Seitenbereiche:

Hauptmenü:

Top menü


Kunst im öffentlichen Raum - Aktivitäten

123zur nächsten Seite zur letzten Seite 
ThemaSeite
Aktivitäten 2015 1
Landpartien zur kunst im öffentlichen raum niederösterreich 2015 2
Rückblicke 3

Aktivitäten 2015

FORM UND KONSISTENZ / HUGGERMUGGER GLACÉ
Eröffnung der künstlerischen Gestaltung
von Agnes Fuchs

Montag, 23. November 2015, 14.00 Uhr
Landesberufsschule Baden
Josef Kollmann Straße 1-3,
2500 Baden
FORM UND KONSISTENZ / HUGGERMUGGER GLACÉ, Agnes Fuchs, LBS Baden
© Thomas Freiler

Für ihre Installation an der Glasfront der Schule entwickelte die Künstlerin Agnes Fuchs zwei verschiedene Grundmuster, die sie als Siebdrucke in die Scheiben einbrennen ließ. Durch die Drehung dieser Muster in unterschiedliche Positionen erhält jede Scheibe eine andere Formenkonstellation. In diesem Sinne ist das Kunstwort Hugger-mugger zu verstehen, das in der englischen Sprache für etwas Heimliches aber auch für Chaotisches, aus der Ordnung Gebrachtes steht.

Neben einem deckenden Weiß und einem leicht transluzenten Dunkelgrau färbte Agnes Fuchs einzelne Scheiben transparent violett in Anlehnung an den Lackmustest, der in der Chemie zur Bestimmung des ph-Werts, also des Charakters einer wässrigen Lösung, eingesetzt wird. Violett steht dabei für eine weder saure noch basische Flüssigkeit, „wie glasklares Wasser“ sagt die Künstlerin. (Conny Offergeld)



Licht / Macht / Zeit und Raum
Wirkungsweisen künstlicher Beleuchtung auf Individuum
und Gesellschaft, Natur und Umwelt.
Symposium, 13. November 2015,
ab 9.00 Uhr Stift Melk
Langsames Licht / Slow Light, Siegrun Appelt, Oberranna
© Wolfgang Woessner

Im „Internationalen Jahr des Lichts 2015“ beschäftigt sich ein Symposium im Stift Melk mit der Wahrnehmung von künstlichem Licht, seinen vielfältigen Wirkungsweisen auf Körper und Gesellschaft sowie Natur und Umwelt. Expert_innen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz diskutieren mit dem Ziel, Sichtweisen und Erfahrungen aus Kunst, Wissenschaft und Politik in Verbindung zu bringen.

Anlass für das Symposium gibt das Projekt Langsames Licht / Slow Light: Die Künstlerin Siegrun Appelt setzt sich seit mehreren Jahren mit Erkenntnissen aus Forschung und Gestaltung auseinander, um daraus praxisorientierte Beleuchtungsstrategien zu entwickeln. Nach den Kriterien von Langsames Licht / Slow Light wurde im Lichtprojekt Wachau an mehreren Standorten in der Region die Beleuchtung im öffentlichen Raum neu gestaltet und ein bewussterer Umgang mit Licht forciert. Am Vorabend findet als Auftakt zum Symposium die Katalogpräsentation „Lichtprojekt Wachau“ statt: Schloss Spitz, Fotogalerie, 12.11.2015, 19.00 Uhr.

Detailliertes Programm und Anmeldung unter www.publicart.at



Lichtprojekt Wachau, Mühldorf-Oberranna
© Siegrun Appelt

Licht / Macht / Zeit und Raum
Die Bedeutung künstlicher Beleuchtung für
Körper, Gesellschaft und Natur.
  
Ausstellungsbesichtigung und Katalogpräsentation Lichtprojekt Wachau 2010-2015

Donnerstag,  12. November 2015 um 19.30 Uhr Schloss Spitz,
Schlossgasse 3, 3620 Spitz/Donau

Es sprechen: Andreas Nunzer, Bürgermeister Marktgemeinde Spitz a. d. Donau
Mag. Barbara Schwarz, Landesrätin in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll

Vortrag: Thomas Posch, Universität Wien
Nacht ist mehr als das Fehlen von Licht. Vom Wert der Dunkelheit

Um Anmeldung wird gebeten bis 15.10.2015 unter NÖ Landesregierung, Abt. Kunst und Kultur
T +43 2742 9005 16273
, E-Mail martina.bochusch@noel.gv.at.

Shuttlebus von Wien zum Schloss Spitz, ab Wien zwischen Universtät und Rathauspark.

Abfahrt: 17:45 Uhr, Rückfahrt: ca. 22.00 Uhr
Unkostenbeitrag EUR 5,-
Änderungen im Programm vorbehalten.

Weitere Informationen unter www.publicart.at.



Lichtpartie
Samstag, 7. November 2015,
Abfahrt 17.00 Uhr
Langsames Licht / Slow Light, Siegrun Appelt, Spitz
© Siegrun Appelt

Zu ungewöhnlicher Tageszeit führt die Landpartie zur Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich noch einmal in diesem Jahr in die Wachau. Die Route der Lichtpartie folgt den Spuren des Projekts Langsames Licht / Slow Light von Siegrun Appelt nach St.Lorenz, St.Johann im Mauerthale, Emmersdorf, Mühldorf-Oberranna, u.a.. Anlässlich des 10-jährigen Landpartiejubiläums ist die Biologin und Botanikerin Margarita Lachmayer eingeladen, während der Fahrt die Auswirkung künstlicher Beleuchtung auf Flora und Fauna zu erläutern. Zur „Erleuchtung“ wird empfohlen eine Taschenlampe mitzunehmen.
Konzept/Organisation: Bärbl Zechner

Treffpunkt: Wien Universität, zwischen Universität und Rathauspark, Abfahrt: 17.00 Uhr. Zustiegsmöglichkeit: 18.30 Uhr Bahnhof Krems a. d. Donau. Rückkehr nach Wien: ca. 23.30 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten bis 6. November 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273.



