17.01.2001 | 00:00

Um Schließung von 13 Nebenbahnen zu vermeiden:

SPÖ legte Konzept für bedrohte NÖ Nebenbahnen vor

SPÖ-Klubobmann Landtagsabgeordneter Ewald Sacher und der Verkehrssprecher seiner Fraktion, Landtagsabgeordneter Hans Muzik, legten gestern, Dienstag, ein Strukturkonzept vor, das mit der derzeitigen Landessubvention von 120 Millionen Schilling pro Jahr den Betrieb von 13 Nebenbahnen in Niederösterreich weiter aufrecht erhalten könnte. Diese Strecken – unter anderem so wichtige wie die Mariazellerbahn oder Teile der Ybbstalbahn – würden sonst mit Sommerfahrplan 2001 höchstwahrscheinlich aus dem Streckennetz genommen.

Die ÖBB soll die Infrastruktur – Schienen, Signale und andere Sicherungsmaßnahmen – auf diesen Strecken gegen Bezahlung eines Benützungsentgeltes weiter zur Verfügung stellen.

Eine Niederösterreich-Bahngesellschaft soll gegründet werden, die Verkehrsleistungen auf allen jenen Strecken übernimmt, die von den ÖBB nicht mehr weiterbetrieben werden wollen, obwohl sie derzeit eigentlich – bis auf Widerruf von allen beteiligten Stellen – die Linien betreiben müssen, weil sie der Nahverkehrsvertrag dazu zwingt.

In dieser Niederösterreich-Bahngesellschaft hätte man über die Graz-Köflacher-Eisenbahngesellschaft einen sehr interessierten Konzessionsbetreiber. Die Graz-Köflacher-Eisenbahngesellschaft, die 1999 rund 3,9 Millionen Passagiere hatte, wäre bereit, auf allen österreichischen Linien tätig zu werden.

Auch würden die NÖVOG, die Verkehrsverbünde, die Tourismusregionen und die Gemeinden an der jeweiligen Strecke großes Interesse am Weiterbetrieb haben. Das Land Niederösterreich als weiterer Besteller für den Personenverkehr wird mit dem Budget auskommen, das mit den 120 Millionen Schilling pro Jahr aus dem Nahverkehr begrenzt wird. Für den Güterverkehr treten dagegen private Interessenten auf.

Weiters wird eine Fahrzeuginstandhaltungsgesellschaft vorgeschlagen. Sie soll unter anderem die Anmietung von Werkstätten und die Instandhaltung von Fahrzeugen übernehmen.

Für jede Nebenbahn soll eine regionale Betriebsgesellschaft gegründet werden. Sie soll den regionalen Personen- und Güterverkehr abrechnen und die Fahrzeuge von der Niederösterreich-Bahngesellschaft leasen. Jede Strecke soll sich also selbst abrechnen.


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