19.02.2015 | 10:28

Tal der Fledermäuse mitten im Naturland Niederösterreich

LR Pernkopf: „Sind uns unserer Verantwortung bewusst"

Das Europaschutzgebiet Kremstal hat sich als wahre Fundgrube für Fledermausforscher erwiesen. Insgesamt 22 Fledermausarten konnten dort auf Initiative der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) aufgespürt werden. Neben Mopsfledermaus, Wimpernfledermaus und Kleiner Hufeisennase sogar die Bechsteinfledermaus, eine der seltensten Urwaldfledermäuse in Österreich. Sie leben bevorzugt in urwaldartigen Wäldern, alten Bäumen und großen Baumhöhlen. Im Projektgebiet wurde auch die größte Fledermauskolonie des Landes ausgemacht: In einer Kirche bei Obermeisling bringen Jahr für Jahr etwa 3.000 Weibchen des Großen Mausohrs ihre Jungen zur Welt und erbeuten in den Wäldern der Umgebung jeden Sommer mehr als 5.000 Kilogramm Insekten.

„In unserer Umgebung verbirgt sich oft eine unglaubliche Fülle an Naturreichtum, der erst bei genauerem Hinsehen zum Vorschein kommt. Wir im ‚Naturland Niederösterreich‘ können uns glücklich schätzen über diese Vielfalt und sind uns auch unserer Verantwortung dafür bewusst", zeigt sich Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf von den Ergebnissen beeindruckt.

Wo ausreichend Alt- und Totholz, sind auch die darauf spezialisierten Käferarten nicht weit. Hirschkäfer, Scharlachkäfer, Eremit und großer Eichenbock konnten nachgewiesen werden, aber auch der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer, ein besonderes Naturjuwel und in ganz Europa vom Aussterben bedroht. Er verbringt sein Leben in großen Mulmhöhlen am Fuß mächtiger Buchen und Eichen. Dass drei Viertel der in Österreich bekannten Vorkommen dieser Art hier anzutreffen sind, unterstreicht die Bedeutung des Kremstals als Europaschutzgebiet.

Das Naturerbe mit seiner Artenvielfalt zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben, sehen die Projektpartner auch weiterhin in ihrer Verantwortung. „Voraussetzung ist eine umsichtige und naturnahe Waldbewirtschaftung, die den ökologischen Anforderungen, den gesellschaftlichen Bedürfnissen und den wirtschaftlichen Erfordernissen gleichermaßen Rechnung trägt", betont Georg Erlacher, Vorstand der Österreichischen Bundesforste. 

„Ob im Wildnisgebiet Dürrenstein, in den Biosphärenpark-Kernzonen im Wienerwald oder hier im Kremstal - die umsichtige Waldbewirtschaftung zeichnet die Österreichischen Bundesforste als verlässlichen und kompetenten Partner für die Sicherung der Artenvielfalt in Niederösterreich aus", so Pernkopf.

Finanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union, vom Land Niederösterreich und von den Österreichischen Bundesforsten.

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, DI Jürgen Maier, Telefon 02742/9005-12704, e-mail lr.pernkopf@noel.gv.at, Österreichische Bundesforste, Mag. Pia Buchner, Telefon 02231/600-2120, e-mail pia.buchner@bundesforste.at.

 

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