ARBEITE NIE - Teil II

Eröffnung der Projekterweiterung
von Linda Bilda
Samstag, 24. Oktober 2015, 13.00 Uhr
Museum Marienthal, Gramatneusiedl
ARBEITE NIE - Teil II, Linda Bilda, Gramatneusiedl
© Linda Bilda

Das historische Marienthal bot bis zur Schließung der Fabrik 1930 einen intakten Lebensraum mit starker sozialer Infrastruktur: Arbeiterwohnhäuser, Consum-Verein, Fabrikspital, Montessori-Kindergarten sowie Anlagen zur Unterhaltung verbanden für über 1000 Bewoher_innen Wohn-, Erholungs- und Arbeitswelt. Die Folgen des Niedergangs dieses Gemeinschaftsverbandes erlangten durch die 1930 erschienene und bis heute maßgebende Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ Berühmtheit.

2013 realisierte Linda Bilda mit dem Projekt „Arbeite Nie“ einen Dérive, einen Stadtspaziergang, durch die ehemalige (soziale) Infrastruktur des Ortes. Mehrschichtige Glastafeln, in einer von ihr patentierten Glastechnik, verweisen auf die nicht mehr vorhandenen oder heute noch bestehenden, aber teils in ihrer Funktion veränderten Schauplätze der einstigen Anlage. Zwei Jahre später werden nun drei weitere „Verweistafeln“ installiert, um den Parcours durch das historische Ortsgefüge zu komplimentieren: An der ehemaligen Kinderbewahranstalt, beim noch in Betrieb stehenden Wasserkraftwerk und am örtlichen Kriegerdenkmal, um an die in der NS-Diktatur hingerichteten, kommunistischen Widerstandsaktivisten zu erinnern.

Shuttlebus von Wien zum Museum Marienthal, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 12.00 Uhr, Rückfahrt: ca. 15.00 Uhr. Unkostenbeitrag: 5 EUR. Um Anmeldung wird gebeten bis 22.Oktober 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273. Programmänderungen vorbehalten.



weikenwaldendorf

Eröffnung der Ausstellung
von Alois Mosbacher
Samstag, 17. Oktober 2015, 16.00 Uhr
Kunstraum Weikendorf
walden, Alois Mosbacher
© Alois Mosbacher

„Als ich die Möglichkeit bekam, im Feuerwehrhaus von Weikendorf eine Arbeit zu zeigen, musste ich sofort an ein anderes Haus denken, mit dem ich mich in meiner Kunst immer wieder beschäftigte. Diese Blockhütte steht seit 1845 in einem Wald in Massachusetts und ist berühmt, weil sie der Schriftsteller Henry David Thoreau erbaut hat. Über dieses Experiment schrieb er ein bis heute berühmtes Buch: „Walden – ein Leben in den Wäldern“. Er schildert darin, wie er im Wald ganz selbständig und allein lebte und arbeitete, Gemüse und Getreide pflanzte und seine lebensreformerischen Ideen entwickelte, die ihn zu einem Vorläufer der grünen und alternativen Szene machten. Der Kunstraum mit dem gezeichneten Wald wird zu einem Raum für Projektionen und Reflexionen, für Utopien, zu einem Nicht-Ort. Die Waldenhütte wird ins Dorf verpflanzt.“ (Alois Mosbacher)

Bereits zum fünften Mal erfolgt die Auswahl der aktuellen Bespielung für den Kunstraum Weikendorf unter Mitwirkung der Bevölkerung im Rahmen des Vermittlungsprojekts "Multiple Choice". Diesmal wurde das Verfahren für die Auswahl jedoch umgekehrt: Die Jurymitglieder, Bewohner_innen von Weikendorf schlugen dem Kurator Michael Kienzer Künstler_innen vor (nicht wie bisher umgekehrt) und seine Wahl fiel auf Alois Mosbacher. „Multiple Choice“ wurde von Bärbl Zechner und Gabriele Stöger 2013 zum besseren Austausch über aktuelle Kunst in Weikendorf initiiert und wird seither kontinuierlich von den Kunstvermittlerinnen begleitet.

Shuttlebus von Wien zum Kunstraum Weikendorf, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 14.30 Uhr, Rückfahrt: ca. 18.30 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten bis 15. Oktober 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273. Programmänderungen vorbehalten.



Here After Here After Here
Eröffnung der Skulptur von Jitish Kallat

Sonntag, 11. Oktober 2015, 15.00 Uhr
Kreisverkehr Nord, Stockerau Ost 2000 Stockerau
Here After Here After Here, Jitish Kallat, Stockerau, 2015
© MVD Austria

Mitten auf dem Kreisverkehr einer Autobahnabfahrt windet sich die Skulptur des indischen Künstlers Jitish Kallat gleich einer riesenhaften Endlosschleife zweckentfremdeter Verkehrsschilder. Der Text und die Richtungshinweise auf diesem unendlichen, überdimensionierten Verkehrszeichen verbinden Stockerau mit dem Rest der Welt: tatsächliche Entfernungsangaben und Autobahnabfahrten setzen so unter anderem Sarajevo, Adelaide, Algeria, Agra, Kabul, Kuala Lumpur, Mumbai, Miami oder Melbourne in greifbare Relation zu Stockerau. Mit einem Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Vorstellungskraft gelingt es Kallat damit, einen einzelnen Kreisverkehr in Niederösterreich zum globalen Anknüpfungspunkt zu machen.

