02.07.2015 | 11:30

LR Schwarz und Landesschulrats-Präsident Helm zum Schulschluss

Großer Dank an unsere engagierten Pädagoginnen und Pädagogen

Schöne Ferien und einen erholsamen Sommer wünschen Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Hermann Helm, der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, den Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schülerinnen und Schülern. (v.l.n.r.)
Schöne Ferien und einen erholsamen Sommer wünschen Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Hermann Helm, der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, den Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schülerinnen und Schülern. (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

„Wir beenden morgen ein längst mögliches Schuljahr", so Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der sie gemeinsam mit Hermann Helm, dem Amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Niederösterreich, zum Schulschluss informierte. Gestartet wurde in das Schuljahr 2014/15 am 1. September vergangenen Jahres, beendet wird es morgen, am 3. Juli. Schwarz bedankte sich bei allen Pädagoginnen und Pädagogen, „die die Schüler gut durch dieses Jahr begleitet haben".

Es sei das erste Schuljahr mit verpflichtender Zentralmatura gewesen, so Landesrätin Schwarz. Aus Gesprächen wisse sie, dass es für die Pädagoginnen und Pädagogen eine „große Kraftanstrengung" gewesen sei, „die Kinder auf die neue Art der Fragenstellung vorzubereiten", dafür bedankte sie sich bei diesen. Es hätte „mehr Zeit und eine bessere Vorbereitung" gebraucht, so sei etwa zu spät damit begonnen worden, Übungsbeispiele weiterzugeben. „Ich wünsche mir für nächstes Jahr eine bessere Vorbereitung seitens des Ministeriums", so Schwarz.

Eine zweite wesentliche Neuerung im morgen abgeschlossenen Schuljahr sei, dass man mit diesem nun die Neue Mittelschule in Niederösterreich flächendeckend anbiete. In den kommenden Jahren werden die Hauptschulklassen, die als solche begonnen worden seien, auslaufen. „Niederösterreich ist das einzige Bundesland, das mit Prof. Hopmann die Umstellung auf die Neue Mittelschule wissenschaftlich begleitet und evaluiert hat", betonte die Bildungs-Landesrätin. Die ersten Neuen Mittelschulen hätten in Niederösterreich gut umgestellt, bei der Erhebung der Bildungsstandards sei bisher aufgrund der Kürze der Dauer noch keine Verbesserung zu sehen, die Werte  seien jedoch stabil geblieben. Dennoch betonte Schwarz, dass „eine Umstellung eines Schulsystems professioneller geplant werden" und auch in der Ausbildung begleitet werden müsse. Man müsse auch den Lehrern freie Hand bei der Gestaltung geben. „Die Lehrer vor Ort wissen am besten, was für ihre Schüler gut ist", so Schwarz.

„Große Erfolge" habe man in dem Schuljahr an den Berufs- und Landwirtschaftlichen Fachschulen feiern dürfen, hob Schwarz die Bergbauernschule Hohenlehen, die bei der Alpe-Adria-Waldolympiade in Feltre (Norditalien) im Teambewerb Gold und Silber sowie bei den Einzelbewerben drei Goldmedaillen, zweimal Silber und einmal Bronze erreichen konnte, sowie die Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra, die mit ihrem Käse bei der Genusskrone Österreich zur besten Schule gewählt wurde, und die Gartenbauschule Langenlois mit der besten Junggärtnerin hervor. Erfreulich sei, dass auch immer mehr Mädchen Landwirtschaftliche Fachschulen besuchen, so seien von 3.083 Schülern 1.409 Mädchen, so die Landesrätin.

Als künftigen Schwerpunkt nannte Schwarz die Nachmittagsbetreuung für Kinder mit Behinderung. „Trotz steigender Anzahl von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind mehr Kinder in Regelschulen integriert worden", so Schwarz. 1.187 Kinder seien in Regelschulen integriert, 3.144 seien in Allgemeinen Sonderschulen (ASO). Man müsse sich immer anschauen, welche Schulform die richtige sei. Ein weiterer Schwerpunkt sei, darauf zu schauen, wo Landwirtschaftliche Fachschulen und Berufsschulen besser zusammenarbeiten können. Man wolle Schulen „besser vernetzen und besser Synergien nutzen", so Schwarz. So werde etwa das neue Zentrum für die Fleischerei in Hollabrunn nahe der Landwirtschaftlichen Fachschule angesiedelt und die gewerbliche Ausbildung der Gärtner nach Langenlois geholt, um in Langenlois einen Schwerpunkt der Grünen Berufe zu installieren.

Die Pädagoginnen und Pädagogen haben die Schülerinnen und Schüler bestmöglich durch das Schuljahr begleitet, so Landesschulrats-Präsident Helm. „Die Schulerfolge sind gleich wie im Vorjahr. 58 Prozent der vierten Klasse Volksschule haben den höchsten Bildungsstandard erreicht", so Helm. Bei den fünf- bis achtjährigen Schülerinnen und Schülern hätten 97,5 Prozent bestanden, 0,7 Prozent müssten eine Wiederholungsprüfung machen. Bei den Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) in der Langform hätten 88 Prozent bestanden, 3,2 Prozent nicht und müssten die Klasse wiederholen. Bei den Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) müssten elf Prozent eine Wiederholung machen. Hier müsse man mit der Schullaufbahnberatung ansetzen, denn es werde oft die falsche Schulwahl getroffen, beispielsweise dass man das neunte Schuljahr in einer BMS absolviere, damit man der Polytechnischen Schule ausweiche, so Helm. So verzeichne man bei den Polytechnischen Schulen seit 2007 einen Rückgang an Schülern von 24 Prozent. Man müsse einen stärkeren Fokus in Richtung Facharbeiter und Berufsschulen legen.

Zur Reifeprüfung sagte der Landesschulrats-Präsident, dass diese „nicht sensationell Neues gebracht" habe. In den AHS, wo die Zentralmatura mit dem heurigen Schuljahr flächendeckend eingeführt worden sei, hätten zwölf Prozent nicht bestanden, im Vorjahr seien es elf Prozent gewesen. In den BHS, wo die Zentralmatura noch nicht flächendeckend eingeführt worden sei, sei diese besser ausgefallen: neun Prozent hätten nicht bestanden, genauso wie im Vorjahr.

Was die Landesschulen betreffe, so habe man das Schuljahr 2015/16 schon vorbereitet, da die Ressourcen vom Land zeitgerecht zur Verfügung gestellt worden seien, in den Bundesschulen sei man noch nicht so weit, es werde etwa noch zehn bis zwölf Tage dauern bis die Einstellungsliste fertig sei, so Landesschulrats-Präsident Helm. Der Bund stelle 800 Dienstposten zur Verfügung, man bräuchte aber 1.100, das Land komme dafür auf, um eine Klassenschülerhöchstzahl von 25 sicherzustellen. Was die Personalsituation anbelange habe man im Landeslehrerbereich 1.254 Bewerbungen, könne jedoch nur 139 davon anstellen, so Helm.

Der Landesschulrats-Präsident betonte, dass man mit den Rückgängen der Schülerzahlen stark zu kämpfen habe. „Von 2007 bis heute haben wir einen starken Rückgang", so Helm. Mit 24 Prozent sei dieser in den Polytechnischen Schulen am größten, in den Mittelschulen betrage er 15 Prozent und in der AHS-Unterstufe acht Prozent. Eine Steigerung gebe es nur in der Oberstufe mit neun Prozent.

Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, e-mail dieter.kraus@noel.gv.at.

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