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Biosphärenpark Wienerwald

Schutz von Ökosystemen und Landschaften, Erhaltung der biologischen und kulturellen Vielfalt und der genetischen Ressourcen

Entwicklung und Förderung von ökologisch, wirtschaftlich und soziokulturell nachhaltigen Formen der Landnutzung

Unterstützung von Forschung, Umweltbeobachtung und Bildungsaktivitäten für besseres Verstehen von Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur






Was ist ein Biosphärenpark?

Biosphärenparks (international Biosphärenreservate genannt) sind herausragende Gebiete, die international im Rahmen des UNESCO Forschungsprogramms  "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) anerkannt sind. In diesen Gebieten soll der Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach ökologisch, wirtschaftlich und soziokulturell nachhaltiger Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte gleichzeitig optimal umgesetzt werden. Die Idee zu Biosphärenparks ist Anfang der siebziger Jahre entstanden. Man erkannte damals, dass man vielfach Tiere, Pflanzen und deren natürliche Lebensräume nicht schützen kann, ohne die Menschen mit all ihren Bedürfnissen zu berücksichtigen.

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Definition der UNESCO von Biosphärenparks:

Jeder Biosphärenpark soll ein gelebtes Modell dafür sein, wie in einem bestimmten Landschaftstyp Menschen nachhaltig wirtschaften und leben können. In einem Biosphärenpark geht es nicht allein um den Schutz von Naturgütern sondern gleichrangig auch um wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung auf rücksichtsvolle Weise ohne Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlage.

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Entstehungsgeschichte von Biosphärenparks

Anlässlich der 16. Generalkonferenz der UNESCO 1970 riefen die Regierungen der UNESCO Mitgliedsstaaten das interdisziplinär ausgerichtete Forschungsprogramm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) ins Leben. Aufgabe des MAB-Programms ist es, international koordiniert auf nationaler Ebene wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung und für eine wirksame Erhaltung der natürlichen Ressourcen der Biosphäre zu erarbeiten bzw. diese zu verbessern (UNESCO 1972). Im Rahmen dieses MAB Programms bilden sie Biosphärenparks ein weltweites Netzwerk. Umweltforschung und deren Umsetzung im Sinne der Zielsetzung für Biosphärenparks soll besonders in Biosphärenparks konzentriert stattfinden. Im März 1995 organisierte die UNESCO in Sevilla/Spanien eine internationale Expertenkonferenz. Die dort ausgearbeitete Sevilla-Strategie (pdf-Datei, 88 kb) empfiehlt konkrete Schritte für die weitere Entwicklung der Biosphärenreservate im 21. Jahrhundert. Darüber hinaus wurde auf dieser Konferenz auch die Internationalen Leitlinien für das weltnetz der Biosphärenparks fertig gestellt.

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Konzept der Biosphärenparks:

Das Biosphärenpark-Konzept der UNESCO baut auf einer ganzheitlichen Sicht auf, die den Menschen als Landschaftsgestalter mit seinen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen aktiv einbezieht.
Biosphärenparks haben gleichrangig folgende Funktionen zu erfüllen:

  • Schutz von Ökosystemen, der Biodiversität und der genetischen Ressourcen
  • Förderung einer ressourcenschonenden Nutzung und einer ökologisch wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Entwicklung hin zu einer Modellregion der Nachhaltigkeit.
  • Umweltforschung und Umweltbildung für besseres Verständnis der wechselseitigen Beeinflussung von Mensch und Natur

Als Instrument für die Umsetzung dieser Ziele dient die Ausweisung folgender Zonen:

  • Kernzonen: Hier soll sich die Natur weitgehend ohne Einfluss des Menschen entwickeln können. Im Wienerwald sind Kernzonen ausschließlich auf Waldflächen vorgesehen, die gegen Abgeltung des Nutzungsentgangs künftig frei von forstwirtschaftlicher Nutzung sein sollen.
  • Pflegezonen: Als Pufferbereiche um Kernzonen, vor allem aber zur Erhaltung der von landwirtschaftlicher Nutzung abhängigen Kulturlandschaft.

Entwicklungszonen: Alle Flächen des Biospärenparks, die nicht Kern- oder Pflegezonen sind. Das sind rund 76 % der Gesamtfläche, Wirtschaftswald, landwirtschaftliche Nutzflächen und Siedlungsräume bis hin zu urban verbauten Bereichen. Die Entwicklungszone ist Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Menschen. Hier gilt es in allen denkbaren Handlungs- und Tätigkeitsbereichen möglichst nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit vorzugehen. Ziel ist es modellhafte Nutzungsweisen zu entwickeln, die den Ansprüchen von Mensch und Natur in gleicher Weise gerecht werden.

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Einbindung und Beteiligung der Bevölkerung

Biosphärenparks haben auch eine umweltgerechte, wirtschaftliche Entwicklung der Region zum Ziel. Durch Strategien wie z.B. der Förderung des ökologischen Landbaus und der Direktvermarktung, der Erhöhung regionaler Wertschöpfung, der Verwendung regenerativer Energien oder der Entwicklung eines sanften Tourismus, ist der Biosphärenpark auch ein Instrumente der Regionalentwicklung.
Biospärenparks können als Dach oder als Vehikel für bereits vorhandene und neue, innovative Projekte einer nachhaltigen Regionalentwicklung genutzt werden. Sie fördern die regionale Wertschätzung und Wertschöpfung, geben vereinende Identität und ein positives Image.