In einem Kooperationsprojekt von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich und der Kleinregion 10vorWien wurde nach Tarek Zaki (Hagenbrunn) und Priscilla Monge (Leobendorf) mit Jitish Kallat der dritte internationale Künstler eingeladen, einen ausgewählten Kreisverkehr zu gestalten und zu einem Tor in die Region zu verwandeln.

Zufahrt zur Eröffnung über Bahnhof Spillern Begleitweg entlang der Autobahn zur Liegenschaft Geodaten 48.3777735, 16.239387

Shuttlebus von Wien zum Kreisverkehr, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 14.15 Uhr, Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr. Unkostenbeitrag: 5 EUR. Um Anmeldung wird gebeten bis 8. Oktober 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273. Programmänderungen vorbehalten.



Maissau
Eröffnung der Intervention
von Marie-France Goerens, Fabian-Benjamin Rainer,
Florian Regl, Lukas Troberg

Samstag, 10. Oktober 2015, 15.00 Uhr
Beim Leuchtturm, 3712 Maissau


Leuchtturm, Lukas Troberg, Maissau, 2015
© Lukas Troberg

Im Jahr 2009 trat die Stadtgemeinde Maissau an das Gutachtergremium für Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich heran: Rund um Maissau sollte eine Umfahrungsstraße gebaut werden, die den Verkehr, somit jedoch auch mögliche Besucher_innen von der Stadt ableiten sollte. Daraus entwickelte sich die Idee, den öffentlichen Raum Maissaus mit sich beständig verändernden, temporären Kunstinterventionen zu bespielen.

In weiterer Folge veranstaltete die Klasse für Bildhauerei und Multimedia der Universität für Angewandte Kunst Wien unter der Leitung von Erwin Wurm einen internen Wettbewerb – woraus die Einreichungen von Marie-France Goerens, Fabian-Benjamin Rainer, Florian Regl und Lukas Troberg als Siegerprojekte hervorgingen. Sechs Jahre später, nach dem Bau der Umfahrungsstraße und der Erneuerung des Stadtbilds von Maissau, wurden die Projekte nun als permanente Installationen realisiert.
Geodaten Standort 48.577939, 15.830463
Shuttlebus von Wien nach Maissau, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 14.00 Uhr, Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr. Unkostenbeitrag: 5 EUR. Um Anmeldung wird gebeten bis 8. Oktober 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273. Programmänderungen vorbehalten.



Landpartie V
Samstag, 3. Oktober 2015

MAISSAU Lukas Troberg / SCHLOSSPARK GRAFENEGG Manfred Pernice, Werner Feiersinger / KÖNIGSBRUNN AM WAGRAM Martin und Werner Feiersinger


"WagramFenster", Martin u. Werner Feiersinger, Königsbrunn am Wagram, 2014
© Feiersinger

Erste Station auf der Landpartie im Oktober ist ein Leuchtturm. Dieses eher ungewöhnliche und markante Zeichen setzt Lukas Troberg in Maissau und verweist damit auf das Meer, das vor Millionen Jahren das Weinviertel bedeckt hat. Ein kurzer Spaziergang im Schlosspark Grafenegg, vorbei am historischen "schwarzen Tor", dem Manfred Pernice mit einer Neugestaltung zeitgenössische Form gegeben hat, führt zur Skulptur von Werner Feiersinger.

Das 2014 eröffnete WagramFenster von Martin und Werner Feiersinger bei Königsbrunn ist begehbare Skulptur und Bühne zugleich. Der ideale Rahmen zur Feier des 10-jährigen Jubiläums der Landpartie zur Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich mit Wein und einer Lesung der Schauspielerin Anna Morawetz, begleitet von Gabriele Stöger auf der linkshändigen Geige.
Konzept/Organisation: Bärbl Zechner

Treffpunkt: Wien Universität, zwischen Universität und Rathauspark, Abfahrt: 10.00 Uhr. Rückkehr: ca. 18.00 Uhr.

Um Anmeldung wird gebeten bis 1. Oktober 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273.Teilnehmerzahl: max. 40 Personen. Falls Sie Ihre Reservierung nicht einhalten können, bitten wir um zeitgerechte Abmeldung. Unkostenbeitrag: € 17,- (ermäßigt € 15,-), Schulkinder gratis. Die Verpflegung ist nicht im Preis inbegriffen. Die Teilnahme an allen Führungen erfolgt auf eigene Gefahr. Änderungen im Programm vorbehalten.

  



Rainbow´s End
Eröffnung Kreisverkehr Rems/Sankt Valentin von Josef Schwaiger
Sonntag, 4. Oktober 2015

Rasthausstraße 2, 4300 Sankt Valentin


"Rainbow´s End", Josef Schwaiger, Sankt Valentin,  2015
© Josef Schwaiger

In einem poetischen Wechselspiel zwischen Technik, Funktion und Ästhetik kreiert Josef Schwaiger eine weitere Horizontebene am Kreisverkehr in Sankt Valentin. Die kreisrunde Stahlformrohr-Konstruktion greift in Form und  Material einer gängigen Straßenleitschiene die Bildsprache eines
Verkehrsknotenpunkts auf, ebenso erinnert die auch als Autolack Verwendung findende Interfernzfarbe mit ihrem "Colourtravel" an Mobilität und Bewegung: Je nach Standpunkt changiert der Farbton zwischen Silber, Gold, Grün, Cyan und Violett und verändert sich analog zum Blickwinkel der Vorbeifahrenden.

