07.11.2001 | 00:00

LHStv. Onodi: Hürden sollten abgebaut werden

In Schulen wieder zusammengelegte Klassen, Abteilungsunterricht

Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi, Landtagsabgeordneter Helmut Cerwenka und der Vizeobmann des Landesschulrates, Werner Bauer-Wolf, zeigten sich gestern, Dienstag, in einer Pressekonferenz in St.Pölten besorgt über die derzeitige Lage der Schulen zwischen Enns und Leitha und äußerten sich auch zu einer Zukunftsoffensive über die Bildung in Niederösterreich. Hürden sollten abgebaut und gewisse Sparmaßnahmen ausgesetzt werden, die wirkliche Behinderungen im Bildungssystem darstellen würden, stellte Onodi – am ersten Tag übrigens, an dem das Bildungsvolksbegehren unterzeichnet werden kann – fest. Einige Beispiele:

Gerade in den Volksschulen würde eine erhöhte Anzahl von Kindern in den Klassen dazu führen, dass eine Betreuung nicht mehr so gut auf ihre Persönlichkeit zugeschnitten werden kann.

In Zukunft müsse auch das Land Niederösterreich in die technische Ausstattung der Schulen investieren. So habe etwa die HTL in St.Pölten mit dem Schwerpunkt Informatik „nicht die modernste Computerausstattung“.

In St.Pölten wurde heuer ein Fachhochschullehrgang „Sozialarbeit“ neu eingeführt, wobei man festgestellt habe, dass viel zu wenig Studienplätze vorhanden wären.

Das Land Niederösterreich sollte zudem die Einrichtung überbetrieblicher Lehrwerkstätten fördern, damit alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz erhalten, denn den rund 1.000 Lehrstellensuchenden stehen mit Ende September 2001 nur rund 420 offene Lehrstellen gegenüber.

Deshalb werde die SPÖ in Niederösterreich bei den Budgetverhandlungen darauf hinweisen, dass für die Bildung vermehrt finanzielle Unterstützung gewährleistet sein müsse, sowohl bei den Schulen als auch bei der Weiter- und Erwachsenenbildung.

Das Hilfs- und Stützangebot für Kinder in den Schulen müsse erhalten und noch weiter ausgebaut werden, mahnte Werner Bauer-Wolf. Seit Beginn des Schuljahres gibt es nämlich in Niederösterreich in den Pflichtschulen pro Woche um knapp 6.000 Unterrichtsstunden weniger. Vor zwanzig oder fünfzehn Jahren konnte man in Niederösterreich in jeder Schulstufe eine Klasse unterrichten. Heute sei das anders, man habe wieder die Klassenzusammenlegungen, habe wieder Abteilungsunterricht, also zwei Schulstufen in einer Klasse.

Helmut Cerwenka äußerte sich besorgt über den Trend bei der Erwachsenenbildung, die zwar auch eine Forderung der heimischen Wirtschaft sei, aber auf Bundesebene in zwei Jahren – 2001, 2002 – um 32 Prozent reduziert worden sei.


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