30.05.2005 | 09:20

Eröffnung des "Brandlhofs" in Radlbrunn

Pröll: Ein Anker in einer bewegten Zeit

Im Zuge der Vorbereitungen für die diesjährige NÖ Landesausstellung am Heldenberg (Bezirk Hollabrunn) wurde auch der in der Ortsmitte der Katastralgemeinde Radlbrunn gelegene "Brandlhof" revitalisiert. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll nahm gestern die Eröffnung des historischen Bauwerks vor.

"Der Brandlhof ist eine der vielen Perlen des Schmidatals, die sich rund um die heurige Landesausstellung ranken. Die Eröffnung ist eine historische Stunde, in der man sich bewusst wird, dass bereits vor 800 Jahren hier Menschen gelebt und uns den Weg bereitet haben. Mit der Revitalisierung und der Nutzung hauchen wir nicht nur einem alten Gemäuer Leben ein, sondern setzen auch ein Signal für künftige Generationen auf dem Weg nach vorne", meinte Pröll. Der revitalisierte Hof solle künftig möglichst vielen Menschen „ein Anker in einer bewegten Zeit“ sein.

Der Brandlhof, ein ehemaliger Meierhof des Stifts Lilienfeld, wurde erstmals im Jahre 1209 urkundlich erwähnt und seit dem 18. Jahrhundert von der Familie Brandl bewirtschaftet. Bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Hof als Musterbetrieb geführt, danach versank er allmählich in einen „Dornröschenschlaf“. Im Jahre 2002 erstand die Marktgemeinde Ziersdorf den Hof, als Betreiberin fungiert seitdem die Volkskultur Niederösterreich. In der Folge wurde mit der Revitalisierung des architekturhistorisch und agrargeschichtlich bedeutenden Denkmals, welches ein typisches Beispiel für den Lehmbau im Weinviertel darstellt, begonnen.

Im Rahmen dieser Revitalisierung wurde besonders darauf geachtet, dass der ursprüngliche Charakter des Hofs erhalten bleibt. So wurden etwa Fenster und Türen in ihrer unregelmäßigen Form belassen, Fensterstöcke und Rahmen wurden so weit wie möglich saniert und der Vorlage entsprechend genau nachgebaut. Die aus gehackten Hölzern bestehende Dachkonstruktion blieb weitgehend erhalten, der Dachstuhl wurde neu geglättet und mit alten Ziegeln wieder gedeckt.

Auch die stillgelegten Kamine wurden als wesentliches Charakteristikum dieser Dachlandschaft erhalten. In den ehemaligen Stallungen des Gebäudes wurde eine Ausstellung zur Geschichte des Hofs, im früheren Wohnhaus eine Wirtsstube eingerichtet. Zudem dient der Hof künftig als Zentrum für die Volkskultur im Weinviertel. Ebenso wird er dem Museumsmanagement Niederösterreich als Seminarzentrum dienen. In den Wintermonaten werden für die Kustoden der niederösterreichischen Museen Lehrgänge angeboten, im Sommer vervollständigen Veranstaltungen mit Volksmusik und traditionellem Handwerk das Programm.

Die Kosten für die Restaurierung des Bauwerks beliefen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Aufgebracht wurde diese Summe aus Mitteln des Landes, der Europäischen Union, des Bundesdenkmalamts und der Marktgemeinde Ziersdorf.

Der Brandlhof ist ab sofort bis zum 1. November jeden Samstag und jeden Sonntag und Feiertag von 10 bis 17 Uhr sowie von Montag bis Freitag für angemeldete Gruppen geöffnet; die Besichtigungen sind kostenlos.

Nähere Informationen: Brandlhof, Telefon 02275/4660, e-mail: weinviertel@volkskulturnoe.at, www.volkskulturnoe.at/brandlhof


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