In seiner Konzeption bezieht der Künstler die unterschiedlichen Zufahrtswege des Kreisverkehrs mit ein - durch eine leichte Neigung ermöglicht die Installation so, je nach Einfahrt- und Ausfahrtsrichtung, unterschiedliche Sichtweisen. Etwa aus der Richtung Ennsdorf kommend, ist "Rainbow´s End" vollständig zu sehen, kommt man aus Strengberg, verschwindet ein Teil des Objekts langsam und wird während der Weiterfahrt wieder sichtbar.

Shuttlebus von Wien zum Kreisverkehr, ab Wien zwischen Universität und
Rathauspark. Abfahrt: 12.30 Uhr, Rückfahrt: ca. 17.00 Uhr. Unkostenbeitrag: € 5,- Um Anmeldung wird gebeten bis 1. Oktober 2015 unter +43 (0) 2742 9005 16273. Programmänderungen vorbehalten.

 



Landpartie IV
Samstag, 19. September 2015

NEUBRUCK Joseph Hofmarcher /
YBBSITZ Sepp Auer, Behruz Heschmat, Michael Kienzer /
SANKT VALENTIN Josef Schwaiger


Brunnengestaltung in Ybbsitz, Sepp Auer, 2012
© Paris Tsitsos

Im September bildet die herbstliche Landschaft des Mostviertels den Rahmen für die Fahrt zur Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich. Neubruck, einer der drei Standorte der Landesausstellung 2015 – ÖTSCHER:REICH ist Treffpunkt zu einem Gespräch mit Architekt Joseph Hofmarcher, der mit dem „Töpperportal“ eine Verbindung zwischen Bundestraße, dem neu adaptierten historischen Fabriksareal und dem Töpperschloss geschaffen hat. Nach einem Rundgang auf der Außenanlage der Landesausstellung geht die Fahrt über St. Anton/Jeßnitz weiter.

In Ybbsitz, gelegen an der Eisenstraße, wird nicht nur eine große montan- historische Tradition gepflegt, sondern auch ein lebendiger kontinuierlicher Austausch mit aktueller Kunst. Bei einem Rundgang durch den Ort kann man Arbeiten von Sepp Auer, Behruz Heschmat, Michael Kienzer u.a.m. besichtigen. Über Waidhofen an der Ybbs wird die Fahrt Richtung Sankt Valentin fortgesetzt, wo als letzte Station auf der Fahrt, die erst kürzlich fertig gestellte künstlerische Gestaltung des Kreisverkehrs von Josef Schwaiger besichtigt wird; geplante Eröffnung: 4. Oktober 2015 um 15.00 Uhr.

Mit dem Jubiläums-Spezial „Almrausch“ anlässlich 10 Jahre Landpartie zur Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, knüpft der Künstler Anton Sutterlüty mit seiner Performance unter dem gleichnamigen Titel an die alpine Umgebung an. Konzept/Organisation Bärbl Zechner

Treffpunkt: Wien Universität, zwischen Universität und Rathauspark, Abfahrt: 10.00 Uhr. Ankunft in Wien: ca. 20.30 Uhr.
Um Anmeldung wird gebeten bis 17. September unter +43 (0) 2742 9005 16273. Teilnehmerzahl: max. 40 Personen. Falls Sie Ihre Reservierung nicht einhalten können, bitten wir um zeitgerechte Abmeldung. Unkostenbeitrag: € 17,- (ermäßigt € 15,-), Schulkinder gratis. Die Verpflegung ist nicht im Preis inbegriffen. Die Teilnahme an allen Führungen erfolgt auf eigene Gefahr. Änderungen im Programm vorbehalten.



KEIN STAND DER DINGE / Kunst und Bau
BIG ART im Rahmen der VIENNA BIENNALE
Vorträge und Diskussion

Mittwoch, 16. September 2015 um 18.30 Uhr

MAK-Vortragssaal
Eingang: Weiskirchnerstraße 3, 1010 Wien


© BIG ART

Seit 2005 entwickelt BIG ART permanente und temporäre Kunstprojekte in, um und an ausgewählten Gebäuden der Bundesimmobiliengesellschaft. Für die rund 500.000 Menschen, die täglich in diesen Räumen lernen, studieren, arbeiten und leben, hat sich der BIG-Konzern zur Aufgabe gemacht, Architektur und Kunst in einen Dialog treten zu lassen. Im Rückblick auf zehn Jahre Engagement von BIG ART gilt es, Synergien, Konflikten und Funktionen der Kunst für den Bau wie auch einem utopischen Potenzial nachzugehen.

Teilnehmer_innen: Karin Frei Bernasconi, Architektin und Kuratorin, Leiterin Fachstelle Kunst und Bau der Stadt Zürich / Folke Köbberling, Künstlerin, Berlin / Andreas Lang, Architekt, public works, London / Michael Obrist, Architekt, feld72, Wien
Moderation: Cornelia Offergeld, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin, Wien
Anmeldung unter art@big.at

Hinweis: Ausstellung und Filmvorführung "BIG ART - 10 Jahre Kunst und Bau", 17.-20. September 2015, MAK-FORUM
Die Ausstellung ist am Veranstaltungsabend von 18.00 bis 22.00 Uhr über den Eingang Weiskirchnerstraße 1 (Personaleingang) frei zugänglich.



