08.06.2001 | 00:00

LR Kranzl: Negativer Abschluss schafft Probleme

Krisentelefon zum Schulschluss als Ausweg

„Für viele ist ein negativer Abschluss, also das „Sitzen bleiben“, mit großen Problemen verbunden“, sagte gestern Landesrätin Christa Kranzl in einer Pressekonferenz im Landhausviertel in St.Pölten, die Krisensituationen bei Schülerinnen und Schülern, bei Eltern und in Familien gewidmet war, die alljährlich besonders vor dem Schulschluss erlebt werden können. Die Antwort dazu: Seit dem Vorjahr kann man sich beim Krisentelefon unter der Nummer 0800 20 20 16 melden. Dieses Telefon ist an Werktagen von 19 bis 7 Uhr besetzt, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sogar rund um die Uhr. Neu: Als Sozial-Landesrätin hat Kranzl den NÖGUS ersucht, gemeinsam mit dem NÖ Landesverband der Psychotherapeuten ab 11. Juni ein spezielles Krisentelefon für Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Eltern zum Thema „Schulschluss“ einzurichten. Die Nummer ist also auch vom 11. Juni bis 6. Juli an Werktagen von 15 bis 18 Uhr speziell für Kinder und Jugendliche eingerichtet.

Ein entsprechender Folder wurde gestern an alle Schulen in Niederösterreich verschickt. Das Krisentelefon ist eine Stelle, um „Druck abzulassen“, sagte auch Diplomsozialarbeiterin Irene Schogger, eine Psychotherapeutin und Leiterin der Familienberatungsstelle in St.Pölten. Und dient auch zum „Zuhören, eine Methode, die wir Psychotherapeuten jahrelang lernen.“

Den „Sitzenbleibern“ drängen sich nämlich viele quälende Fragen auf:

Wie sage ich das meinen Eltern?

Bin ich ein Versager, der keine Chance mehr hat?

Wie soll es nächstes Jahr weitergehen, in einer Klasse, in der ich niemanden kenne, und in die ich als Versager komme?

Was denken meine Freunde, die Verwandten und Bekannten über mich?

Kranzl richtete in diesem Zusammenhang auch einige Bitten an die Eltern:

Alle körperliche Gewalt, um ihr Kind zu bestrafen, ist zu unterlassen. Das Kind wird um nichts besser lernen, wenn es verprügelt wurde.

Versuchen Sie, mit Ihrem Kind in Ruhe und Sachlichkeit die Hintergründe des oder der „Fünfer“ zu ergründen.

Versuchen Sie, zu klären, ob der besuchte Schultyp wirklich der richtige ist.

Was kann über die Ferien – es muss auch Ferien für das Kind geben – getan werden, um die Nachprüfung zu meistern bzw. im kommenden Jahr bessere Noten zu erreichen?

Geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, ein totaler Versager zu sein. Immer gibt es einen Ausweg, einen Neubeginn.

Und an die SchülerInnen:

Mit einem oder mit mehreren „Fünfern“ endet nicht das Leben, auch nicht die schulische und berufliche Zukunft.

Versucht, so rasch wie möglich mit Euren Eltern zu reden.

Erstellt gemeinsam einen Plan für die Nachprüfung oder für das Lernen in den Ferien.

Bleibt cool und schmeißt die Nerven nicht weg.


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