14.02.2001 | 00:00

Der Hauptstadt-Gründer:

Landeshauptmann a.D. Ludwig ein „75iger“

Landeshauptmann a.D. Siegfried Ludwig feiert am heutigen Valentinstag seinen 75. Geburtstag. In seiner „Ära“ an der Spitze der NÖ Landesregierung von Jänner 1981 bis Oktober 1992 erfolgten wichtige Weichenstellungen, vor allem die Gründung der Landeshauptstadt St.Pölten, für die Ludwig sein ganzes politisches Gewicht eingesetzt hatte. Weitere Weichenstellungen waren das Jahrhundertprojekt Marchfeldkanal, die Errichtung der Wissenschaftlichen Landesakademie als Keimzelle der heutigen Donau-Universität, der Beginn einer eigenständigen Landes-Außenpolitik mit der von Niederösterreich initiierten Arbeitsgemeinschaft Donauländer, die Gründung des Donaufestivals und die Privatisierung der EVN.

Siegfried Ludwig wurde am 14. Februar 1926 in der kleinen mährischen Gemeinde Wostitz geboren. Nach der Matura am Gymnasium Znaim wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und geriet im Mai 1945 in Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung im August 1946 gab es kein zurück mehr nach Südmähren, die Familie fand in Niederösterreich im Weinviertel wieder zusammen. 1947 begann Ludwig als Werkstudent ein Jus-Studium, das er mit dem Magistertitel abschloss. 1954 trat er in den NÖ Landesdienst ein und wurde der Bezirkshauptmannschaft Horn zugeteilt. Der legendäre Dr. Georg Prader „entdeckte“ den jungen Juristen und holte ihn in die Wiener Landeszentrale. Bereits 1958 wurde er Obmann der ÖAAB-Ortsgruppe Landhaus, 1962 gehörte er der ersten gewählten Zentralpersonalvertretung der Landesbediensteten an. Als er 1965 zu deren Obmann gewählt wurde, hatte auch seine politische Karriere begonnen. Seit Herbst 1964 war er Abgeordneter im NÖ Landtag.

Im Jänner 1968 wurde Siegfried Ludwig Mitglied der Landesregierung, er übernahm mit dem Finanzreferat ein Schüsselressort. Bereits im November 1969 erfolgte seine Wahl zum Landeshauptmannstellvertreter, neben den Finanzen war er nun auch für die überörtliche Raumplanung und für die Wohnbauförderung zuständig. In dieser Zeit entstand das Schlagwort vom „Macher Ludwig“. „Macher“ war er auch auf kommunaler Ebene, er wirkte von 1975 bis 1981 als Bürgermeister von Perchtoldsdorf.

Als Siegfried Ludwig im Jänner 1981 Andreas Maurer als Landeshauptmann folgte, war das mehr als nur ein personeller Wechsel. Erstmals stand ein Vertreter des ÖVP-Arbeitnehmerflügels an der Spitze des Landes. Ludwig verband Fleiß, Zähigkeit und Durchsetzungsvermögen mit persönlichem Charme und Humor, er war ein harter Verhandler, aber auch ein Mann des Konsenses. Mit seinem langjährigen sozialdemokratischen Stellvertreter Ernst Höger fand er nicht nur politisch, sondern auch menschlich eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.


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