FOLGE DER EINRICHTUNG

Präsentation der mobilen Objektskulptur
von der Kulturdrogerie 10 Jahre Kunstraum Niederoesterreich
Donnerstag, 3. September 2015, 19.00 Uhr
Kunstraum Niederoesterreich,
Herrengasse 13, 1014 Wien


FOLGE DER EINRICHTUNG
© Kulturdrogerie





Anlässlich der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen des Kunstraum Niederoesterreich präsentiert das Künstler_innenkollektiv Kulturdrogerie in Zusammenarbeit mit geladenen Künstler_innen eine mehrteilige sozial-performative Objektskulptur. Ausgangspunkt für das Projekt FOLGE DER EINRICHTUNG sind Materialien aus den vergangenen 10 Jahren der Kunstproduktion in der Kulturdrogerie: Holz, Rigips, Textil, Metall, Farben und weiteres Verweisen auf den Kreislauf des Ausstellungsbetriebes.

Das Logo des Kunstraum Niederoesterreich dient als fragmentarische Vorlage von 10 mobilen Kunstraummodulen. Diese wurden in die Ateliers der eingeladenen Künstler_innen geliefert, wo sie bis zur Eröffnung von ihnen bearbeitet werden. Die Objekte bieten während der Festlichkeiten eine „mobile Ausstellungsarchitektur“, sind durch die Materialwahl Dokumentationsfragment für einstige Kunstinstallationen und gleichzeitig Träger aktueller Arbeiten der geladenen Künstler_innen.

Nach dem Jubiläumsfest werden die Module in Niederösterreich ausgestellt und der Witterung ausgesetzt – die skulpturale Auflösung der Erinnerungsträger soll über einen Zeitraum von fünf Jahren dokumentiert werden.
Teilnehmende Künstler_innen: Liza Dieckwisch/Klara Paterok, Peter Fritzenwallner, Markus Hiesleitner, Luisa Kasalicky, Ulrike Königshofer, Stephan Lugbauer, Stephanie Mold, Matthias Mollner, Angela Strohberger, Franz Tišek.
Weiters wird im Zuge des Jubiläums der H13 Niederösterreich Preis für Performance vergeben, nähere Infos zu Performance-, Musik- und Rahmenprogramm unter www.kunstraum.net/de



Run through ...

Ausstellungseröffnung von Annja Krautgasser
Sonntag, 5. Juli 2015, 14.00 Uhr
museumORTH
Schlossplatz 1
2304 Orth a. d. Donau

Run through ...
© Annja Krautgasser

Bereits zum sechsten Mal lädt das museumORTH in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich Künstler_innen ein, die am Schnittpunkt von öffentlichem Raum und Ausstellungsraum arbeiten. Dieses Jahr inszeniert Annja Krautgasser ein „Remake einer Filmszene aus 1964 in und um Schloß Orth“.

"In Jean-Luc Godards Film "Bande à part" ("Die Außenseiterbande", 1964) laufen drei Protagonisten durch den Louvre und brechen damit einen Rekord der schnellsten Besichtigung des Hauses. Krautgasser nimmt dieses Sinnbild von jugendlichem Übermut und der Befreiung von Konvetionen auf, um eine ganze Ortschaft zu aktivieren. Die ephemere und leichtfüßige Geste löst sich von ihrem Kontext und wird zum Zeichen für Ausgelassenheit, Euphorie und einem Versprechen von Freiheit. Der gemeinsame Lebensraum, der oftmals durch Reglementierungen, Verbote und Kommerzialisierung gekennzeichnet ist, wird zum Schauplatz eines Filmdrehs und eines Happenings mit Partizipation der Bevölkerung. Krautgasser bezieht sich auf das gemeinsame kulturelle Gedächtnis (Museum, Filmgeschichte) und schafft doch ein neues Raum-Zeit-Porträt des Ortes." (Hemma Schmutz)

Ausstellungsdauer: 6. Juli bis 1. November 2015. Kuratorin: Hilde Fuchs - in der Reihe Alltagskultur und Gegenwartskunst

Shuttlebus von Wien zum museumORTH, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 13.00 Uhr, Rückfahrt: ca. 16.00 Uhr
Um Anmeldung bis 2. Juli wird gebeten unter +43 (0) 2742 9005 16273. Unkostenbeitrag € 5,-.



Landpartie III
Samstag, 27. Juni 2015
Weikendorf, Hainburg, Hof am Leithagebirge, Sommerein
Die Baubesprechung, Iris Andraschek u. Hubert Lobnig, 2013, Hainburg
© H. Lobnig

Im Juni verspricht die Landpartie Einblicke in den Auswahlprozess der Projekte für Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich. Hierzu eingeladen ist Michael Rieper, Architekt, Designer und Mitglied des Gutachtergremiums.
Stationen sind der Kunstraum Weikendorf mit der derzeit laufenden Ausstellung von Hans Schabus, die Kreisverkehrsgestaltung von Iris Andraschek und Hubert Lobnig in Hainburg, die Installation "Blindgänger" in Hof am Leithagebirge von the next ENTERprise Architekten und Florian Haydn sowie die Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle in Sommerein, die Friedrich Kurrent für seine 1995 verstorbene Frau erbaute.

Treffpunkt: Wien Universität, zwischen Universität und Rathauspark, Abfahrt: 10.00 Uhr. Rückfahrt: ca. 18.00 Uhr.
Um Anmeldung wird gebeten bis 25. Juni unter +43 (0) 2742 9005 16273. Unkostenbeitrag: € 17,- (ermäßigt € 15,-), Änderungen im Programm vorbehalten.



