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Investitionen in die Entwicklung von Waldgebieten und Verbesserung der Lebensfähigkeit von Wäldern (Artikel 21)





Die Maßnahme Investitionen in die Entwicklung von Waldgebieten und Verbesserung der Lebensfähigkeit von Wäldern (Artikel 21) beinhaltet folgende Vorhabensart:

Investitionen zur Stärkung von Resistenz und ökologischem Wert des Waldes - Öffentlicher Wert und Schutz vor Naturgefahren (8.5.1)



Förderungsziele

  1. Verbesserung der schutzwirksamen, ökologischen und gesellschaftlichen Wirkungen des Waldes
  2. Schutz vor Naturgefahren
  3. Erhaltung, Verbesserung und Gestaltung von Trinkwasserressourcen des Waldes



Allgemeine Informationen

Die Abgabe und Entgegennahme des Förderantrages stellt keine automatische Genehmigung oder Förderzusage dar, und es besteht kein Anspruch auf Förderung.

Weiters wird darauf aufmerksam gemacht, dass das Eingangsdatum des Förderantrages als frühestmöglicher Zeitpunkt für die Anerkennung von Kosten gilt. Ein Projektbeginn vor dem Einreichdatum (z.B. Inanspruchnahme von Dienstleistungen) bedeutet den Ausschluss von der Förderung.

Jegliche Ausgaben seitens des  Förderungswerbers bis zu einer allfälligen schriftlichen Förderzusage durch die Bewilligende Stelle erfolgen auf eigene finanzielle Verantwortung.

Eine allfällige Bewilligung (Förderzusage) kann erst nach Vorlage eines formal vollständigen Antrags mit allen erforderlichen Antragsunterlagen und nach dem Durchlaufen des Auswahlverfahrens auf Basis der zur Verfügung stehenden Finanzmittel erfolgen.

Es wird empfohlen, eine Beratung durch den Forstberater der zuständigen Bezirksforstinspektion bzw. Bezirksbauernkammer in Anspruch zu nehmen und gleich vollständige Anträge sh. Punkt Antrag (Antrag auf Fördermittel inkl. Verpflichtungserklärung, FORST PROJEKT Spezifikation VHA 8.5.1 (Waldbau) inkl. Projektbeschreibung, Lageplan, Beratungsprotokoll bei Beanspruchung einer Forstberatung  einzureichen.

Gefördert werden z.B. Aufforstungen, Pflege von Beständen, Verjüngungseinleitung inkl. Bringung, Schutzmaßnahmen gegen Schneeschub und Steinschlag oder Querfällungen usw. (sh. nachfolgende Beschreibung).

Einreichstelle: zuständige Bezirksforstinspektion oder LF4 - Abteilung Forstwirtschaft beim Amt der NÖ Landesregierung




Förderungsvoraussetzungen

Vorhaben gemäß Punkt 26.2.4 und 26.2.3 befinden sich in einem regionalen Schwerpunktgebiet auf Basis

  • des Waldentwicklungsplanes gemäß § 9 Forstgesetz 1975 (Waldflächen mit mittlerer bis hoher Schutz- oder Wohlfahrtsfunktion) oder
  • der Bezirksrahmenpläne (Waldflächen mit Objektschutzwirkung) oder
  • von Wasserschutz und -schongebieten gemäß Wasserrechtsgesetz

Bei Vorliegen einer flächenhaften Gefährdung des Bewuchses durch jagdbare Tiere gemäß § 16 Abs. 5 Forstgesetz 1975 ist eine Förderung nicht möglich.

Betriebe ab einer Größe von 100 ha Waldfläche haben waldbezogene Pläne vorzuweisen.

Die Vorhaben orientieren sich an der natürlichen Waldgesellschaft mit der entsprechenden Baumartenwahl und -mischung und sind den örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten als Fördervoraussetzung - Schwerpunktsetzung in Niederösterreich

Bodenvorbereitung/Mulchen
Förderung nur im Zusammenhang mit Schutzwaldsanierung oder bei Vorbewuchs mit Robinie/Götterbaum im Zuge einer geförderten Aufforstung bzw. im Zuge von Schutzwaldsanierung. Spezifizierung des Projektes im Antragsformular „FORST PROJEKT Spezifikation VHA 8.5.1 (Waldbau)", Lageplan.  

