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19.11.2015 | 09:26

Eröffnung der Core Facility & Forschungsplattform BiMM in Tulln

LH Pröll: „Forschern, technische Möglichkeiten in die Hand geben"

Eröffnung der Core Facility und Forschungsplattform BiMM in Tulln mit dem wissenschaftlichen Leiter Univ.-Prof. Dr. Josef Strauss (4.v.l.), Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll (6.v.r.) , Dr. Sonja Hammerschmid (4.v.r.), Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni), Univ.-Prof. DI Dr. Dr.h.c.mult. Martin Gerzabek (3.v.r.), Rektor der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), und Sektionschef Mag. Elmar Pichl vom Wissenschaftsministerium (2.v.r.)
Eröffnung der Core Facility und Forschungsplattform BiMM in Tulln mit dem wissenschaftlichen Leiter Univ.-Prof. Dr. Josef Strauss (4.v.l.), Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll (6.v.r.) , Dr. Sonja Hammerschmid (4.v.r.), Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni), Univ.-Prof. DI Dr. Dr.h.c.mult. Martin Gerzabek (3.v.r.), Rektor der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), und Sektionschef Mag. Elmar Pichl vom Wissenschaftsministerium (2.v.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Im Rahmen einer Festveranstaltung wurden gestern, Mittwoch, am Universitäts- und Forschungszentrum Tulln die Core Facility und Forschungsplattform BiMM (Bioactive Microbial Metabolites) von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Sektionschef Mag. Elmar Pichl in Vertretung von Vizekanzler und Wissenschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner im Beisein von Univ.-Prof. DI Dr. Dr.h.c.mult. Martin Gerzabek, Rektor der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Dr. Sonja Hammerschmid, Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni), und dem wissenschaftlichen Leiter Univ.-Prof. Dr. Josef Strauss eröffnet.

Landeshauptmann Pröll sagte, dass sich die Forschungsplattform BiMM toll in die Forschungslandschaft Niederösterreichs eingliedere. IFA Tulln sei eine einzigartige Erfolgsgeschichte. In der Vergangenheit sei sehr viel an geistiger Kapazität abgewandert, daher habe man in Niederösterreich begonnen, in die Forschung zu investieren „in Kooperation mit Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen", so Pröll. Mit der Wissenschaftsachse, die man quer durchs Land gelegt habe, habe man „eine gute Grundlage entwickelt", so der Landeshauptmann. Darauf setze man nun die FTI-Strategie mit der man Ziele für Forschung, Technologie und Innovation erarbeite.

Entscheidender Punkt sei es, „Forschern, die technischen Möglichkeiten in die Hand zu geben, ein Ambiente zu schaffen, in dem sie sich ohne Sorgen entfalten können, um optimale Ergebnisse liefern zu können", so Pröll. Seitens des Landes Niederösterreich habe man in den vergangenen Jahren 600 Millionen Euro in die Forschung investiert, in den nächsten Jahren werde man weitere 300 Millionen Euro investieren, so der Landeshauptmann.

Sektionschef Pichl betonte, dass das Land Niederösterreich im Bereich Wissenschaft und Forschung „ein starker Partner" sei. Wichtig sei es, dass das Budget, das zur Verfügung stünde, strategisch nachhaltig investiert werde, so Pichl. Daher setze man auf Kooperationen. Ein wichtiger Aspekt sei „das Vernetzen mit der Wirtschaft".

Rektor Gerzabek sprach von einer „großen Freude", dass man heute diese Eröffnung gemeinsam vornehme. Die Eröffnung der Core Facility und der Forschungsplattform BiMM sei „ein entsprechender Meilenstein in der Entwicklung des Technologie- und Forschungsstandortes", so Gerzabek. Vor 20 Jahren habe man damit begonnen, den Technopolstandort Tulln erfolgreich zu entwickeln. Hier sei „ein Zentrum für Forschung und Bildung, das immer mehr internationale Sichtbarkeit erhält", entstanden. Mit der heutigen Eröffnung werde „ein weiterer Schritt gesetzt, der die Attraktivität des Standortes signifikant erhöht", bedankte sich der Rektor bei der Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und des Landes Niederösterreich. 

Rektorin Hammerschmid betonte, dass es wichtig sei, Knowhow interdisziplinär zusammenzufassen.  Eine Core Facility wie diese sei notwendig, um international wettbewerbsfähig zu sein. „BiMM ist eine Kooperation der besonderen Art", bedankte sich Hammerschmid beim Wissenschaftsministerium, dem Land Niederösterreich und den zahlreichen Partnern. „Eine Core Facility braucht Spitzengeräte und Menschen, die diese Core Facility mit Leben erfüllen", so die Rektorin.

Der wissenschaftlicher Leiter Univ.-Prof. Strauss sagte, dass das BiMM eine Plattform sei, die für alle akademischen Partner und Firmen des Standortes und externe Kooperationspartner offen sei. Neu am BiMM-Ansatz sei, komplexe Interaktionen der Natur im Labor kontrollierbar nachzubauen. Hier am Standort Tulln finde man „eine spezielle Kombination von Knowhow und Laborausstattung" vor, so Strauss.

