11.12.2014 | 10:33

Bibliotheken im Klösterreich

Vielerorts Führungen durch die Welt des Wissens

Die Bibliotheken in den Klöstern waren einst die ersten Schreibschulen, in denen großartige Handschriften entstanden. Dort wurden sie Jahrhunderte lang genutzt, aber auch bewahrt, wobei für die Aufbewahrung der Bücher kostbare Räume geschaffen wurden - viele der Bibliotheken erstrahlen in barocker Pracht. Zugänglich sind diese geistigen Schätze der Klöster - der reichhaltige Buchbestand bildet mit insgesamt rund 1,8 Millionen Stück sozusagen den Grundstock der vernetzten Welt - vielerorts im Rahmen von Bibliotheksführungen, bei denen Besucher eingeladen sind, in die hochinteressante Welt des überlieferten Wissens einzutauchen:

So präsentiert sich der von Joseph Mungennast und Paul Troger gestaltete Prunksaal der Bibliothek von Stift Altenburg, in dem die Bücherkästen mit ihren ca. 10.000 Bänden fast in der Wand verschwinden, als Tempel des Geistes, der Wissenschaft und Erkenntnis. Für die Mönche ist die Bibliothek der Ort des Studiums, der „lectio", die geistliche Lesung ist einer der Grundpfeiler des benediktinischen Tagesablaufes (nähere Informationen: 02982/3451-14, e-mail altenburg@kloesterreich.at und http://www.stift-altenburg.at/).

Auch im Stift Geras zählt die Bibliothek zu den interessanten Kunstschätzen des Stiftes. Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Fresken von Josef Winterhalder gestaltete Bibliothek umfasst insgesamt ca. 18.000 Bände, 20 mittelalterliche Handschriften und 65 Inkunabeln (nähere Informationen: 02912/345-289, e-mail geras@kloesterreich.at und http://www.stiftgeras.at/).

Die in der Klausur gelegene und daher nicht für Führungen zugängliche Stiftsbibliothek Göttweig ist seit der Gründung des Klosters im Jahr 1083 kontinuierlich gewachsen und umfasst mittlerweile rund 145.000 Bände, darunter 1.150 Handschriften und 1.100 Inkunabeln. Den Schwerpunkt der Werke bilden Theologie, Philosophie sowie Geschichtswissenschaft (nähere Informationen: 02732/85581-231, e-mail goettweig@kloesterreich.at und http://www.stiftgoettweig.at/).

Die Stiftsbibliothek des Stiftes Heiligenkreuz wiederum ist derzeit noch zugleich die Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI., der die Salesianer Don Boscos zuletzt einen Großteil ihrer Bibliothek mit 265.000 Bänden hochwertiger theologischer und philosophischer Fachliteratur übergeben haben (nähere Informationen: 02258/8703-166, e-mail bibliothek@stift-heiligenkreuz.at und http://www.stift-heiligenkreuz.org/).

Als Studiersaal versteht sich auch die spätbarocke Bibliothek des Stiftes Herzogenburg mit Ornamentmalerei von Domenico Francia. Dieser Teil der Stiftsbibliothek, die insgesamt 60.000 Bände umfasst, ist mit ca. 20.000 Werken aus dem 18. Jahrhundert bestückt; die älteste Handschrift ist ein Psalterium aus dem 12. Jahrhundert (nähere Informationen: 02782/83112, e-mail herzogenburg@kloesterreich.at und http://www.stift-herzogenburg.at/).

Die Stiftsbibliothek von Klosterneuburg ist mit ihren ca. 300.000 Bänden, über 800 Inkunabeln und über 1.200 mittelalterlichen Handschriften die größte wissenschaftliche Privatbibliothek Österreichs. Zu den ältesten illuminierten Manuskripten zählen zwei mit dem Stifter des Klosters, Markgraf Leopold III., dem Heiligen, in Zusammenhang gebrachte Manuskripte (nähere Informationen: 02243/411-200, e-mail bibliothek@stift-klosterneuburg.at und http://www.stift-klosterneuburg.at/).

Die Klosterbibliothek des Stiftes Lilienfeld wurde im 13. Jahrhundert gegründet und zu Beginn des 18. Jahrhunderts um eine barocke Saalbibliothek erweitert. Die um 1730 geschaffene Bibliothek umfasst 39.000 Neudrucke, 119 Wiegendrucke und 226 Handschriften (nähere Informationen: 02762/52420, e-mail lilienfeld@kloesterreich.at und http://www.stift-lilienfeld.at/).

Im 1089 gegründeten Stift Melk entstand der heutige Bibliothekstrakt ebenfalls zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Zuge des hochbarocken Neubaus der Klosteranlage; das Deckenfresko mit Allegorien der einzelnen Wissenschaften und Künste von Paul Troger datiert mit 1731. Die Bibliothek umfasst zurzeit insgesamt ca. 100.000 Bände, darunter ca. 1.800 Handschriften und 750 Inkunabeln (nähere Informationen: 02752/555-225, e-mail melk@kloesterreich.at und http://www.stiftmelk.at/).

Im Stift Seitenstetten wurde die Bibliothek 1763 durch Architekturmalerei von Franz Joseph Wiedon umgestaltet, dabei wurden auch sämtliche Bücher des Hauptsaales mit einem weißen Rücken versehen, um einen einheitlichen Raumeindruck zu gewinnen. Die Stiftsbibliothek umfasst insgesamt rund 90.000 Bände, 277 Inkunabeln, 270 mittelalterliche Handschriften und eine Globensammlung (nähere Informationen: 07477/42300-0, e-mail seitenstetten@kloesterreich.at und http://www.stift-seitenstetten.at/).

Die Buchbestände der wiederum von Joseph Munggenast und Paul Troger gestalteten Stiftsbibliothek Zwettl schließlich reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die 420 mittelalterlichen Codices sind vollständig wissenschaftlich katalogisiert und werden gemeinsam mit den 377 Inkunabeln in einem 2009 neu eingerichteten Depotraum gelagert; etwa 30 Prozent der Handschriften liegen bereits voll digitalisiert vor. Der zweigeschossige Raum mit Galerie beherbergt etwa 28.000 Bücher, vorwiegend aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Etwa 37.000 Bücher des neueren Bestands (seit ca. 1890) sind vollständig elektronisch erfasst und werden in einem 2011 errichteten neuen Depot mit einer Regallänge von rund zwei Kilometern unter dem barocken Saal aufbewahrt (nähere Informationen: 02822/20202-17, e-mail zwettl@kloesterreich.at und http://www.stift-zwettl.at/).

Nähere Informationen auch bei der Klösterreich-Geschäftsstelle unter 02735/5535-0, e-mail info@kloesterreich.at und http://www.kloesterreich.at/.

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