25.05.2001 | 00:00

Fehlende Temelin UVP-Dokumentation

Sobotka: „Keine wirtschaftliche Notwendigkeit von Temelin“

„Die Behandlung des radioaktiven Abfalls ist in der derzeitigen UVP-Dokumentation inklusive der nachgereichten Unterlagen noch immer nicht zufriedenstellend behandelt. Unserem NÖ Positionspapier, das genaue Angaben auch dazu einforderte, wurde also noch nicht vollständig Rechnung getragen“, beurteilt Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka den derzeitigen Stand der UVP-Dokumentation zum AKW Temelin.

„Null-Variante und die Berechnung der Auswirkungen möglicher Unfälle werden in den Unterlagen des tschechischen Außenministeriums behandelt. Insofern wurde zugestanden, dass das AKW Auswirkungen auf Österreich haben könnte“, meint Sobotka.

Bemerkenswert ist, dass nach eigenen Berechnungen der tschechischen Fachleute bis 2005 überhaupt keine wirtschaftliche Notwendigkeit für die Inbetriebnahme Temelins besteht. „Wenn man sich die Zahlen ansieht, die ab 2005 prognostiziert werden, so sieht man, dass ein exorbitantes Wirtschaftswachstum vorausgesetzt wird. Wachstumsraten von jährlich mehr als 10 Prozent auf diese Dauer sind sicher nicht realistisch. Zudem ist zu erwarten, dass auch die tschechische Wirtschaft vermehrt auf Energieeinsparung und Energieeffizienz achten wird, um konkurrenzfähig zu sein. Die Nichtbeachtung dieser Fakten ist erstaunlich und muss deutlich aufgezeigt werden“, mahnt Sobotka.

Die vorgelegten Unterlagen werden nun von den Experten eingehend geprüft und bewertet. Das Ergebnis dieser kritischen Prüfung wird auch die weiteren Schritte begründen. „Wir überprüfen derzeit die genauen Inhalte der bestehenden Unterlage. Niederösterreich wird im Vertrauen die Gesprächsbasis aufrecht erhalten und die Linie der Diskussion beibehalten“, so Sobotka abschließend.


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