Durch die Einbindung und Beteiligung der Bevölkerung und möglichst vieler Akteure aus verschiedenen Bereichen soll eine optimale Ausschöpfung von Chancen, die ein Biosphärenpark einer Region eröffnet, gewährleistet werden. Der Biosphärenpark will die Menschen im Wienerwald zu aktivem Mitgestalten der Zukunft ihrer Region motivieren. Nachhaltige Bewirtschaftung wird im Biosphärenpark Wienerwald nicht nur weiterhin eine reich strukturierte Kulturlandschaft erhalten, sondern Entwicklungsfeld für vielfach innovative Partnerschaften sein. Im Miteinander scheinbar unterschiedlicher Interessenslagen wie Erholungsnutzung und Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und gewerblichen Aktivitäten eröffnen sich neue Perspektiven. Auf Basis solider Rechtsgrundlagen, der nötigen Mittel und eines impulsgebenden Managements braucht der Biosphärenpark Wienerwald vor allem eines: eine breite Basis von engagierten Menschen, die das Projekt als Motor für ihre Aktivitäten aufgreifen und gemeinsam mit Leben erfüllen.

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Warum ein Biosphärenpark im Wienerwald?

Der Wienerwald weist eine in Mitteleuropa einzigartige Kulturlandschaft auf: eines der größten Laubwaldgebiete Mitteleuropas, verzahnt mit einem strukturreichen „Offenland". Die Vielfalt an Klimatypen, Gesteinsformen (Kalk- und Flysch-Wienerwald) und die hohe Biodiversität an Tier- und Pflanzenarten sowie an Lebensräumen machen den Wienerwald zu einem Gebiet von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung. Nicht weniger bedeutsam ist der Wienerwald aber auch als tradtionsreicher Lebens-, wirtschafts-, Kultur- und Erholungsraum für uns Menschen.
Das „Offenland" mit seinen Äckern, Wiesen und Weiden und einer Fülle von kleinräumigen Landschaftselementen (Hecken, Raine, Böschungen, Felsen) sowie Gewässer sind ebenso prägend für den Wienerwald wie die ausgedehnten Buchenwälder. Der Erhaltung des Offenlandes kommt ein besonderer Stellenwert zu. Eine langfristige, möglichst flächendeckende Sicherung des Grünlandes im Wienerwald ist nur durch eine Aufrechterhaltung der regionalen Landwirtschaft möglich.

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traditionelles Erholungsgebiet

Das Ineinandergreifen von Wald und Offenlandflächen macht dieses Gebiet zu einem traditionellen Erholungsgebiet für Menschen die im Wienerwald leben oder diesen in ihrer Freizeit aufsuchen. Weiters bietet der Wienerwald eine Fülle an Kulturschätzen eingebettet einer einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft.

Im Millenniumsjahr 2002 stellten sich die Länder Niederösterreich und Wien der Frage, wie die Zukunft des Wienerwaldes für Mensch und Natur am besten gestaltet werden kann.
Zur Klärung dieser Frage wurde von beiden Ländern die „Machbarkeitsstudie Wienerwald" beauftragt. Diese erbrachte eine klare Empfehlung: Die Kategorie „Biosphärenpark" der UNESCO ist als modernes Schutzgebiets- und Entwicklungskonzept maßgeschneidert für Kulturlandschaften mit hohen Naturwerten. Somit wäre es das ideale Instrument zur nachhaltigen Sicherung von Naturwerten und für eine ökologisch angepasste Regionalentwicklung des Wienerwaldes.

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Biosphärenpark Wienerwald von der UNESCO anerkannt.

Basierend auf den Empfehlungen aus der Machbarkeitsstudie Wienerwald 2002 faßten die Länder Niederösterreich und Wien Ende 2002 den Entschluß, gemeinsam den Biosphärenpark vorzubereiten.

Die Planung dieses umfassenden Projekts wurde von den Ländern Niederösterreich und Wien gemeinsam betrieben. Dazu wurde im Jänner 2003 das "Biosphärenpark Wienerwald Management" eingerichtet und beim Verein "Niederösterreich - Wien, gemeinsame Erholungsräume" angesiedelt. Fachlich koordiniert wurden die Planungsschritte durch die Forstabteilungen beider Länder, in enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Raumplanung und Naturschutz.

Mit der internationalen Anerkennung des Wienerwaldes als Biosphärenpark durch die UNESCO Ende Juni 2005 wurde das erste große Zwischenziel in der Biosphärenparkentwicklung des Wienerwaldes erreicht. Der Wienerwald zählt damit zu den 482 herausragend wertvollen Gebieten in 102 Staaten, die mit dem Prädikat Biosphärenpark ausgezeichnet sind.

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Weitere Informationen zum Biosphärenpark Wienerwald

http://www.bpww.at

http://www.biosphaerenparks.at/biosphaerenparks/

http://www.unesco.org/mab/wnbrs.shtml

 

BIOSPHÄRENPARK WIENERWALD MANAGEMENT GmbH
Norbertinumstrasse 9
A-3013 Tullnerbach
Tel.: 02233/54187
Fax.: 02233/54187-50

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Weiterführende Informationen

Ihre Kontaktstelle des Landes für den Biosphärenpark Wienerwald

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Forstwirtschaft (LF4)
Dipl.-Ing. Lukas Baumgartner E-Mail: post.lf4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12966, Fax: 02742/9005-13620

3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 12

Lageplan, Adressen aller Dienststellen


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Letzte Änderung dieser Seite: 23.11.2012

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