27.02.2014 | 13:05

Unterstützung für Lehrlinge in Niederösterreich

LH-Stv. Sobotka: „Vereinheitlichung und größere Transparenz"

Unterstützung für Lehrlinge: Wirtschaftskammer-Präsidentin KR Sonja Zwazl (links) und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka (rechts) mit den Lehrlingen Nicole Pflügler und Christian Burgstaller im Gasthof Winkler in St. Pölten.
Unterstützung für Lehrlinge: Wirtschaftskammer-Präsidentin KR Sonja Zwazl (links) und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka (rechts) mit den Lehrlingen Nicole Pflügler und Christian Burgstaller im Gasthof Winkler in St. Pölten.© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Gasthof Winkler in St. Pölten informierten Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka und Wirtschaftskammer-Präsidentin KR Sonja Zwazl heute, Donnerstag, unter dem Titel „Unterstützung für unsere Lehrlinge" über die neue Förderschiene des Landes Niederösterreich. Das wichtigste dabei sei, „punktgenau zu fördern". Ziel sei es, „dem die Unterstützung zu geben, der sie braucht", aber auf der anderen Seite auch besondere Leistungen zu würdigen, so Landeshauptmann-Stellvertreter Sobotka.

Die duale Ausbildung solle man „als Ausbildung des Lernens und des Persönlichkeitsentwickelns sehen", so Sobotka. Auch wenn man nicht in diesem Beruf bleibe, so sei die Lehrlingsausbildung eine „ungeheure solide Ausbildung für das gesamte Berufsleben". „Denn viele Lehrberufe können in den verschiedensten Sparten dann schlussendlich die Grundlage für späteres berufliches Leben sein", so Sobotka. So komme es vor, dass es im Leben mehrmals zu einem Wechsel des Berufes und damit oft auch der Sparten komme. „Umso wichtiger ist es, ein umfassendes gutes Ausbildungsprogramm als Jugendlicher zu bekommen, um die Fundamente für berufliches Leben zu haben", so der Landeshauptmann-Stellvertreter.

„Wir können in Niederösterreich sehr stolz sein, dass die Lehre durchaus sehr attraktiv ist", so Sobotka. Bei einem Geburtenjahrgang mit ca. 15.000 Geburten würden später zwei Drittel in die Lehre gehen „Das ist auch für die Zukunft ganz wichtig. Um die Attraktivität zu erhalten, ist es unsere besondere Aufgabe, dass diese Lehrberufe auch in der künftigen Situation attraktiv sind für die jungen Menschen, die sich mit 13, 14, 15 Jahren orientieren, wohin sie sich mit ihrer Ausbildung bewegen", so Sobotka.

In Hinblick auf die demografische Entwicklung sei es eine ganz wesentliche Aufgabe, genügend Lehrlinge zu haben und qualifizierte Menschen in die Lehre zu bringen. Dass eine Lehre auch durchaus attraktiv ist, verdeutlichte Sobotka anhand der Einkommenssituation an einem Beispiel: Das Medianeinkommen in Österreich liege bei einem Bruttomonatsgehalt von 1.931 Euro, Lehrberufe wie Maurer hätten ein Einstiegsgehalt von monatlich 2.300 Euro brutto. Auch das Einkommen der Metallfacharbeiter liege darüber. „Das heißt, dass die ausgebildeten Lehrlinge dann auch mit einer guten Lohnsituation rechnen können", so Sobotka.

Das entscheidendste bei der Berufswahl sei aber die persönliche Neigung und die Zufriedenheit mit der Arbeit. „Das ist der wesentliche Motor, und auch der ist in Niederösterreich wirklich gut gegeben. Wir sehen das an vielen Indikatoren wie Produktivität, Krankenstandstage wie letzten Endes auch Engagement für das Unternehmen", so Sobotka. Wesentlich sei es aber auch, sich damit auseinanderzusetzen, wie man die Lehrlinge bestens unterstützen könne.