Univ.-Prof. Dr. Marc Stadler vom Helmholtz Zentrum hielt einen Festvortrag mit dem Titel „Fungi make the world go round! (... wie wir die natürliche Biodiversität der Pilze nutzen können". Darin informierte er über Pilze als traditionelle Quelle für Arzneimittel und andere Wirkstoffe und stellte aktuelle Projekte in der Pilzforschung vor.

Der gemeinsam von der BOKU, der NÖ Technologiefinanzierungsgesellschaft tecnet equity und dem accent Gründerservice ausgeschriebene Innovation Award wurde heuer zum bereits fünften Mal vergeben. Prämiert wurden drei Projekte im medizinischen Bereich sowie eine hydraulisch aktive Hochwasserschutzwand. Die Verleihung erfolgte durch Landeshauptmann Pröll. Die Laudationen hielten Prof. Josef Glößl, Vizerektor für Forschung und Internationale Forschungskooperationen der BOKU, DI Dr. Doris Agneter, Geschäftsführerin der tecnet equity, und Mag. Michael Moll vom accent Gründerservice des Landes Niederösterreich.

Der erste Preis ging an Mag. Andrea Lassenberger vom Institut für Biologisch inspirierte Materialen des Departments für Nanotechnologie. Das Projekt, welches von Prof. Erik Reimhult begleitet wurde, entwickelte ein Verfahren für funktionalisierten Nanopartikeln, die drei für eine Krebsdiagnose und -therapie entscheidende Funktionen kombinieren: Erstens, das punktgenaue Auffinden des Tumors im Gewebe; zweitens, die Ermöglichung der bildgebenden Darstellung und drittens die punktgenaue Unterstützung einer Strahlentherapie gegen den Tumor. Als erste Einsatzmöglichkeit hat Lassenberger gut nachvollziehbar die Früherkennung von Leberkrebs und darauf basierend die Unterstützung einer frühen, punktgenauen Therapie in Aussicht gestellt.

Der zweite Platz wurde an Dr. Ronald Zirbs, ebenfalls aus der Arbeitsgruppe von Professor Erik Reimhult vom Institut für Biologisch inspirierte Materialen des Departments für Nanotechnologie an der BOKU, vergeben. Zirbs stellte in seinem Projekt ein neues Verfahren vor, mit dem Nanopartikel einfacher, kostengünstiger und effizienter als bisher hergestellt werden können. Die möglichen Anwendungen dieser Nanopartikel sind sehr vielfältig: Sie reichen von der Verbesserung von Handy Displays bis zu zielgerichteten Behandlungsmethoden von Krebs. Ein Patent zum Schutz des neuen Verfahrens wurde angemeldet.

Einer der dritten Preise ging an DI Miriam Klausberger aus der Arbeitsgruppe von Prof. Reingard Grabherr vom Institut für Biotechnologie für die Präparation von virusähnlichen Partikeln zur Impfung gegen Influenza. Sie hat mit ihrer Arbeit einen dringenden medizinischen Bedarf angesprochen, indem sie die erstmalige Möglichkeit einer Vorbeugung vor Infektionen mit einem gefährlichen Stamm von Grippeviren aufgezeigt hat. Dabei wurde diversen Bedürfnissen des Marktes entsprochen, wie der Eigenschaft, schon nach einer Impfung Immunität herzustellen oder ein Produktionssystem zu etablieren, das rasch auf großen Bedarf reagieren kann. Die Gewinnung eines internationalen und im Bereich Virologie sehr erfahrenen Partners zeigt, dass die Gruppe global denkt und handelt.

Der dritte - ex aequo - Preis geht an Moritz Fuchs für seinen Beitrag „Hydraulisch aktive Hochwasserschutzwand" vom Department für Bautechnik und Naturgefahren der BOKU - Arbeitsgruppe Assoc. Prof. Dr. Alfred Strauss. Das Projekt befasst sich mit der Umsetzung einer Erfindung einer hydraulisch aktiven Hochwasserschutzwand zum Verhindern von Schäden durch wiederkehrende Hochwasserereignisse. Die technische Umsetzung und Funktionsweise dieses neuen Prinzips wurde neben der Ausarbeitung von ökonomischen Themen wie IP-Strategie, Markt und weitere Entwicklungsschritte zur Markeinführung eindrucksvoll präsentiert. Fuchs konnte neben den technischen Entwicklungen des Projekts auch eine erste Verwertungsstrategie darstellen. Das Poster zeigt weiters Überlegungen zu den Themen time-to-market sowie bereits zwei optionale Vertriebsstrategien für die Technologie.

Nähere Informationen: tecnet equity NÖ Technologiebeteiligungs-Invest GmbH, Dipl.-Geophys. Thilo Schmalz, Telefon 02742/9000-19300, e-mail schmalz@tecnet.co.at, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Mag. Michaela Klement, Telefon 01/476 54 23 51, e-mail michaela.klement@boku.ac.at.

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