Aufforstung (Aufforstung nach Schadereignis, Bestandesumwandlung, Ergänzung von Naturverjüngung, Unterbau)

Grundlage für die Aufforstungsförderung sind die Waldbaulichen Empfehlungen für die Waldbewirtschaftung in Niederösterreich"

Generell gilt die Orientierung an der natürlichen Waldgesellschaft (mind. 3/10 Mischbaumartenanteil od. Baumartenanteile entsprechend der natürlichen Waldgesellschaft), bei einer Bestandesumwandlung muss es zu einer Verbesserung um 3/10 Richtung natürliche Waldgesellschaft im Vergleich zum Vorbestand kommen. 

Baumartenanteile werden in Abhängigkeit vom Standort (Relief, Höhenstufe, Wuchsgebiete,....) anhand der getrennt nach Wuchsgebieten festgelegten Bestockungszieltypen (BZT) der „Waldbaulichen Empfehlung für die Waldbewirtschaftung in Niederösterreich" abgeleitet (siehe Seite 30/31).

Ableitung der Bestockungszieltypen:

  • Wuchsgebiet
  • Höhenstufe/natürliche Waldgesellschaft
  • Lage/Relief
  • Geologie/Boden
  • ->Tabelle Bestockungszieltypen je Wuchsgebiet
  • ->Tabelle Mischbaumarten je Wuchsgebiet

Auf Flächen größer 0,3 ha kommen die Bestockungszieltypen zur Anwendung. Mindestanteile der Hauptbaumarten müssen erfüllt sein. Darüber hinaus dürfen geeignete Mischbaumarten verwendet werden.

Auf Flächen kleiner 0,3 ha bzw. bei mehreren kleinen Flächen kleiner 0,3 ha besteht die Möglichkeit nur eine Haupt-/Mischbaumart je Teilfläche (außer Gastbaumarten und Fichte) zu verwenden.

Gastbaumarten und Fichte rein bzw. in Mischung miteinander werden nicht gefördert.

Bei der Nachbesserung werden keine Gastbaumarten und keine Fichte gefördert.

Bei der Ergänzung von Naturverjüngung werden ebenfalls keine Gastbaumarten gefördert und die Fichte nur in höheren Lagen ab tiefmontaner Stufe aufwärts. Für die Nachbesserung ist ein Nachweis von der Bezirksforstinspektion erforderlich, dass aufgrund der extremen Witterung mehr als 30% ausgefallen ist.

Der Unterbau wird nur mit Rotbuche und Weißtanne gefördert.

Es sind geeignete Pflanzenherkünfte zu verwenden (sh. z.B. www.herkunftsberatung.at, Herkunftsempfehlung des BFW) und der Förderwerber hat erforderlichenfalls Maßnahmen gegen Wildeinwirkung durchzuführen. 

Aus Gründen der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit wird die maximale förderbare Pflanzenzahl mit 4.500 Stk./ha festgelegt.

Feuerbrandwirtspflanzen (Sorbus, Pyrus, Malus) werden nicht gefördert.

Der maximale Fichtenanteil ist geregelt durch Wuchsgebiet und Höhenstufe (kollin - nur im Wuchsgebiet 7.2  - 20%, submontan - 30% bzw. 40% (Buchen BZT), tiefmontan - 50%, mittelmontan - 70%, hochmontan aufwärts - 90 % nur auf natürlichen Fichtenstandorten).

Für Aufforstungen ist eine Projektbeschreibung je Teilfläche (Teilflächengröße, Bestockungszieltyp, Baumartenanteile, Pflanzverband, Mischung, Kennzahl Waldentwicklungsplan,.....)  notwendig, entweder anhand der Spezifizierung des Projektes im Antragsformular „FORST PROJEKT Spezifikation VHA 8.5.1 (Waldbau)" sh. Ausfüllhilfe für FORST PROJEKT Spezifikation (beinhaltet auch eine Auflistung für Projektbeschreibung) oder anhand eines Beratungsprotokolls im Zuge einer Forstberatung durch den Forstberater der zuständigen Bezirksforstinspektion bzw. Bezirksbauernkammer. Es ist ein Lageplan beizulegen mit den durchnummerierten Teilflächen.