Kartenbüro St. Pölten

Eröffnung der künstlerischen Gestaltung rund ums Kartenbüro von feld72

Freitag, 26. Juni 2015, 18.00 Uhr
Rathausplatz 19,
3100 St. Pölten

Kartenbüro St.Pölten
© feld72

In einem Kooperationsprojekt von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich und dem Landestheater Niederösterreich erhält das Kartenbüro der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft am Rathausplatz St. Pölten ein neues Gesicht. Für die künstlerische Umgestaltung verantwortlich zeichnet sich feld72, Kollektiv für „Architektur und urbane Strategien“.

„Das neue Kartenbüro inszeniert sich als ein dem Thema angemessener Raum. Die große einladende Glasfront evoziert durch einen den Innenraum bestimmenden Vorhang eine Bühnensituation. Die Besucher werden somit in der Wahrnehmung der Betrachter von außen zu zufälligen Akteuren auf einer Bühne des Alltags. Theater-Drehstühle am Vorplatz unterstützen als multifunktionales Platzmobiliar diese doppeldeutige Funktion, das neue Vordach wirft zarte Schatten der Namen niederösterreichischer Kulturinstitutionen auf den Platz. So wird das gesamte neue Ensemble zur Bühne, auf welcher man fließend zwischen der Rolle des Zuschauers und des Akteurs wechseln kann.“ (feld72)



DEAD END

Eröffnung der Skulptur
von Daniel Spoerri

Freitag, 5. Juni 2015, 16:00 Uhr
im Museumsgarten des Landesmuseums Niederösterreich


Dead End, Daniel Spoerri, 2015
© Daniel Spoerri

In Hadersdorf am Kamp wurden am 6. April 1945 61 kurz zuvor aus dem Zuchthaus Krems entlassene Häftlinge festgenommen, erschossen und erschlagen. Auf einer Gedenktafel am Hadersdorfer Friedhof fehlt jedoch der Hinweis, dass es sich großteils um politische Häftlinge handelte. Auch sind die Toten nicht namentlich genannt, obwohl ihre Identität bekannt ist.

Als Daniel Spoerri vor Ort eine Stiftung gründete, ließ er in Folge eine zweite Version seiner Skulptur "Massengrab der Klone" anfertigen und im Ausstellungshaus von Hadersdorf installieren. Die Figurengruppe war ursprünglich im Jahr 2000 in seinem Skulpturenpark "Il Giardino" in der südlichen Toskana als Mahnung an die Folgen von Diktatur, Ermordung und Verfolgung errichtet worden.

Ereignisse wie das Massaker vom 6. April 1945 haben nicht nur in Hadersdorf, sondern vielerorts stattgefunden und ereignen sich auch heute noch. In Absprache mit dem Land Niederösterreich wurde daher beschlossen, die Skulptur als Gedenkstätte für alle Verbrechen dieser Art an einem zentralem Ort in Niederösterreich zu installieren: im Museumsgarten des Landesmuseums in St. Pölten, in dem im Jahr 2017 ein Haus der Geschichte Niederösterreich errichtet wird.



Gemeindeumbau

Eröffnung der Skulptur
von Hans Schabus

Samstag, 16. Mai 2015, 16.00 Uhr
im Kunstraum Weikendorf


Gemeindeumbau
© Hans Schabus

„Die Ausstellung in Weikendorf beginnt mit dem Blick aus einem Fenster auf einen Baum, wo der Wechsel der Jahreszeiten wie in unendlicher Zeitlupe zu beobachten ist. Im Kunstraum zeigt Hans Schabus in diesem Frühjahr herbstliches Laub. Er füllt den ansonsten leeren Raum, den man von außen durch die großflächige Glasscheibe einsehen kann, mit trockenen Blättern. Hier kehrt sich der Blick in die Gegenrichtung von außen nach innen. Die Glasfläche wird zur Leinwand für einen imaginären Film: Erinnerungen an raschelnde Blätter, Herbstsonne, Wind, der Geruch von feuchtem Laub.“ (Anette Freudenberger)

Bereits zum vierten Mal erfolgt die Auswahl der aktuellen Bespielung für den Kunstraum Weikendorf unter Mitwirkung der Bevölkerung. Aus einem Sechservorschlag von Michael Kienzer – von dem das Konzept für den Kunstraum stammt – wurde Hans Schabus gewählt. Das Auswahlverfahren unter dem Titel „Multiple Choice“ wurde von Bärbl Zechner und Gabriele Stöger 2013 zum besseren Austausch über aktuelle Kunst in Weikendorf initiiert und wird seither kontinuierlich von den Kunstvermittlerinnen begleitet.

Weitere Informationen unter: www.publicart.at

Shuttlebus von Wien zum Kunstraum Weikendorf: ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 14.30 Uhr, Rückfahrt: ca. 18.30 Uhr.
Um Anmeldung bis 14. Mai 2015 wird gebeten unter +43 (0) 2742 9005 16273. Unkostenbeitrag: 5 EUR. Programmänderungen vorbehalten.



ERLAUF ERINNERT

Eröffnung / Friedenstage 2015

Samstag, 9. Mai 2015, 15.00 Uhr
Marktplatz Erlauf


ERLAUF ERINNERT
© ERLAUF ERINNERT

Anlässlich der 70-Jahr-Feier zum Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Erlauf im Mostviertel ein außergewöhnliches Museum eröffnet, das Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Gegenwartskunst verbindet.

