26.09.2001 | 00:00

Zwei Bundesländer ziehen an einem Strang:

Pröll und Häupl zum Wienerwald-Millennium 2002

Im kommenden Jahr ist es 1000 Jahre her, dass der Wienerwald im Rahmen einer Schenkung Kaiser Heinrich II. an den Babenberger Markgrafen Heinrich I. erstmals erwähnt wurde. Aus Anlass des bevorstehenden Wienerwald-Millenniums planen Wien und Niederösterreich eine Vielzahl von Aktivitäten, die Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Bürgermeister Dr. Michael Häupl heute in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten präsentierten.

Pröll betonte dabei die Verantwortung, dieses sensible Biotop mit seiner Bedeutung für die touristische Nutzung in Niederösterreich und die Naherholung Wiens zu pflegen. Seit der Wienerwald-Deklaration 1987 hätten sich viele Voraussetzungen geändert. Standen damals Raumordnungsfragen, insbesondere die Gefahr der Totalzersiedelung des Wienerwalds im Mittelpunkt, so drohe jetzt Gefahr von anderer Seite, etwa durch das Zuwachsen von Wald- und Wiesenflächen. Auch in Richtung einer vernünftigen touristischen Entwicklung und eines neuen Verkehrskonzeptes müssten Überlegungen angestellt werden. Für die Adaptierung der Höhenstraße zum Beispiel sind rund 30 Millionen Schilling (2,18 Millionen Euro) nötig, ein neues Radwegenetz, das den Radtourismus in Bahnen lenkt, soll auf niederösterreichischer Seite rund 30 Kilometer Länge aufweisen.

In der Frage um die Errichtung eines Nationalparks rief der Landeshauptmann zu einer emotionslosen Diskussion auf. Es stehe außer Zweifel, dass die wesentlichste Funktion des Wienerwaldes der Erholungswert für Millionen Menschen sei, diese sei in einem Nationalpark wesentlich reduziert. Im Bereich der geplanten Veranstaltungsreihe erwartet sich Pröll insbesondere von der in der Kartause Mauerbach von Mitte Mai bis Ende Oktober 2002 geplanten Ausstellung „G’schichten aus dem Wienerwald – vom Urwald zum Kulturwald“ regen Publikumszuspruch.

Häupl erwartet sich von der Aufarbeitung und Dokumentation der 1000-jährigen Geschichte des Wienerwaldes zum einen, dass der Wienerwald den Städtern wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt wird. Auch der Mensch in der Stadt sei ein biosoziales Wesen, der Erholungsraum Wienerwald stelle ein kostbares Naturerbe dar, mit dem man sorgsam umgehen müsse. In der Frage der zukünftigen Gestaltung sprach sich Häupl gegen eine Diskussion im Stile „pseudoreligiöser Glaubensfragen“ und gegen einen Wettbewerb zwischen Naturschutzorganisationen aus. Er bezweifle, dass die Kriterien für einen Nationalpark erfüllbar seien. Die bessere Variante sei ein Biosphären-Park, der keine Naturschutzkriterien enthalte.

Neben der Evaluierung der Wienerwald-Deklaration im Herbst 2002 soll auch eine Studie zur Regionalentwicklung in Auftrag gegeben werden. Am 6. Oktober findet auf dem Cobenzl ein „Fest für den Wienerwald/Landpartie auf den Cobenzl“ statt, danach ist für Mitte April 2002 ein großes Wienerwald-Millenniumsfest in Heiligenkreuz geplant, ehe im Herbst der Wienerwald auf dem Wiener Rathausplatz zu Gast ist.


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