Contact Tracing

Was ist Contact Tracing?

Als Contact Tracing (Kontaktpersonenverfolgung) wird die Nachverfolgung der Personen, zu welchen eine an COVID-19 erkrankte Person Kontakt hatte und die sich möglicherweise angesteckt haben könnten, bezeichnet.

Wie läuft das Contact Tracing bei den NÖ Behörden ab?

Wenn die niederösterreichischen Gesundheitsbehörden (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) Kenntnis von einer COVID-19 Erkrankung erhalten, startet das Contact-Tracing.

Die positiv getestete Person wird zunächst von der Gesundheitsbehörde aufgefordert, ein Kontaktpersonen-Formular auszufüllen und anzugeben, mit welchen  Personen in den letzten 48 Stunden (bei Mutationen: in den letzten 96 Stunden) vor der Probenahme oder bei symptomatischen Personen vor Symptombeginn ein Kontakt stattgefunden hat. In dem Formular ist auch anzukreuzen, ob der Kontakt länger oder kürzer gedauert hat, ob ein Abstand von 2 Metern eingehalten wurde, ob Schutzmaßnahmen eingehalten wurden, etc.. Dieses Formular muss wahrheitsgemäß ausgefüllt werden und möglichst rasch an die Gesundheitsbehörde übermittelt werden (z.B. per E-Mail).

Die Gesundheitsbehörde stellt dann anhand der Daten fest, ob bei den angegebenen Personen ein hohes Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 1“ bzw. „K1“) oder ein niedriges Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 2“ bzw. „K2“) besteht. Wenn zur Abklärung weitere Informationen erforderlich sind, werden die positiv getestete Person und/oder die angegebenen Kontaktpersonen auch telefonisch von der Gesundheitsbehörde kontaktiert.

Ob ein hohes Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 1“ bzw. „K1“) oder ein niedriges Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 2“ bzw. „K2“) besteht, hängt davon ab, unter welchen Voraussetzungen der Kontakt stattgefunden hat.

Der Kategorie I (Hoch-Risiko-Exposition) werden vor allem Personen zugeordnet, die

  • kumulativ für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung ≤ 2 Meter Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten (insbes. Haushaltskontakte)
  • sich im selben Raum (z.B. Klassenzimmer, Besprechungsraum, Räume einer Gesundheitseinrichtung) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung ≤ 2 Meter für 15 Minuten oder länger aufgehalten haben
  • unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen ausgesetzt waren (z.B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sport in Innenräumen) oder ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösen Sekreten eines bestätigten Falles hatten
  • direkten physischen Kontakt (z.B. Hände schütteln) mit einem bestätigten Fall hatten

-> Kategorie I Kontaktpersonen werden mit Bescheid abgesondert.

Der Kategorie II (Niedrig-Risiko-Exposition) werden vor allem Personen zugeordnet, die

  • kumulativ für kürzer als 15 Minuten in einer Entfernung ≤ 2 Meter Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten
  • sich im selben Raum (z.B. Klassenzimmer, Besprechungsraum, Räume einer Gesundheitseinrichtung) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung > 2 Metern für 15 Minuten oder länger oder in einer Entfernung von ≤ 2 Metern für kürzer als 15 Minuten aufgehalten haben.

-> Kategorie II Kontaktpersonen werden dazu angehalten ihren Gesundheitszustand zu beobachten, bei Notwendigkeit können sie auch verkehrsbeschränkt werden.

Warum ist das Contact-Tracing so wichtig?

Die NÖ Gesundheitsbehörden vollziehen das Contact Tracing, um die Ausbreitung der Pandemie möglichst gering zu halten. Hier spielt insbesondere auch der zeitliche Faktor eine Rolle – je schneller eine Kontaktperson eruiert und abgesondert werden kann, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person das Virus unbewusst weiterverbreiten kann.

Je geringer die Neuinfektionsrate gehalten werden kann, umso weniger muss durch generelle Einschränkungen in den Alltag von uns allen eingegriffen werden.

Wo finde ich weitere Informationen zum Contact Tracing und zu Kontaktpersonen?

Umfangreiche Informationen zur bundesweiten Teststrategie und zum Umgang mit Kontaktpersonen werden auf der Webseite des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz unter „Informationen zum Coronavirus“ -„Fachinformationen“ zur Verfügung gestellt.


Häufig gestellte Fragen zum Thema Contact Tracing

„Contact Tracing“ bedeutet die Rückverfolgung der Kontakte einer positiv getesteten Person, die sich möglichweise mit SARS-CoV-2 angesteckt haben können. Diese Personen mit Ansteckungsrisiko sollen möglichst rasch über die Ansteckungsmöglichkeit informiert werden und es soll vermieden werden, dass es zu einer weiteren Verbreitung des Virus kommt.

Prinzipiell gilt jede und jeder als Kontaktperson, der in einem Zeitraum, in welchem Ansteckungsfähigkeit bestand, Kontakt (egal welcher Art) zu einer Person hatte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ansteckungsfähigkeit (Kontagiösität) besteht 48 Stunden vor Erkrankungsbeginn (d.h. Auftreten der Symptome) bis 10 Tage nach Erkrankungsbeginn bzw. bei asymptomatischen Fällen 48 Stunden vor bis 10 Tage nach Probenentnahme, welche zu positivem Testergebnis geführt hat. Bei schwerer oder andauernder Symptomatik kann die infektiöse Periode gegebenenfalls auch länger dauern.

