27.04.2001 | 00:00

Enquete über „Frauengesundheit“ im NÖ Landhaus

Als Reaktion der Frauen: Stress, Depressionen, Essstörungen

Im NÖ Landhaus in St.Pölten wurde gestern eine Enquete über das Thema „Frauengesundheit. Seele, Geist und Körper“ abgehalten, die vom NÖ Frauenreferat des Amtes der NÖ Landesregierung gemeinsam mit dem Gesundheitsforum Niederösterreich, dem NÖ Gesundheits- und Sozialfonds, Bereich Soziales, und der NÖ Landesakademie veranstaltet wurde. Anlass war das Schwerpunkthema der Weltgesundheitsorganisation, das heuer speziell die mentale Gesundheit von Frauen zum Inhalt hat.

Frauen können auf geschlechterrollenspezifische Belastungen mit mentalen Krankheiten wie Stress, Depressionen oder Essstörungen reagieren. Aber auch Gewalt – in welcher Form auch immer – hat gravierende Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit von Frauen.

Das Programm umfasste eine Präsentation von Frauenprojekten und Einrichtungen in Niederösterreich, Vorträge und eine Diskussion. So sprachen anschließend an die Eröffnung durch Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Landesrätin Christa Kranzl Univ.Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger, die Projektleiterin des NÖ Frauengesundheitsberichts, über „Die psychische Gesundheit von Frauen – eine lang unterschätzte Dimension“ und DKS Anneliese Erdemgil-Brandstätter über „Gewalt gegen Frauen – Fortbildungsprojekt im NÖ Gesundheitswesen“.

Der NÖ Frauengesundheitsbericht und auch internationale Studien zeigen, wie psychische Krankheiten durch seelische Belastungserscheinungen immer mehr zunehmen, sagte Landesrätin Kranzl. Der Frauenanteil an Gesamtverordnungen bei Psychopharmaka belaufen sich in Österreich, aber auch in Deutschland auf rund zwei Drittel, nämlich auf ca. 63 bis 64 Prozent, diese – und auch andere Daten – seien alarmierend. Im Land Niederösterreich sei jedoch schon seit vielen Jahren ein eigenständiger Weg entwickelt worden. Auch gehöre Niederösterreich zu den wenigen Regionen Mitteleuropas, die die Psychiatrie entsprechend reformiert habe. Eine wichtige Aufgabe auch für die Zukunft werde die Entwicklung eines zentralen Informationsnetzwerkes in Österreich sein, das es ermöglicht, sämtliche Erfahrungen rasch auszutauschen.

Landeshauptmannstellvertreterin Prokop meinte, dass Untersuchungen, die zum Teil schon Langzeituntersuchungen sind, über das Bild der mentalen Krankheiten in Österreich und über soziale und gesundheitliche Schäden der Frauen informieren würden und dabei auch Niederösterreich betroffen sei. Das Bild, das sich uns hier darstelle, sei nicht gut. Viel zu lange sei man gerade bei psychischen Störungen darüber hinweggegangen. Dass psychische Störungen viele Folgen bis hin zu schweren Gesundheitsproblemen nach sich ziehen, werde noch bei weitem nicht anerkannt.


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