16.10.2001 | 00:00

Prokop, Kranzl bei Enquete über Welt-Landfrauentag

Land NÖ beteiligte sich an Errichtung eines WebPortals

„Derzeit leben weltweit etwa 500 Millionen Frauen unter der Armutsgrenze.“ Mit diesem Satz umriss Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop gestern bei der Enquete „let‘s netz“ im NÖ Landhaus in St.Pölten die Bedeutung des Internationalen Welt-Landfrauentages, der von den Vereinten Nationen für den 15. Oktober ausgerufen wurde. An dieser Enquete nahmen auch Gäste aus Ecuador teil. Durch diesen Landfrauentag soll die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Arbeit von Frauen auf dem Land aufmerksam gemacht werden.

Auf Initiative des Frauenreferates beim Amt der NÖ Landesregierung, die diese Veranstaltung durchführte, beteiligt sich das Land Niederösterreich auch an der Errichtung des WebPortals www.landfrauen.at, einer virtuellen Plattform für Präsentationen von und für alle Frauen in Niederösterreich. Bereits viele Organisationen haben sich unter dieser Adresse eingetragen, unter anderem Wirtschafts- und Berufsnetzwerke, Bäuerinnen, kirchliche Einrichtungen, regionale Mentoring-Programme für Frauen in Niederösterreich, Beratungsstellen und Frauenhäuser.

Landesrätin Christa Kranzl betonte, dass die Globalisierung nicht nur für die internationalen Konzerne und Großbetriebe von Bedeutung sein dürfe, sondern es müsse genauso eine Globalisierung in den sozialen Standards, in der Einhaltung der Menschenrechte und vor allem auch in der gesellschaftlichen Anerkennung sowohl von Männern als auch von Frauen geben. In Niederösterreich fänden die Frauen eine Vielzahl von Möglichkeiten vor, unter denen sie ihr Leben gestalten können, sagte Kranzl weiter. In dieser Wahlfreiheit seien jedoch auch Grenzen gesetzt, sei doch die „gläserne Decke“ in vielen Bereichen spürbar. Vor allem bei den jüngeren Frauen sei aber eine Aufbruchstimmung zu verzeichnen.

Landeshauptmannstellvertreterin Prokop meinte, bei einem Besuch in Afrika vor einiger Zeit habe sie bemerkt, dass am Anfang nur die Meinung da war, wie schrecklich die Lebensumstände seien. „Je mehr man aber in die Materie einsteigt, desto mehr sieht man auch Hoffnungen und Möglichkeiten.“ Und das Schöne daran sei, dass in diesen Ländern die Frau eine tragende Rolle habe, besonders im landwirtschaftlichen Anbau. Die Frauen müssten jedoch hier noch speziell unterstützt werden. In Niederösterreich zeige die Volkszählung, dass die Berufstätigkeit der Frauen prozentuell stark ansteige. Dazu müssten aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Betreuungseinrichtungen für Kinder vorhanden sein. Das Mentoring sei der erste Ansatz gewesen, Frauen aus der Isolation herauszuholen.

Nähere Auskünfte: NÖ Frauenreferat, Amt der NÖ Landesregierung, 3109 St.Pölten, Landhausplatz 1, e-mail post.f3frauenreferat@noel.gv.at, Telefon 02742/9005-13309, Fax 02742/9005-13585.


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