In der Vergangenheit habe es eine Fülle an Förderungen gegeben, die nun zusammengefasst werden. Aus über 4.000 Einzelanträgen sei ein Formular für die Abwicklung der Förderungen kreiert worden. Das Ziel dabei sei, die Förderungen „leichter, transparenter und übersichtlicher" zu machen. Die Lehrlingsförderung 2014 bestehe aus drei grundsätzlichen Säulen: Die Mobilitätsförderung sei dafür gegeben, um jenen einen Beitrag zu geben, die längere Fahrtstrecken auf sich nehmen. Was die Lehrlingsbeihilfe betrifft, wurde von den einzelnen Einkommensarten auf ein Gesamtfamilieneinkommen und von netto auf brutto umgestellt. „Damit sind auch die Bemessungsgrundlagen größer geworden, um die Förderung in Anspruch nehmen zu können", so Sobotka. Dritte Säule sei die Begabtenförderung, um die jährlich mehr als 1.000 Lehrlinge ansuchten. Vorteil der „Lehrlingsförderung neu" seien eine „klare Zusammenfassung, eine Vereinheitlichung und eine größere Transparenz".

Derzeit hätte man mehr Lehrstellen als Lehrstellensuchende, so Sobotka. Was die Jugendarbeitslosigkeit betreffe, sei diese im Vergleich zur Arbeitslosigkeit älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger deutlich geringer und mit fünf Prozent ein österreichweiter und auch europäischer Spitzenwert, so der Landeshauptmann-Stellvertreter. Grund dafür sei vor allem die duale Ausbildung. Sobotka bedankte sich bei Wirtschaftskammer-Präsidentin Zwazl und auch beim AMS mit Karl Fakler für die gute und erfolgreiche Kooperation.

Wirtschaftskammer-Präsidentin Zwazl schloss sich dem Dank an: „Bei uns in Niederösterreich ziehen wirklich alle an einem Strang, wenn es darum geht, unserer Jugend eine erfolgreiche Ausbildung und somit unseren Betrieben auch ein weiteres gutes Fortbestehen zu ermöglichen." Laut einer Umfrage in den Betrieben Niederösterreichs seien für 85 Prozent der Befragten „gut ausgebildete motivierte Fachkräfte" das wichtigste.

„Junge Menschen sind Rohdiamanten, sie brauchen den richtigen Schliff. Man muss ihnen aber auch sagen, wo ihre Begabungen sind", so Zwazl. Gemeinsam mit dem Land NÖ gebe es daher die Initiative „Begabungskompass", bei dem der Talentecheck mit der Potenzialanalyse verschmolzen wurde. Dieser werde flächendeckend in ganz Niederösterreich angeboten. Verstärkt sei die Wirtschaftskammer nun auch in den AHS unterwegs, da es nach der Matura durchaus eine Alternative sei, einen Lehrberuf zu ergreifen.

Sechs Lehrstellenberater der Wirtschaftskammer Niederösterreich seien in den Betrieben Niederösterreichs unterwegs, um bei der Lehrlingsausbildung zu unterstützen, aber auch Konfliktberatungen durchzuführen. Zudem gebe es die Initiative der Gratis-Nachhilfe gemeinsam mit dem AMS. 90 Prozent, die diese in Anspruch genommen hätten, hätten damit die Berufsschule erfolgreich geschafft, so Zwazl, die betonte, dass die Lehre eine tolle Ausbildung sei und ihr die jungen Menschen am Herzen liegen.

Im Zeitraum von 1. Dezember 2012 bis 30. November 2013 hätten 6.000 Lehrlinge ihre Lehrabschlussprüfung gemacht, davon 750 mit Auszeichnung. „Da sieht man, dass unsere Jugend schon ein tolles Potenzial hat und dass sie gut ausgebildet wird", so Zwazl.

Nähere Informationen: Büro LH-Stv. Sobotka, Mag. (FH) Eberhard Blumenthal, Telefon 02742/9005-12221, e-mail eberhard.blumenthal@noel.gv.at.

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