10.05.2001 | 00:00

„SATYAGRAHA“: Philip Glass Oper im Festspielhaus

LHStv. Prokop: Gewaltlosigkeit als starke Waffe

Im Festspielhaus in St.Pölten wurde gestern, Mittwoch, in einer Pressekonferenz mit Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop das Bühnenbild und das Regiekonzept einer Oper in drei Akten von Philip Glass, „SATYAGRAHA“ vorgestellt. Bei den vier Vorstellungen ist die Musik beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester bzw. Concentus Vocalis in besten Händen. Der Text stammt von Constance de Jong und ist unmittelbar angelehnt an eine uralte Überlieferung, der Bhagavad Gita. Die musikalische Leitung hat Peter Keuschnig inne. Die Inszenierung kommt von Michael Schilhan, die Choreographie von Heinz Spoerli. Das Bühnenbild und die Kostüme stammen von Hermann Nitsch, der die Oper als „Spiel mit Farben und Tönen“ bezeichnete. Auf der Bühne wird eine Reihe von in- und ausländischen OpernsängerInnen stehen, zum Beispiel Tony Boutté, der die Rolle des indischen Politikers M. K. Gandhi spielt und singt. Die Österreich-Premiere der Glass-Oper ist am 12. Oktober im Festspielhaus. Weitere Vorstellungen stehen am 14. Oktober, 9. November und 14. Dezember auf dem Spielplan.

„SATYAGRAHA“ ist ein Sanskritwort, welches den Ausdruck „passiver Widerstand“ ersetzte, um die neue Bewegung und die politisch-soziale Philosophie zu beschreiben, die durch Gandhi in Südafrika ihren Anfang fand. In der 1980 an der Rotterdamer Stadsschouwburg uraufgeführten Oper „SATYAGRAHA“ porträtiert Philip Glass Gandhis Leben von seiner Ankunft in Südafrika 1893 bis zum „New Castle March“ 1913. Während dieser 21 Jahre entwickelte Gandhi die Ideen der Gewaltlosigkeit und praktiziert sie als Mittel gegen die Rassendiskriminierung in Südafrika. Dies war die erste großangelegte und erfolgreiche Bewegung gewaltlosen zivilen Ungehorsams. „SATYAGRAHA“ basiert auf einem moralischen, ja religiösen Thema, ist mehr ein Ritual als Unterhaltung, mehr Mystik als Oper.

Landeshauptmannstellvertreterin Prokop betonte, dass die Beziehung von Philip Glass zu Niederösterreich ein „eigenes Kapitel seiner Biographie“ sei, das 1987 aufgeschlagen wurde. 1988 sei dann das Ergebnis der Vorbereitungen, „1000 AIRPLANES ON THE ROOF“, am Hangar des Flughafens Schwechat zu sehen gewesen. Seit diesem Zeitpunkt sei die Beziehung zwischen Glass und Niederösterreich von großer Sympathie und Achtung getragen. Die Präsentation der Oper „SATYAGRAHA“ im St.Pöltner Festspielhaus im Oktober sei jedenfalls ein mutiger Schritt, der unter der Beteiligung von bedeutenden Künstlern unseres Landes auf die Bühne gestellt werde, meinte Prokop. Die Oper stehe für die Philosophie des gewaltlosen Widerstands, die Gandhi zu einer mächtigen politischen Waffe gemacht habe. Die Oper handle von Politik und vervollständige neben „EINSTEIN ON THE BEACH“ und „ECHNATON“ eine Trilogie zu den Themen Politik, Wissenschaft und Religion. „SATYAGRAHA“ bedeute Gewaltlosigkeit; auch Stärke, geboren aus Wahrhaftigkeit und Liebe, also Themen, die in einer Welt, in der jedes Dorf global vernetzt sei, wichtiger denn je seien.


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