27.08.2001 | 00:00

Bereits jeder 3. Landwirt beteiligt sich an Naturschutzmaßnahmen

Onodi: Naturschutz am Bauernhof – 15.000 Bauern sind Partner

„Seit mehr als sechs Jahren gibt es in Niederösterreich – in Zusammenarbeit zwischen Naturschutz- und Landwirtschaftsreferat – nun bereits die Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des ÖPUL-Programmes (Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft). Bereits 15.000 bäuerliche Betriebe – jeder dritte Betrieb in Niederösterreich – sind Partner des Naturschutzes, sie bewahren unsere reiche Kulturlandschaft und leisten wertvolle Landschaftspflege“, ist Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi von der Notwendigkeit des Zusammenspiels von Landwirtschaft und Naturschutz überzeugt.

Ein Auszug der Partnerprojekte belegt die Reichhaltigkeit der niederösterreichischen Landschaft. Beim Schutz von überschwemmten Feuchtwiesen bzw. der Bewahrung von extremen Trockenrasen geht es nicht nur um den Schutz des reichhaltigen Pflanzenspektrums, sie sind auch Lebensraum für viele Tier- und Vogelarten. So lebt die Gottesanbeterin gerne in Trockenrasen, der allerdings regelmäßig gemäht werden muss, damit sich kein dichter Bodenfilz bildet, der alles Nährstoffangebot erstickt. Alte Obstbäume, meist Streuobstbestände, bieten Brutplätze für Steinkautz, Blutspecht und Wiedehopf. Offenes Land mit Wildkrautstreifen, Feuchtstellen, Hecken und Sträuchern wiederum bieten Lebensraum für große Brachvögel ebenso wie die Feldlerche, die Goldammer oder den Neuntöter. Besonders Dornensträucher, wie Schlehe und Weißdorn, sind für viele Insekten und Vögel lebenswichtig, sie machen aber auch dem Menschen Freude: Dirndl, Holunder, Hetscherl können beispielsweise zu Marmelade oder Schnaps verarbeitet werden. Nicht vergessen darf man die vielen Feuchtgebiete oder vernässte Stellen entlang der Wiesen und Äcker, die Heimat für Amphibien und viele Vogelgattungen sind.

„Das ÖPUL-Programm bringt sowohl für den bäuerlichen Betrieb als auch für den Naturschutz eine wertvolle Unterstützung. Auf Wunsch besucht ein Ökologe den Betrieb und berät die Bauern vor Ort über mögliche Maßnahmen und Förderungsmöglichkeiten. Durch bereits kleine Maßnahmen kann eine große Wirkung erzielt werden. In einer Zeit, wo die biologisch verträgliche Landwirtschaft beim Konsumenten immer stärker in den Vordergrund rückt, ist eine umweltschonende Bewirtschaftung besonders wichtig“, so Naturschutzreferentin Onodi.

Wertvolle Informationen über das NÖ ÖPUL-Programm gibt es in der Broschüre „Naturschutz auf meinem Betrieb“, anzufordern bei der NÖ Landesregierung, Naturschutzabteilung, Telefon 02742/9005-15212 oder 15220, sowie unter www.noe.gv.at/Umwelt/Naturschutz.


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