02.08.2001 | 00:00

Ein altes Bergbaugebiet südlich der Donau:

Schaustollen in Angern bei Krems wird eröffnet

Am Mittwoch, 15. August (Mariä Himmelfahrt), um 10 Uhr wird nach einer Messe Dritter Landtagspräsident Ing. Johann Penz den Schaustollen in Angern (Stadtgemeinde Krems) eröffnen. Dieser Schaustollen wurde von Projektleiter Leopold Koller und von den Verschönerungsvereinen der Orte Angern, Brunnkirchen, Oberfucha, Thallern und Tiefenfucha gestaltet. Er gilt als Teil des 9 Kilometer langen Bergwerkgedenkweges, der durch das Gebiet der Stadt Krems bzw. durch die Marktgemeinden Paudorf und Furth-Göttweig führt und am 1. Dezember in Krems-Thallern eröffnet wird. Zu dieser Eröffnung wird auch ein Folder gestaltet.

Thallern, Tiefenfucha und Angern sind uralte Bergwerksorte: In Thallern hat man schon zur Zeit Kaiserin Maria Theresias Braunkohle mittlerer Qualität – sogenannte Glanzkohle – gefunden, die ab 1758 systematisch abgebaut wurde. Ab 1773 wurde auch Alaunschiefer gewonnen. Mit der Kohle aus Thallern wurden die umliegenden Schmieden, der Ziegelofen in Wien-Simmering und verschiedene Magazine der Hauptstadt beliefert. Unter dem Bergverwalter Johann Franz Schöffel erlebte der Bergbau seinen ersten Höhepunkt. Ein zweiter traf ein, als nach 1830 zuerst Alois Miesbach und dann sein Nachfolger Heinrich Drasche die Kohlengruben ausbeutete. Drasche wollte auch die Flöze unter der Donau abbauen und dafür einen Schacht auf dem Marktschreiberhaufen, einer kleinen Insel, anlegen lassen. Das Großprojekt unterblieb aber, weil das nötige Kapital fehlte. Der Bergwerksbetrieb wurde recht und schlecht bis nach 1880 aufrecht erhalten; 1886 wurde die Grube aufgelassen. 1919 versuchte man eine Reaktivierung des Bergbaus. Der Versuch endete aber 1922, als ein Bergmann ums Leben kam. 1957 wurde zudem ein Tonbergbau in Tiefenfucha geschlossen.

Im Jahr 1956 erfolgte von der Steirischen Magnesitindustrie in der Katastralgemeinde Angern der Vortrieb des Hauptstollens auf Braunkohle. 1957 erfolgte die erste Förderung, im Juni 1964 wurden die letzte Kohle und der gewonnene Ton zu Tage gebracht. Die Eisenpölzungen und die maschinellen Einrichtungen wurden entfernt, die Uniformen an die Musikkapelle Huss verkauft – jenes Klangkörpers, der am 15. August die Feier zur Eröffnung des Schaustollens feierlich umrahmt. Zudem wird bei der Eröffnung auch wieder die 156 Jahre alte Bergfahne präsentiert, die 1997 restauriert wurde.


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