08.11.2004 | 12:34

Gesundheitsplattformen stärken NÖ Gesundheitssystem

Sobotka:„Sichert medizinische Qualität“

Als wichtigen und richtigen Schritt bezeichnet Finanz-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka die Einigung der Bundes- und Ländervertreter über die neuen Strukturen im Gesundheitsbereich. Mit den Gesundheitsplattformen auf Länderebene wird eine gemeinsame Verantwortung von Kassen und Ländern für die Finanzierung ermöglicht. In Niederösterreich wurde dieses System bereits erfolgreich in Pilotversuchen mit der NÖ Gebietskrankenkasse, der Ärztekammer und dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen gemeinsam erprobt.

Die ausverhandelte Lösung stellt nicht nur die gemeinsame Finanzierung des Gesundheitssystems dar, sondern gewährleistet auch Effizienzmaßnahmen. Die Länder werden laut Sobotka durch diverse Maßnahmen, z. B. Senkung der Verwaltungskosten und einer engeren Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem Spitalsbereich, Österreich weit rund 300 Millionen Euro einsparen.

„Es gilt Sparpotenziale auszuschöpfen, vorhandene Doppelgleisigkeiten abzubauen und Synergieeffekte zu nutzen. Eine Verbesserung und Steigerung der Qualität ist dann möglich, wenn Spital und niedergelassene Ärzte über einen gemeinsamen Topf finanziert werden. Mit der Schaffung von Gesundheitsplattformen wird dies ermöglicht und das derzeitige Finanzierungssystem wesentlich vereinfacht, so Sobotka.

Derzeit erfolgt die Finanzierung der öffentlichen Krankenanstalten zum Großteil durch den Bund, das Land Niederösterreich, die niederösterreichischen Gemeinden und den Hauptverband. Der niedergelassene Bereich (praktische Ärzte, Fachärzte, Institute, Ambulatorien etc.) wird großteils durch die Sozialversicherungen finanziert.

Die Gesundheitsplattform wird 4 zentrale Aufgaben haben: Erstens die gemeinsame Planung für Gesundheitsregionen. Für Krankenhäuser und niedergelassene Allgemeinmediziner und Fachärzte kann dann gemeinsam für die Patienten geplant werden, welche Gesundheitsleistungen der Bezirk braucht (z. B. wie viele Augenärzte, welche Leistung bietet das Krankenhaus, welche der niedergelassene Arzt). Die Festlegung des „Versorgungsauftrages“ verhindert Doppelbehandlungen und beschleunigt Termine für den Patienten. Zweitens die gemeinsame Steuerung der Gesundheitspolitik für die nächsten Jahre. Fragen wie z. B. „Wie entwickelt sich die Region?“ und „Was braucht die Region für Gesundheitsleistungen in den nächsten 4 bis 10 Jahren?“ werden durch ständige Datenanalysen und Berücksichtigung der demografischen Entwicklung sichergestellt. Die gemeinsame Qualitätssicherung ist die dritte Aufgabe für die Gesundheitsplattform, die gemeinsam mit Ärztekammer und dem Bund erfolgen wird. Dadurch wird viertens die gemeinsame Finanzierung möglich.

„Der Landesgesundheitsfonds schafft eine moderne und schnelle Behandlung für Patienten, die auch in Zukunft finanziert werden kann. Das Entscheidende ist aber, dass wir - die Kassen und die Länder - die budgetäre Verantwortung gemeinsam übernehmen", so Sobotka.


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