19.04.2001 | 00:00

Straßenverkehr sorgt alljährlich für Massensterben bei Kröten

Initiativen des Naturschutzbundes und der Straßenmeistereien

Auch wenn der Frühling derzeit noch auf sich warten lässt: Sobald die Temperaturen steigen, kommen auch unzählige Kröten, Frösche und Molche aus ihrem Winterquartier und begeben sich zielstrebig zu ihren Geburtsgewässern. Wenn sie dabei eine Straße überqueren müssen, kommt es häufig zu einem Massensterben. Deshalb ersucht der NÖ Naturschutzbund die Autofahrer um Vorsicht und um Beachtung der aufgestellten Froschwarntafeln, die Laichwanderwege kennzeichnen. Besonders betroffen sind Straßenbereiche zwischen Wald und feuchten Tallagen, wo vor allem in regnerischen Nächten hunderte der vierbeinigen „Hochzeiter“ unterwegs sein können. Erfahrungsgemäss dauert die Laichwanderung rund vier bis sechs Wochen.

Die meisten der heimischen Lurche stehen auf der „Roten Liste“ gefährdeter Tierarten. Neben dem Straßenverkehr ist auch der Verlust von Feuchtgebieten und naturnahen Gewässern eine weitere Ursache für den Artenschwund.

Bereits 10 Autos pro Stunde können rund einem Viertel der Kröten das Leben kosten. Bei 70 Autos pro Stunde kommt es sehr oft zu einem Totalausfall, weiß der NÖ Naturschutzbund aus Erfahrung zu berichten. Im Gegensatz zu anderen Tieren zeigen Kröten, wenn sich ein Auto nähert, auch keinerlei Fluchtreaktionen.

Um ein Massensterben auf den Straßen zu verhindern, hat der Naturschutzbund einen mehrstufigen Aktionsplan ausgearbeitet. Bereits im Frühjahr 2000 wurden mittels einer Postkartenaktion besonders gefährdete Wanderstrecken festgestellt. Dazu zählen unter anderem die Zubringerstraßen bei Stockerau zum DoKW Greifenstein, Groisbach, die Landesstraße zum Seehof in Lunz, der Richardshof bei Mödling, die Strecke zwischen Deutschwald und Baunzen in Purkersdorf, die Landeshauptstraße 107 nach der Abzweigung von der Pielachbundesstraße sowie die Strecken bei der Burg Albrechtsberg, bei Mannersberg, im Bereich der Au am Leithagebirge und in Zissersdorf bei Hauskirchen.

Tatkräftig unterstützt werden die Bemühungen der Krötenschützer auch von den Landesstraßenmeistereien. Die betroffenen Straßenmeistereien wurden angewiesen, Schutzräume und – falls vorhanden – Warntafeln aufzustellen. Das Leeren der Kübel wird mancherorts von den Bediensteten der Gemeinden, anderenorts von Aktivisten des Naturschutzbundes übernommen.

Nähere Informationen: NÖ Naturschutzbund, Telefon 01/402 93 94 (Montag bis Freitag von 8.30 bis 13.30 Uhr).


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