Tatiana Lecomtes Buchprojekt "Then Hitler invaded Austria. Vertreibung in die Sehnsucht" wird infolge der Eröffnung als temporäre Installation in der Ausstellung präsentiert. Umfassendes Rahmenprogramm mit Lesungen, Theater, Zeitzeugenberichten und Musik bieten die Erlaufer Friedenstage 2015, detailliertes Programm unter: www.erlauferinnert.at.

Shuttlebus von Wien nach Erlauf: ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 12.45 Uhr, Rückfahrt: ca. 21.00 Uhr, Zustiegsmöglichkeit: 14.00 Uhr St. Pölten Hauptbahnhof / Busbahnhof. Um Anmeldung bis 7. Mai 2015 wird gebeten unter +43 (0) 2742 9005 16273. Unkostenbeitrag: 5 Euro



ERLAUF ERINNERT
„Wie die Erinnerung nach Erlauf kam"

Museum der Friedensgemeinde Erlauf
Kirchenplatz 3
3253 Erlauf

Eröffnung: 9. Mai 2015
Tatiana Lecomte, Then Hitler invaded Austria, 2015
© Stadtarchiv Pöchlarn, Sammlung Schanzer
Das Treffen der alliierten Generäle in Erlauf 1945 geriet in der unmittelbaren Nachkriegszeit vorerst in Vergessenheit. Ende der 1950er Jahre entdeckte der aus Erlauf stammende Emigrant Ernst Brod in einer Bibliothek in Berkeley, Kalifornien, eine Broschüre der 65th Infantry Division, in dem das Ereignis vom 8. Mai 1945 beschrieben wurde. Er nahm Kontakt zu dem gebürtigen Pöchlarner Frank Schanzer in Ohio auf, der als Mitglied dieser Division die Broschüre mitverfasst hatte. Dieser sandte das Büchlein mit dem Titel „Right to be Proud“ an Brod und Brod wiederum an seinen Jugendfreund Franz Stangler nach Erlauf. Franz Stangler machte es sich zur Aufgabe, das Treffen der Generäle aufzuarbeiten und öffentlich bekannt zu machen. Dabei blieb jedoch die Tatsache, dass das Wissen um das historische Ereignis vor allem zwei aus der Region vertriebenen jüdischen Emigranten zu verdanken ist, lange im Hintergrund.

2015 griff die Künstlerin Tatiana Lecomte die Thematik auf und befasste sich intensiv mit den Leben der Vertriebenen Ernst Brod und Frank Schanzer. Das daraus realisierte Buchprojekt wird anlässlich der Eröffnung von ERLAUF ERINNERT präsentiert und als temporäre Installation Teil des Museums sein.

Ausführliche Informationen zum Museum, Updates zur Eröffnungsveranstaltung und weitere Informationen http://erlauferinnert.at/home.php

Shuttlebus von Wien nach Erlauf, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 12.45 Uhr, Rückfahrt: ca. 21.00 Uhr
Zustiegsmöglichkeit: 14.00 Uhr St. Pölten Hauptbahnhof Süd (auf ÖBB Bahnhofsareal) Unkostenbeitrag: 5 EUR.
Um Anmeldung bis 7. Mai 2015 wird gebeten unter +43 (0) 2742 9005 16273.


ERLAUF ERINNERT

"Wie aus dem Treffen zweier Generäle zwei Denkmäler für den Frieden entstanden."


Friedensdenkmal von Jenny Holzer
© Christian Wachter

Anlässlich der 70 Jahrfeier zum Ende des 2. Weltkrieges wird in Erlauf im Mostviertel ein einzigartiges Museum eröffnet. In mehreren Themen-Newslettern soll in den nächsten Wochen die besondere Verbindung des kleinen Ortes mit Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Gegenwartskunst vorgestellt werden.
In der Nacht von 8. auf 9. Mai 1945 trafen sich - mitten in den Wirren der letzten Kriegstage - ein sowjetischer und ein amerikanischer General in einem Privathaus an der Bundesstraße 1 in Erlauf, um per Handschlag das Ende des Zweiten Weltkriegs zu besiegeln.
Von der Öffentlichkeit zunächst unbeachtet, wurde dieses historische Ereignis ab den 1960er-Jahren regelmäßig mit Friedensfeiern gewürdigt. Zum 50-jährigen Gedenken des Kriegsendes veranlasste ein engagierter Bürgermeister, 1995 zwei Friedensdenkmäler in der Ortsmitte zu errichten. In Zusammenarbeit mit Kunst im öffentlichen Raum wurden eine Skulpturengruppe des sowjetischen Künstlers Oleg Komov und eine Licht-Installation der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer realisiert.
Formal sehr unterschiedlich sind diese künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum nun nach 20 Jahren selbst Teil der Geschichte und zu Wahrzeichen der Friedensgemeinde Erlauf geworden. Zahlreiche temporäre Kunstprojekte folgten, die sich mit Krieg, Vergangenheitsbewältigung und Geschichtsbewusstsein auseinandersetzten. Die künstlerischen Reflexionen  über zeitgeschichtliche Ereignisse und die Auswirkungen des Krieges auf den Ort und seine Bewohner_innen stehen im Fokus des neuen Museums ERLAUF ERINNERT.



