08.10.2001 | 00:00

Grundsteinlegung für AVN-Müllverbrennung in Zwentendorf

Pröll: Umwelt- und wirtschaftspolitischer Meilenstein

Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, Landesrat Fritz Knotzer und die Alt-Landesräte Franz Blochberger und Dr. Hannes Bauer waren am Samstag in Zwentendorf dabei, als Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll beim Kraftwerk Dürnrohr den Grundstein für die Müllverbrennungsanlage der AVN legte und die Abfallverwertungspartnerschaft zwischen AVN und BAWU unterzeichnete.

Pröll betonte, die Grundsteinlegung sei ein umwelt- und wirtschaftspolitischer Meilenstein. Die Anlage, die dem modernsten Stand der Technik entspricht, bringe Niederösterreich national und international ganz nach vorne. Das mit 2 Milliarden Schilling (145,35 Millionen Euro) derzeit größte Investitionsprojekt in Niederösterreich werde auch die Baukonjunktur ankurbeln. Umweltpolitisch werde er dahinter sein, dass die grundsätzlichen Überlegungen der Prioritätenreihung beibehalten werden. Müllvermeidung und -trennung zu vernachlässigen wäre fatal, so der Landeshauptmann, der im Hinblick auf geschlossene ökologische Kreisläufe an die NÖ Abfallvermeidaktion „Sei g`scheit – vermeid“ erinnerte.

Knotzer sagte, als Gemeindereferent sei er sehr froh über die Müllverbrennung, produziere doch jeder Niederösterreicher täglich ein Kilogramm Müll, den die Gemeinden so zu entsorgen hätten, dass keine Umweltbomben für die Zukunft entstehen. Mit der BAWU hätten die Gemeindeverbände einen Partner, der vielen Bürgermeistern die Verantwortung abnimmt, was ab 2004 mit dem Restmüll passiert. Er sei zuversichtlich, dass sich den 70 Prozent der niederösterreichischen Gemeinden in der BAWU bald noch weitere anschließen.

In Zwentendorf, wo 75 Prozent der Bevölkerung für die Errichtung der Anlage gestimmt haben, laufen derzeit die Tiefbauarbeiten. Mit verbauten 200.000 Tonnen Beton und 1.000 Tonnen Stahl entsteht hier bis Weihnachten der größte Bunker Europas. Der entstehende Energieverbund ist weltweit einzigartig. Die Kombination aus Müllverbrennung und Kraftwerk bringt eine Steigerung der Energieeffizienz um 50 Prozent. 50.000 Tonnen Kohle und 10 Millionen Kubikmeter Gas können pro Jahr eingespart werden. Die Anlage ist für die Behandlung von jährlich 154.000 Tonnen Müll konzipiert. Die Kosten von 1.736 Schilling (126,16 Euro) pro Tonne inklusive Transport sind sehr günstig, die Mülltarife werden beibehalten.


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