27.09.2001 | 00:00

Altersalmanach liefert Erkenntisse über Altersentwicklung

Rasanter Zuwachs bei den über 85-jährigen

Aufschluss über die derzeitige Altersstruktur, die demografische Entwicklung und die Lebenssituation älterer Menschen in Niederösterreich liefert der alle drei Jahre erscheinende Altersalmanach, dessen aktuelle Ausgabe heute von Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Prof. Dr. Anton Amann vom Zentrum für Alternswissenschaften der NÖ Landesakademie vorgestellt wurde. Im Band I des zweiteiligen „Altersalmanach 2000“ wurden u.a. wichtige Konzepte über Altern, Gesundheit, Generationenstruktur, Kultur des Alterns etc. mit Bezug auf neueste wissenschaftliche Forschung erarbeitet. „Dabei zeigt sich“, so Prokop, „dass es in Niederösterreich durchaus eine gute Altersmischung in Mehr-Generationen-Haushalten gibt und die Älteren auf eine hohe Besuchs- und Kontaktdichte mit Verwandten zählen können“. Das lasse auch für die Zukunft auf ein hohes familiäres Pflegepotenzial hoffen. Dazu bedürfe es jedoch auf Grund des rasanten Anstieges der „sehr Alten“ weiterhin professioneller Hilfe außerhalb der Familie. Prof. Amann rechnet bis zum Jahr 2020 mit etwa 50.000 über 85-jährigen und damit auch mit einem Anstieg geistig-psychischer Erkrankungen. Diese Veränderungen stellen zudem neue Anforderungen an die Qualifikationen des Personals, an die Einstufungspraxis für das Pflegegeld und nicht zuletzt an die betreuenden Angehörigen.

Dieser Entwicklung versuche das Land bereits seit Jahren mit dem Ausbau der Pflegebetten in den Landesheimen Rechnung zu tragen, betonte Prokop. Habe es 1990 3.281 Wohnplätze und lediglich 2.445 Pflegebetten in den Heimen gegeben, standen im Jänner 2000 in den 51 Landesheimen bereits 4.619 Pflegeplätze (1.204 Wohnplätze) zur Verfügung. Mit Stand September 2001 waren es bereits 5.093 Pflegeplätze. Das notwendige Ausbauprogramm für Niederösterreichs Heime laufe bis 2003 und soll auch in Zukunft entsprechend den Bedürfnissen fortgesetzt werden.

Interessant sei auch, so Prokop, dass laut einer Analyse ältere Wiener Bürger in niederösterreichischen Krankenhäusern durchschnittlich eine längere Verweildauer haben, während Niederösterreicher in Wiener Krankenhäusern eine sinkende durchschnittliche Aufenthaltsdauer aufweisen. Das stelle ein Ungleichgewicht dar und müsse nicht zuletzt auf Grund der wieder aufgeflammten Fremdpatientendiskussion näher untersucht werden.

Insgesamt liefere der alle drei Jahre erscheinende Altersalmanach wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, um notwendige sozialpolitische Maßnahmen bedarfsorientiert und regional ausgewogen auf- und ausbauen zu können, meinte Prokop.


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