hatte, ging es beim Niederösterreich-Fonds um spezielle kulturelle Vorhaben, die der Förderung des Landesbewusstseins dienten. Ehrenpräsident auf Lebenszeit wurde Andreas Maurer, Präsident zunächst Franz-Josef Mayer-Gunthof, nach dessen Tod der Industrielle Manfred Mautner-Markhof, Stellvertreter der damalige NEWAG- und NIOGAS- und heutige EVN-Generaldirektor Rudolf Gruber. Mit dabei waren auch große Versicherungen, Konzerne und die Raiffeisen-Organisation.

Die Gründung einer eigenen Kulturzeitschrift lag auf der Hand. Als Chefredakteur wurde das publizistische „Schwergewicht“ György Sébestyen bestimmt, der 1956 als junger ungarischer Autor nach Österreich geflohen war und hier binnen kurzer Zeit zu einem bedeutenden Romancier, Feuilletonisten und Publizisten wurde. Sein Programm hatte mitteleuropäisches Niveau. Nach dem Tod Sébestyens übernahm Hans Magenschab die Chefredaktion, der bereits als junger Publizist den „Männern der ersten Stunde“ angehört hatte. Rund um die Zeitschrift formierte sich der „morgen“-Kreis mit den führenden geistigen Köpfen des Landes. Niederösterreich-Fonds und „morgen“ begleiteten einen weitreichenden kulturellen Wandel des Landes, der auch im Mittelpunkt der kommentierenden Berichterstattung dieses Blattes stand. Die Zusammenlegung des „morgen“ mit den „NÖ Kulturberichten“ ermöglichte es, auf eine monatliche Erscheinungsweise überzugehen.

Die Jubiläumsfeier im EVN-Forum Maria Enzersdorf beginnt am Freitag, 23. November, um 18.30 Uhr und wird musikalisch von Joseph Haydn und Ignaz J. Pleyel geprägt. Ein Tonkünstlertrio spielt in einem Festkonzert Werke dieser beiden niederösterreichischen Komponisten. Als Redner werden Niederösterreich-Fonds Präsident Dr. Rudolf Gruber und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll aufgeboten.


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