02.08.2013 | 10:14

Lehrgrabungen in Hornsburg

Forschungsteam untersucht 6.500 Jahre alte Kreisgrabenanlage

Seit mehr als einem Monat wird in Hornsburg in der Gemeinde Kreuttal im Zuge einer Lehrgrabung die 6.500 Jahre alte Kreisgrabenanlage untersucht. Diese jungsteinzeitliche Kreisgrabenanlage ist bereits die zweite in Hornsburg, die wissenschaftlich erforscht wird. Das Projekt der Universität Wien in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie schließt unter der Leitung von Univ.Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer vom LBI und Univ.Prof. Dr. Timothy Taylor vom Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie an die Erkenntnisse von Grabungen aus dem Jahr 2009 an und versucht, Zusammenhänge herauszufinden.

Die Kreisgrabenanlagen gehören zu Europas ältesten Monumentalbauten und wurden zwischen 4800 und 4500 vor Christus errichtet. Die ersten Kreisgräben kann man erfassen, nachdem um 4900 vor Christus durch große kriegerische Szenarien ganze Landstriche bereinigt und neue Siedlungen geschaffen wurden. „Kreisgräben waren ein integraler Bestandteil der Siedlungen und hatten große Bedeutung, möglicherweise als Ritualplatz für Initiationsrituale, Hochzeiten und Begräbnisse. Diese Anlage ist sehr mächtig. Der äußere Kreis hat einen Durchmesser von 110 Metern, die Gräben sind sechs Meter breit und drei Meter tief. Es sind drei Gräben, durch die eine Torgasse von außen ins Zentrum führt", berichtet Neubauer.

Noch knapp zwei Wochen werden Neubauer, Taylor sowie die 40 bis 60 Mitarbeiter und Studenten die Kreisgrabenanlage in Hornsburg ausgraben und erforschen, dann wird sie wieder unter der Erde verschwinden und nur mittels hochauflösender Magnetometersysteme und Luftbildarchäologie zu sehen sein; Neubauer führt das Forschungsprogramm dann Mitte August weiter nach Stonehenge zu den britischen Steinkreisen.

Nähere Informationen beim LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie unter 0664/60277-40304 und e-mail Wolfgang.Neubauer@archpro.lbg.ac.at.

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