Pflege bis 10 m Oberhöhe

  • Standraumregulierung, Mischwuchsregulierung (keine Kulturpflege)
  • Mischbaumarten müssen gefördert werden
  • Eingriffsstärke muss wirksam sein
  • Grünbiomasse muss im Wald verbleiben (Abzopfen und Grobentasten)
  • Forstschutzvorkehrungen sind gegebenenfalls einzuhalten (Trennschnitte)

Pflege bis 20 m Oberhöhe

  • Mischbaumarten müssen gefördert werden
  • Eingriffsstärke muss wirksam sein
  • Grünbiomasse muss im Wald verbleiben (Abzopfen und Grobentasten)
  • Forstschutzvorkehrungen sind erforderlichenfalls einzuhalten (Trennschnitte, rechtzeitige Holzabfuhr/ Bekämpfungsmaßnahmen)
  • Pflegliche Nutzung wird vorausgesetzt
  • Für Harvesterdurchforstung gibt es keinen Standardkostensatz

Einleitung der Verjüngung mittels Seilkran

  • Einzelstammweiser Eingriff bzw. Kleinflächennutzung bis max. 0,3 ha (keine Räumung)
  • Grünbiomasse muss im Wald verbleiben (Abzopfen und Grobentasten)
  • Forstschutzvorkehrungen sind gegebenenfalls einzuhalten (Trennschnitte, rechtzeitige Holzabfuhr, Bekämpfungsmaßnahmen)
  • Naturverjüngung muss möglich sein

Für Pflegemaßnahmen und Einleitung der Naturverjüngung ist eine Projektbeschreibung je Teilfläche (Teilflächengröße in ha, Bestandesbeschreibung, Maßnahmenbeschreibung, Kennzahl Waldentwicklungsplan, zu entnehmende Erntemenge bei Einleitung der Naturverjüngung mit Seilkran.....)  notwendig, entweder anhand der Spezifizierung des Projektes im Antragsformular „FORST PROJEKT Spezifikation VHA 8.5.1 (Waldbau)" sh. Ausfüllhilfe für FORST PROJEKT Spezifikation (beinhaltet auch eine Auflistung für Projektbeschreibung) oder anhand eines Beratungsprotokolls im Zuge einer Forstberatung durch den Forstberater der zuständigen Bezirksforstinspektion bzw. Bezirksbauernkammer. Es ist ein Lageplan beizulegen mit den durchnummerierten Teilflächen.

Verpflockung zum Schutz der Verjüngung gegen Schneeschub oder Steinschlag

  • Bestätigung der Notwendigkeit durch den Landesforstdienst
  • Pflockquerschnitt mind. 6 x 6 cm und dauerhafte Holzart

Querfällung und Verankerung von Bäumen gegen Schneeschub oder Steinschlag

  • Bestätigung der Notwendigkeit durch den Landesforstdienst
  • Mindest-BHD 40 cm

Bermen und einfache technische Bauten (z.B. Erdwälle)

  • Bestätigung der Notwendigkeit durch den Landesforstdienst

Projekt erforderlich

 




Förderungsart und -ausmaß

Zuschuss zu den anrechenbaren Investitionskosten im Ausmaß von 60 % im Wirtschaftswald (WW) bzw. 80 % auf Waldflächen mit mittlerer und hoher Schutzfunktion (SW - Schutzwald S2, S3) lt. Waldentwicklungsplan bzw. Förderung nach Bauschsätzen

Die anrechenbaren Kosten müssen mindestens € 500,- je Vorhaben betragen.

Maßnahme (Standardkosten in Euro)

  

Bauschsatz (Euro)

Mulchen (1.300,00/ha)

 

WW

SW

780,00/ha

1.040,00/ha

Aufforstung inkl. Ergänzung der Naturverjüngung (auch im Rahmen des Umbaus bzw. Unterbaus von Beständen)

Fichte (1,10/Stk.)

 

Laubholz,  (2,00/Stk.)

 

sonstiges Nadelholz (1,65/Stk.)

 

Sträucher (z.B. Waldrandgestalt.) (2,33/Stk.)

 

 

WW

SW

WW

SW

WW

SW

WW

SW

 

 

0,66/Stk.

0,88/Stk.

1,20/Stk.

1,60/Stk.

0,99/Stk.

 1,32/Stk.

                                     1,40/Stk.

                                    1,86/Stk.

