09.08.2012 | 09:44

Tag der offenen Tür in Haselbach

Archäologische Ausgrabung erforscht den Michelberg und seine Kirchen

Zu Maria Himmelfahrt am Mittwoch, 15. August, haben Archäologie-Interessierte die Möglichkeit, sich über die Ausgrabungen der Kirchen am Michelberg in Haselbach zu informieren. Ab 10 Uhr gibt Dr. Ernst Lauermann, der Landesarchäologe Niederösterreichs und Leiter des Urgeschichtemuseums Niederösterreich in Asparn an der Zaya, einen Überblick zu den bisherigen Ergebnissen.

Erforscht werden die verschiedenen Kirchen am Michelberg von Dr. Lauermann und seinem Team seit 2010: Bereits um das Jahr 1000 soll es eine Pfarrkirche gegeben haben, die letzte Bergkirche wurde jedenfalls 1783 unter Kaiser Josef II. abgerissen. 1866 wurde die jetzige Kapelle errichtet, jedoch an einer ganz andern Stelle. 2010 konnten nach Radarmessungen der Apsisbereich der barocken Kirche und die beiden Anbauten teilweise ausgegraben werden, auch vorbarockzeitliche Fundamente wurden bereits entdeckt. Dabei wurden auch über 50 Kindergräber gefunden, die nicht zur Barockkirche, sondern zu einem Vorgängerbau gehören müssen, wurde doch bei der Errichtung der Kirche 1741 auf sie keine Rücksicht genommen.

2011 gelang es, den unmittelbaren Vorgängerbau der Barockkirche zu finden. Die genauen Ausmaße dieser Kirche, in der 1704 „das schwitzende Marienbild" Ziel einer wichtigen Wallfahrt war, konnten allerdings bisher noch nicht festgestellt werden. Sicher ist, dass diese Kirche wesentlich kleiner als der barocke Bau war, Kellerfundamente und weitere Mauerreste wurden dabei in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert.

2012 wurde nun der gesamte barocke Kirchenbau bis zum an der Westseite gelegenen Eingang großteils freigelegt. Direkt südlich an der barocken Kirche ist ein mehrräumiger Anbau entdeckt worden, in dem sich u. a. auch die Reste eines Brotbackofens mit vorgelagerter Aschengrube erhalten haben. Im Innenbereich der Barockkirche wurden auch die vier mal vier Meter großen Fundamentreste eines Turmes entdeckt, der zu einem Vorgängerbau gehören dürfte. Unter den zahlreichen Münzfunden datiert der älteste, eine Silbermünze des ungarischen Königs Salomo, ins 11. Jahrhundert.

Heuer wurde zudem von der Abteilung Kunst und Kultur beim Amt der NÖ Landesregierung ein Projekt zur Kunst im öffentlichen Raum für dieses beliebte Ausflugsziel ausgeschrieben, an dem seit einigen Jahren auch der „Weinviertler Jakobsweg" vorbeiführt. Nach den archäologischen Grabungen soll es die Forschungsergebnisse zu der einst mächtigen Wallfahrtskirche, die weit über die Grenzen der Region hinaus Bedeutung hatte, verdeutlichen und für die Öffentlichkeit sichtbar machen.

Nähere Informationen beim Urgeschichtemuseum Niederösterreich unter 0664/60 49 92 81, MMag. Renate Heger, e-mail renate.heger@urgeschichte.at und http://www.urgeschichte.at/.

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