21.01.2015 | 11:30

NÖ Frauenstudie 2014/2015 zum Thema Belastungsfaktor Beruf

Schwarz: Gemeinsam eingefahrene Rollenbilder aufbrechen

Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Prof. Dr. Rotraud A. Perner (von links) präsentierten in St. Pölten die NÖ Frauenstudie 2014/2015 zum Thema Belastungsfaktor Beruf.
Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und Prof. Dr. Rotraud A. Perner (von links) präsentierten in St. Pölten die NÖ Frauenstudie 2014/2015 zum Thema Belastungsfaktor Beruf.© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

„63 Prozent der erwerbstätigen Frauen geben an, dass sie die Mehrfachbelastung Beruf, Haushalt und Kinderbetreuung tatsächlich als belastend empfinden und psychische und/oder physische Auswirkungen auf ihre Gesundheit spüren. Zusätzlich stellen sich Frauen selbst hohe Ansprüche, sind pflichtbewusst, messen ihren eigenen Fehlern große Bedeutung zu und nehmen sich nur wenig Zeit für Ausgleich. So sagt ein Viertel der unselbstständig Erwerbstätigen bzw. ein Drittel der Unternehmerinnen, dass sie Freizeitaktivitäten und Hobbys gestrichen haben", sagte Landesrätin Mag. Barbara Schwarz am heutigen Mittwoch bei der Präsentation der NÖ Frauenstudie 2014/2015 über die psychische Beanspruchung und Stressfaktoren im Beruf bei Frauen in Niederösterreich.

„Wo das Land Arbeitgeber ist, bemühen wir uns um Rahmenbedingungen, die es Frauen leichter machen, Beruf und Familie zu vereinen", sprach die Landesrätin Maßnahmen wie den Papamonat, Betriebskindergärten, Eltern-Kind-Büros, Vereinbarkeitsberatung, Coaching für Führungskräfte, Seminare zur Stressprophylaxe u. a. an. Auch die NÖ Charta zur Vereinbarkeit hätten bereits mehr als 100 Unternehmen unterschrieben.

Zwei Drittel der Männer würden angeben, in Karenz zu gehen, drei Viertel in der Karenz auch einen Teilzeitjob annehmen, aus Angst um ihre Karriere etc. täten es aber viel weniger, betonte Schwarz. „Das zeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam eingefahrene Rollenbilder aufzubrechen und ein toleranteres Rollenbild zu entwerfen. Nach dem Kindergarten ab zweieinhalb Jahren wird es daher in Niederösterreich eine weitere Offensive geben, in deren Rahmen in den nächsten Jahren 55,4 Millionen Euro in den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen investiert werden", so die Landesrätin.

Prof. Dr. Rotraud A. Perner, Autorin der Studie, führte aus, es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen belastbarer seien und eine größere Multitasking-Fähigkeit hätten, das sei aber nicht gesundheitsfördernd. Frauen fühlten sich im Beruf auch für das Gesamtsystem und die Kollegenschaft verantwortlich, das führe zu zusätzlichen Belastungen. Die Schwierigkeit abzuschalten und der Umstand, die Arbeit mit ins Privatleben zu nehmen, führten zu Arbeitszeiten von fast 60 Stunden pro Woche, die mangelnde Work-Life-Balance bedinge Verspannungen, Schlafstörungen etc. Ausgleich und Entspannung seien dringend notwendig, Frauen trauten sich aber nicht, egoistisch zu sein und nur auf sich zu schauen. Deshalb werde auch an Freizeitaktivitäten, der Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen u. a. gespart, obwohl das Angebot in Niederösterreich in diesem Bereich sehr groß sei. Dazu passe auch, dass 80 Prozent der befragten Frauen angeben, ein bis zwei Mal pro Jahr zu arbeiten, obwohl sie eigentlich krank seien.

Perner wird auch am 23. Februar im Niederösterreichischen Landhaus in St. Pölten den Auftakt einer Workshop-Reihe zum Thema Stressprophylaxe leiten; Beginn ist um 16 Uhr.

Nähere Informationen beim Büro LR Schwarz unter 02742/9005-12655, Mag. (FH) Dieter Kraus, e-mail dieter.kraus@noel.gv.at.

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