26.06.2012 | 11:15

Experimentelle Archäologie im Urgeschichtemuseum Niederösterreich

Krematoriumsexperiment am 30. Juni in Asparn an der Zaya

Um den archäologischen Nachwuchs mit der Praxis hinter der Theorie vertraut zu machen, findet seit 30 Jahren im Freilichtareal des Urgeschichtemuseums Niederösterreich in Asparn an der Zaya die Lehrveranstaltung „Experimentelle Archäologie" der Universität Wien statt. Diese Lehrveranstaltung, im deutschsprachigen Raum die älteste ihrer Art, ist heuer, im Jubiläumsjahr, von Donnerstag, 28. Juni, bis Sonntag, 1. Juli, anberaumt. Mit über 100 Studenten der Universitäten in Wien, Brno, Bratislava, Göttingen, Erlangen und Berlin ist dies zudem die größte und bedeutendste Lehrveranstaltung für experimentelle Archäologie im gesamten europäischen Raum.

Mit der experimentellen Archäologie kann die Lebenswelt der Menschen in der Urgeschichte weitaus tiefgreifender und realitätsnaher untersucht werden als durch bloße archäologische Befunde von Grabungen und deren Interpretation. Das archäologische Experiment versucht, Handwerkspraktiken, technische Einrichtungen und Arbeitsvorgänge zu überprüfen, zu erklären und so letztlich zu rekonstruieren.

Dementsprechend setzt das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien mit der Durchführung dieser Lehrveranstaltung einen Schwerpunkt auf den praktischen Einblick in die Urgeschichte. Urgeschichtliche Handwerkstechniken werden so zu Lehrinhalten; auf dem Programm stehen u. a. Holzbearbeitung, Keramik, Feinschmiedetechnik, Eisen-, Kupfer- und Textilverarbeitung sowie Elfenbeinschnitzerei. Besucher des Urgeschichtemuseums können im Rahmen der Öffnungszeiten bei den einzelnen Experimenten zusehen.

Eine Besonderheit stellt das Kremationsexperiment am Samstag, 30. Juni, dar: Mit diesem Verbrennungsexperiment soll eine Vorstellung davon gewonnen werden, welchen Aufwand es für die früher lebenden Menschen bedeutete, ihre Toten zu verbrennen. Dazu wird ein auf natürliche Weise verstorbenes Schwein herangezogen, bei dem untersucht wird, wie die Lage und der Zustand der Knochen nach der Verbrennung ist, wie lange dieser Vorgang dauert etc.

Nähere Informationen beim Urgeschichtemuseum Niederösterreich unter 0664/60 49 92 81, MMag. Renate Heger, e-mail renate.heger@urgeschichte.at und http://www.urgeschichte.at/.

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