19.03.2015 | 09:15

Eröffnung der Ausstellungen „Navratils Künstler-Gästebuch" und „Die Klingebiel-Zelle" im Museum Gugging

LH Pröll überreichte Ehrenzeichen des Landes an Prof. Zambo

Ausstellungseröffnung von \"Navratils Künstler-Gästebuch\" im Museum Gugging: Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Standortmanagerin Marion Koller und Kurator Prof. Dr. Johann Feilacher. (v.l.n.r.)
Ausstellungseröffnung von \"Navratils Künstler-Gästebuch\" im Museum Gugging: Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Standortmanagerin Marion Koller und Kurator Prof. Dr. Johann Feilacher. (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Zwei Ausstellungen eröffnete Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gestern, Mittwoch, im Museum Gugging: „Navratils Künstler-Gästebuch", die zum ersten Mal alle Seiten des Gästebuchs von DDr. Leo Navratil zeigt und zu der ein Faksimilie des Gästebuchs als Katalog erschienen ist, und „Die Klingebiel-Zelle", eine Rauminstallation im Novomatic Salon. Im Rahmen der Ausstellungseröffnungen überreichte Pröll das „Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich" an Prof. Dr. Helmut Zambo.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten habe man in Niederösterreich „eine abwechslungsreiche Kulturszenerie geschaffen", so Landeshauptmann Pröll. Aufgabe der Kulturpolitik sei es, „den Künstlerinnen und Künstlern einen Rahmen zu geben, in dem sie sich entwickeln und entfalten können". Auf die Frage von Prof. Dr. Johann Feilacher, warum er Gugging immer unterstützt habe, sagte Pröll, dass wenn man einen Menschen mit einer derartigen Leidenschaft und einem Herz für Künstler wie Navratil treffe, mitgerissen und mitgetragen werde. „Wir haben gut daran getan, das Juwel zu erhalten, wie es seinerzeit war", so Pröll.

Zwei wesentliche Faktoren in der Kultur seien die öffentliche Hand und die privaten Sammler. „Wir sind reich an derartigen Institutionen", das ermögliche die Chance, „den Abwechslungsreichtum zu erhöhen", so Pröll. „Wir setzen auch am Weg in die Zukunft auf diese Kooperation und dieses Engagement", so der Landeshauptmann. Auch die öffentliche Hand habe „eine entsprechende Verantwortung", deshalb gehe man gerade sehr intensiv daran, „die Galerie der Zeitgenossen in Krems zu realisieren". Diese werde nicht nur architektonisch etwas Besonderes, sondern „eine Ergänzung im gesamten musealen Bereich", so Pröll. Man habe daran gearbeitet, die Zutrittsschwelle zu Kunst und Kultur niedrig zu halten. „Die Galerie Niederösterreich ist eine Chance zusätzlich einen Schritt in diese Richtung zu gehen", so der Landeshauptmann.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir eine Persönlichkeit, die internationalen Ruf genießt, auf niederösterreichischer Seite wissen würfen", so Pröll über Prof. Zambo. Er sei einer der Ersten gewesen, „der Art Brut anerkannt, aufgegriffen und letztendlich getragen hat", so der Landeshauptmann. Zambo sei über viele Jahrzehnte Begleiter der Kultur in Niederösterreich gewesen und stehe mit Rat und Tat zur Seite. „Sie sind durch Ihre Arbeit ein Botschafter für die niederösterreichische Kultur auf internationaler Ebene", so Pröll zu Zambo. Durch sein Wohnmuseum in Deutschland trage er dazu bei, zu zeigen, „was sich in der Kulturszenerie Niederösterreichs tut".

„‚Navratils Künstler-Gästebuch‘ ist eine ganz besondere Ausstellung, sie entstammt nämlich aus einem einzigen Buch", so Prof. Feilacher, der die Entstehung dieses Gesamtwerks skizzierte. DDr. Leo Navratil, Psychiater der Heil- und Pflegeanstalt Gugging und Entdecker der Künstler aus Gugging, legte um 1970 ein besonderes Gästebuch an, dessen Ursprung ein altes Kunstbuch war. Viele der Gugginger Künstler, als auch Künstler auf Besuch wie Alfred Hrdlicka, Franz Ringel und Arnulf Rainer verewigten sich in diesem. In dem Buch habe sich somit die Avantgarde der Kunst mit den späteren Künstlern von Gugging vereint, so Freilacher. So seien „Werke entstanden, die eine absolute Rarität in der österreichischen Kunstgeschichte darstellen" und damit bekomme das Buch „eine Einmaligkeit als historisches und künstlerisches Dokument", so Freilacher. Dauer der Ausstellung ist bis 23. August.

Projektleiter Prof. Dr. Andreas Spengler skizzierte die Handlungsstränge zur Ausstellung „Die Klingebiel-Zelle". Julius Klingebiel (1904-1965) bemalte von 1951 bis 1963 die Wände seiner Einzelzelle im Verwahrungshaus in Göttingen mit farbigen Landschaften, Tieren, menschlichen Figuren, Wappen und Symbolen, die er mit linearen Elementen zu strukturieren versuchte. Immer wieder ergänzte und übermalte er einzelne Partien des etwa 9,25 Quadratmeter großen Raumes und definierte somit auch die räumliche Begrenzung auf neue Weise. Im Novomatic Salon wird bis 11. Oktober eine 2013 entstandene fotografische Rauminstallation dieser Zelle gezeigt.

Prof. Dr. Helmut Zambo ist einer der bedeutendsten Sammler von Art Brut. Er ist einer der Haupt-Leihgeber des Museum Gugging und mit diesem Haus besonders verbunden. Er kennt die Künstler und ihre Kunst seit vielen Jahrzehnten und unterstützt die Projekte wie das Museum. Er ist Vorstand der Privatstiftung „Künstler aus Gugging" und Vorstandsmitglied des Vereins „Freunde des Hauses der Künstler in Gugging".

Nähere Informationen: Museum Gugging, Telefon 02243/87 087, e-mail museum@gugging.at, http://www.gugging.at/.

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Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überreichte Prof. Dr. Helmut Zambo das \"Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich\".
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überreichte Prof. Dr. Helmut Zambo das \"Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich\".© NÖ LandespressedienstReinbergerDiese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überreichte Prof. Dr. Helmut Zambo das \"Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich\".

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