20.03.2015 | 00:43

Flächendeckendes Anrufsammeltaxi-System „ISTmobil" startet am 1. April 2015 für den gesamten Bezirk Korneuburg

LR Wilfing: „Quantensprung in der öffentlichen Versorgung"

Präsentation des \"ISTmobil\"-Systems in Korneuburg: \"10 vor Wien\"-Regionssprecher Landtagsabgeordneter Ing. Hermann Haller und Verkehrs-Landesrat Mag. Karl Wilfing. (v.l.n.r.)
Präsentation des \"ISTmobil\"-Systems in Korneuburg: \"10 vor Wien\"-Regionssprecher Landtagsabgeordneter Ing. Hermann Haller und Verkehrs-Landesrat Mag. Karl Wilfing. (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Im Rahmen eines Pressegesprächs informierten Verkehrs-Landesrat Mag. Karl Wilfing, „10 vor Wien"-Regionssprecher Landtagsabgeordneter Ing. Hermann Haller und Korneuburgs Bürgermeister Christian Gepp, MSc über das flächendeckende Anrufsammeltaxi-System für den ganzen Bezirk Korneuburg „ISTmobil", das mit 1. April 2015 in Betrieb geht. Das System ist einmalig in Österreich und hat Vorbildcharakter im Bereich der Mobilität für den ländlichen Raum.

Mobilität sei eine Grundvoraussetzung und eine Voraussetzung dafür, dass der Wirtschaftskreislauf funktioniere, so Landesrat Wilfing. In Niederösterreich stehe man vor besonderen Herausforderungen, denn man habe sowohl Ballungsräume als auch periphere Gebiete zu bedienen. „Wir können pro Jahr 24,5 Millionen Zugkilometer und über 45 Millionen Buskilometer anbieten", so Wilfing. Der Bezirk Korneuburg bilde die Situation im gesamten Niederösterreich sehr gut ab, daher sei die Einführung des flächendeckenden Anrufsammeltaxi-Systems „ISTmobil" ein Pilotprojekt für ganz Niederösterreich. „Das ist ein Quantensprung in der öffentlichen Versorgung", so Wilfing. Die aktuell fünf derartigen Systeme werden dabei ins „IST-System" integriert.

Das Land Niederösterreich unterstütze das Projekt mit 46 Prozent, das sind rund 200.000 Euro. Abgeschlossen habe man zwischen Land, den 17 Gemeinden und den Betreibern einen Dreijahresvertrag. „Neue Mobilitätskonzepte brauchen ihre Zeit, um bekannt und angenommen zu werden", so Wilfing. Das Projekt sei „ein Zeichen einer guten Partnerschaft zwischen Land und Gemeinden des Bezirks", so der Landesrat.

Regionssprecher Haller betonte, dass im Nordraum von Wien unterschiedliche Voraussetzungen vorlägen. Es gebe Städte, aber auch kleine ländliche Regionen. Die Kleinregionen hätten sich enorm entwickelt, Lebensqualität werde hier durch den dörflichen Charakter und die Nähe zur Bundeshauptstadt groß geschrieben. „Zehn Regionen haben sich zu einer Energiezelle entwickelt", so Haller. Man arbeite daran, der Region eine „authentische Richtung" zu geben, Hauptthema sei dabei immer die Lebensqualität, wobei dabei die Mobilität eine große Rolle spiele.

„ISTmobil" sei eine „Ergänzung zum öffentlichen Verkehr", man wolle diesen dadurch noch attraktiver machen. „Damit können auch Punkte angefahren werden, die peripherer liegen", so Haller. Angesprochen werden sollen damit nicht nur ältere Menschen, die nicht mobil sind, sondern auch jüngere Menschen und auch Familien, die sich damit ein Zweit- oder Drittauto ersparen könnten. „Wir rechnen mit 50.000 Fahrten im Jahr. Nach einer Probezeit von drei Monaten werden wir evaluieren, die Gemeinden können ihre Wünsche einbringen und wir werden das System danach modifizieren und anpassen", so Haller.

Korneuburgs Bürgermeister Gepp bedankte sich dafür, dass das Projekt in so kurzer Zeit umgesetzt worden sei. Mit dem Zusammenschluss der bestehenden Anrufsammeltaxi-Systeme über Gemeindegrenzen hinweg sei die Region sehr gut versorgt. „Wir wollen, dass das ‚ISTmobil\' nicht nur von der älteren Generation genutzt wird, sondern auch jüngere Leute diese Möglichkeit nutzen und sie unabhängig von den Eltern sind, aber sicher ans Ziel kommen", so Gepp, der das Projekt als „beispielgebende Kooperation" bezeichnete.

Das neue System startet ab dem 1. April 2015 und ist zu fixen Betriebszeiten unterwegs: von Montag bis Donnerstag zwischen 6 und 22 Uhr, am Freitag von 6 bis 24 Uhr, am Samstag von 8 bis 24 Uhr und am Sonntag von 9 bis 18 Uhr. In Zukunft ist es möglich, sich zwischen insgesamt knapp 800 Haltepunkten innerhalb des gesamten Bedienungsgebietes, also beinahe im gesamten Bezirk Korneuburg, befördern zu lassen. Auch Bahnhöfe außerhalb des Bezirks und Haltestellen der Wiener Linien werden angebunden. Im Unterschied zu ähnlichen Mobilitätsprojekten ist bei „ISTmobil" keine Vereinsmitgliedschaft notwendig. Die Tarife orientieren sich an den bestehenden Tarifen im öffentlichen Verkehr und gelten immer pro Person. Bereits ab zwei Fahrgästen wird eine Gruppenermäßigung angeboten.

Die Nutzung von „ISTmobil" ist denkbar einfach: Unter einer einheitlichen Callcenter-Hotline wird das Taxi bestellt und ist dann innerhalb der vorgegebenen Bediengarantie von 30 bzw. 60 Minuten beim angegebenen Haltepunkt. Zusätzlich werden von der ISTmobil GmbH weitere Serviceleistungen angeboten. Dazu gehören unter anderem das Pendler-Abo für Berufstätige außerhalb und innerhalb der Region und die „mobilCard". Die „mobilCard" ermöglicht die bargeldlose Bezahlung der getätigten „ISTmobil"-Fahrten und die Abrechnung am Monatsende. Die „mobilCard" ist auch die Voraussetzung für die Teilnahme am Pendler-Abo. Dieses Service bindet ausgewählte Bahnhöfe zu bestimmten Zeiten in den Morgenstunden zu besonders günstigen Tarifen an. Weitere Funktionen wie eine Online-Buchungsplattform oder Gutscheine werden im Laufe des Probebetriebs umgesetzt. Die „mobilCard" kann kostenfrei direkt von „ISTmobil" bezogen werden. Das Bestellformular liegt ab März bei den beteiligten Gemeinden auf oder ist auch online unter http://www.istmobil.at/ abrufbar.

Nähere Informationen: Büro LR Wilfing, Florian Liehr, Telefon 02742/9005-12324, e-mail florian.liehr@noel.gv.at.

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