Pflege

Standraum-/Mischwuchsregulierung (bis 10 m Oberhöhe) (750,00/ha)

 

Durchforstung (bis 20 m Oberhöhe) (750,00/ha, gilt nicht für Harvesterdurchforstung)

Erstdurchforstung mit Seilgerät (> 10 bis 20 m Oberhöhe)  (1.440,00/ha)

 

WW

 SW

 WW

SW

WW

SW

 

450,00/ha

600,00/ha

450,00/ha

600,00/ha

864,00/ha

1.152,00/ha

Einleitung der Verjüngung mittels Seilkran

(Mehrkosten für Kleinstflächennutzung und Einzelstammnutzung 19,80/fm)

 

WW

SW

 

11,88/fm

15,84/fm

Schutz der Verjüngung gegen Schneeschub

Verpflockung (6,00/Stk.) 6 x 6 cm

    SW

3,60/Stk.

Querfällung inkl. Verankerung (146,00/Baum)

SW

116,80/Baum




Auswahlverfahren und Auswahlkriterien

Die bei der Bewilligenden Stelle (Abteilung Forstwirtschaft, LF4) eingereichten Förderanträge werden auf Vollständigkeit und Einhaltung der Zugangsvoraussetzungen geprüft. Ordnungsgemäß eingereichte und den Zugangsvoraussetzungen entsprechende Anträge werden einem Auswahlverfahren unterzogen.

Die Auswahl der Anträge erfolgt in einem geblockten Auswahlverfahren. Im jeweiligen Auswahldurchgang werden all jene Anträge einbezogen, die bis zu einem festgelegten Stichtag soweit vollständig sind, dass sie dem vorhabensspezifischen Bewertungsschema unterzogen werden können. 

Es sind mindestens zwei Auswahlverfahren pro Jahr vorgesehen. Die Stichtage werden von der Bewilligenden Stelle vorab veröffentlicht.

Die Beschreibung der Auswahlkriterien zu Vorhabensart 8.5.1 ist hier zu entnehmen bzw. siehe auch Downloads.




Bekanntmachung Stichtag

Die Antragstellung für die Vorhabensart „Investitionen zur Stärkung von Resistenz und ökologischem Wert des Waldes - Öffentlicher Wert und Schutz vor Naturgefahren (8.5.1)"  ist laufend möglich. Nur jene Förderungsanträge, die Niederösterreich betreffen und bis zu dem nachstehend angegebenen Stichtag vollständig bei der zuständigen Bewilligenden Stelle, dem

Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Forstwirtschaft (LF4), Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, Haus 12, 4. Stock,

eingelangt sind, können beim anschließenden Auswahlverfahren berücksichtigt werden. Das Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung LF4, gibt daher als Stichtag für eine Einbeziehung in den nächsten Auswahldurchgang den

4. Oktober 2016

bekannt.

Die Förderungsanträge können postalisch an oben genannte Adresse, per Fax (02742/9005-13620) bzw. eingescannt an post.lf4@noel.gv.at übermittelt werden.

Der Stichtag für das nächste Auswahlverfahren ist voraussichtlich im 1. oder 2. Quartal 2017.

Hinweis

Mit dem Auswahlverfahren soll sichergestellt werden, dass eine bessere und zielgerichtete Nutzung der budgetierten Finanzmittel und die Mittelverfügbarkeit bis zum Periodenende gewährleistet ist.

Die Bewilligende Stelle prüft Förderungsanträge in der Reihenfolge ihres Einlangens auf Vollständigkeit und gibt die Möglichkeit der Nachreichung von fehlenden Angaben und Unterlagen innerhalb einer angemessenen Frist.

Für den Auswahldurchgang können jedoch nur jene Förderungsanträge berücksichtigt werden, die bis zum genannten Stichtag vollständig vorliegen. Alle anderen Förderungsanträge werden nach entsprechender Vervollständigung in den nachfolgenden Auswahldurchgang einbezogen. Der anlässlich der Annahme des Förderungsantrags mitgeteilte Zeitpunkt der Kostenanerkennung bleibt aber gewahrt.

Die Vorhaben werden sodann durch ein bundesweit angelegtes eindeutiges, transparentes und objektives Bewertungsschema anhand von Auswahlkriterien mit einem Punktesystem qualitativ und quantitativ beurteilt.

Die Auswahlkriterien, die für das Auswahlverfahren herangezogen werden, sind oben beschrieben.








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Letzte Änderung dieser Seite: 07.09.2016

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