ERLAUF ERINNERT
Museum der Friedensgemeinde Erlauf
Kirchenplatz 3
3253 Erlauf
Eröffnung: 9. Mai 2015


Enthüllung der Gedenktafel in Erlauf, 1965
© Heereslichtbildstelle

"Vodka, Whisky und Veltliner"

Anlässlich der 70-Jahr-Feier zum Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Erlauf im Mostviertel ein außergewöhnliches Museum eröffnet. In mehreren Themen-Newslettern soll in den nächsten Wochen die besondere Verbindung des kleinen Ortes mit Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Gegenwartskunst vorgestellt werden.

Verlief das Treffen der alliierten Generäle in Erlauf 1945 zunächst von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt, kam die Erinnerung an das historische Ereignis rund 20 Jahre später über Umwege nach Erlauf zurück. Die jüdischen Emigranten Ernst Brod und Frank Schanzer übermittelten eine Broschüre der US-Armee-Division, die das Treffen dokumentierte und setzten so eine bis heute gelebte Erinnerungskultur in Gang.


Erlauf erinnert sich, Roman Ondák, 2002
© Roman Ondák

Im Mai 1965 fand schließlich die erste offizielle Gedenkfeier in Erlauf statt: Verteidigungsminister Georg Prader reiste aufsehenerregend in einem Militärhubschrauber an und enthüllte feierlich im Beisein des sowjetischen Botschafters Awilow und des amerikanischen Botschafters Riddleberger eine Gedenktafel am Haus Scheichelbauer, in dem sich die Generäle zu Kriegsende getroffen hatten. Als Zeichen der besonderen Verbindung wurde zu diesem Anlass gemeinsam getrunken - nämlich Whisky, Vodka und Veltliner.

Im Jahr 2002 griff der Künstler Roman Ondák für die temporäre Ausstellung "Erlauf erinnert sich" die Szenerie des ersten offiziellen Gedenkakts und weiterer Begebenheiten der jüngeren Ortsgeschichte auf. Er stellte diese für die Gemeinde bedeutsamen Handlungen mit Kindergarten- und Schulkindern nach und verteilte die Sujets der „zukünftigen Repräsentant_innen" auf Plakaten in ganz Erlauf.

Ondák verweist mit seiner Arbeit auf die Bedeutung ritueller Gestik. Mit der Nachinszenierung zeigt er, wie Offizielles, Historisches und Bedeutungsvolles erzeugt werden kann. Die Installation ist im Archiv der Kunst des neuen Museums ERLAUF ERINNERT dokumentiert.


Montage des Friedensdenkmals von Oleg Komov
© Gemeinde Erlauf



Ausführliche Informationen zum Museum, Updates zur Eröffnungsveranstaltung und weitere Informationen ERLAUF ERINNERT



Hans im Glück
Katalogpräsentation und Podiumsdiskussion
Donnerstag, 29. Jänner 2015, 19.00 Uhr
im Kunstraum Niederoesterreich,
Herrengasse 13, 1014 Wien


Georg Klüver-Pfandtner und Stephanie Mold luden im Rahmen von „Hans im Glück“ zu Glücksmomenten durch Rutschpartien auf ihrem mobilen Rüsselpalast
© Beer/Klestorfer



»Tauschen und Teilen / Geben und Nehmen«
Alternative Ökonomien zwischen Freiwilligkeit und Zwang

Podiumsdiskussion mit:
Marlene Haring, Künstlerin
Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin
Oliver Ressler, Künstler und Filmemacher
Beat Weber, Ökonom

Konzept und Moderation: Martin Fritz
Begrüßung und Einleitung: Esther Strauß

Der Kunstraum Niederoesterreich zeigte im Herbst 2014 die Ausstellung »Hans im Glück«.
Während der Ausstellungsraum leer blieb, unternahmen die teilnehmenden
Künstler_innen - dem Märchenvorbild des Protagonisten Hans folgend - jeweils
verschiedene Wanderungen und Ausflüge, die zu Begegnungen, Erfahrungen und Austausch führten.

Zur Präsentation des Ausstellungskataloges wird die Podiumsdiskussion der Frage nachgehen, zu
welchen Hoffnungen alternative wirtschaftliche Handlungsformen Anlass geben.
Mit den Teilnehmer_innen aus Kunst, Ökonomie und Sozialwissenschaft soll besprochen werden,
welche utopischen Potentiale alternative Wirtschaftsformen bereithalten und inwiefern es möglich ist, diese auch tatsächlich zu leben. Oder handelt es sich bei den vielfältigen Teil-,Tausch- und
Gruppenökonomien primär um Versuche, aus der nicht mehr sprichwörtlichen Not die Tugend einer
Überlebensstrategie zu machen? 
Besonderes Augenmerk wird der Frage gelten, inwieweit sich das Kunstsystem für andere, solidarischere, gemeinwohlorientierte und/oder nachhaltigere Wirtschaftsformen eignet.





Weiterführende Informationen

Ihre Kontaktstelle des Landes für Kunst im öffentlichen Raum

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Kunst und Kultur
Dr. Katharina Blaas, E-Mail: publicart@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-13203, Fax: 02742/9005-13910

3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 2

Lageplan, Adressen aller Dienststellen

|

Footer


Letzte Änderung dieser Seite: 03.11.2015

Nö Landkarte Amstetten Baden Bruck a. d. Leitha Gmünd Gänserndorf Hollabrunn Horn Korneuburg Krems Lilienfeld Melk Mistelbach Mödling Neunkirchen Scheibbs St. Pölten Tulln Waidhofen a. d. Thaya Wiener Neustadt Wien Umgebung Zwettl

Detailbereichsmenü und Zusatzinformationen aus dem Bereich Veranstaltungen

> > > > > >
Veranstaltungen