Beispiel: Person A trifft Person B am Dienstag. Am Donnerstag treten bei Person A typische Symptome auf, weshalb Person A die Gesundheitshotline 1450 anruft und getestet wird. Am Freitag erfährt Person A, dass das Testergebnis positiv ist. Da eine Ansteckungsfähigkeit schon 48 Stunden vor Auftreten der Symptome besteht, gilt  Person B als Kontaktperson.

Nein, es muss nicht jede Kontaktperson in Quarantäne.

Positiv getestete Personen müssen der Gesundheitsbehörde bekanntgeben, mit welchen Personen sie im ansteckungsfähigen Zeitraum Kontakt hatten und dabei auch ankreuzen, ob der Kontakt länger/kürzer, enger/entfernter, drinnen/draußen war bzw. ob Schutzmaßnahmen eingehalten wurden (siehe auch Kontaktpersonenermittlungsformular).

Die Gesundheitsbehörde stellt dann anhand der Daten fest, ob bei den angegebenen Personen einen hohes Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 1“ bzw. „K1“) oder ein niedriges Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 2“ bzw. „K2“) besteht. Personen bei denen ein hohes Ansteckungsrisiko besteht, werden dann von der Gesundheitsbehörde kontaktiert und abgesondert. 

Es müssen ALLE Kontaktpersonen im angegebenen Zeitraum gemeldet werden.

Die Frage, ob bei einer Person von einem hohen Ansteckungsrisiko oder von einem niedrigen Ansteckungsrisiko auszugehen ist, ist eine medizinische Frage, die im konkreten Einzelfall durch den Amtsarzt/die Amtsärztin anhand der aktuellen empirischen und wissenschaftlichen Daten abzuklären ist.

Laut Gesundheitsministerium sind K1-Kontaktpersonen jene, die

  • länger als 15 Minuten (das heißt auch mehrmals hintereinander für mehrere Minuten) direkten Kontakt in einer Entfernung von unter zwei Metern mit einer infizierten Person hatten;
  • sich im selben Raum wie eine infizierte Person aufhielten (wieder länger als 15 Minuten und näher als zwei Meter);
  • ungeschützten direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatten (Hände schütteln, Umarmungen etc.);
  • ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösen Sekreten eines bestätigten Falls hatten (Anhusten, Anspucken);
  • mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen ausgesetzt waren – unabhängig von der Entfernung (Feiern, Sport in Innenräumen, gemeinsames Singen);
  • im Flugzeug, Zug oder Reisebus direkt neben einer infizierten Person gesessen sind;
  • im gleichen Haushalt mit einer infizierten Person leben;
  • Gesundheitspersonal, das ohne Schutzausrüstung positiv Getestete betreut;

Im Einzelfall entscheidet die Gesundheitsbehörde, ob von einem hohen Ansteckungsrisiko auszugehen ist oder nicht (z.B. wenn bestimmte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden).

Fachinformationen des Gesundheitsministeriums (Kontaktpersonennachverfolgung)

Personen, bei denen ein hohes Ansteckungsrisiko vorliegt, werden ab der behördlichen Feststellung des Vorliegens eines hohen Ansteckungsrisikos bis zum Tag 14 nach dem letzten Kontakt mit der erkrankten Person abgesondert. Der Tag, an dem man zuletzt Kontakt mit einer infizierten Person hatte, gilt bei der Berechnung als Tag 0 (Null). 

Beispiel: Person A hat Person B am 10.11.2020 zuhause besucht (= Tag Null). Am 12.11.2020 wird Person B aufgrund von typischen Symptomen getestet und als Verdachtsfall abgesondert. Am 14.11.2020 erfährt Person B, dass das Testergebnis positiv ist und übermittelt am Abend des 14.11.2020 das ausgefüllte Kontaktpersonenformular an die Gesundheitsbehörde. Die Gesundheitsbehörde stellt aufgrund des Formulars am 15.11.2020 bei Person A ein hohes Ansteckungsrisiko fest und sondert ihn von 15.11.2020 bis einschließlich 24.11.2020 (= Tag Vierzehn) ab. Ab dem 20.11.2020 (= Tag Zehn) besteht die Möglichkeit der Freitestung.

Hoch-Risiko-Kontaktpersonen sind verpflichtet, sich am Tag Fünf nach dem Kontakt mit dem Erkrankten testen zu lassen. Sollte diese Testung ein negatives Testergebnis erbringen, verkürzt es die Quarantäne nicht. Die Testung stellt eine Momentaufnahme dar. Innerhalb der Inkubationszeit ist es möglich, dass eine Infektion erst zu einem späteren Zeitpunkt wahrnehmbar wird. Die Inkubationszeit ist daher jedenfalls abzuwarten. Sollte eine weitere freiwillige Testung ab Tag Zehn nach dem Kontakt neuerlich ein negatives Testergebnis erbringen, endet die Absonderung allerdings vorzeitig.

Laut Gesundheitsministerium sind K2-Kontaktpersonen jene, die

  • innerhalb der vergangenen sechs Monate selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurden;
  • kürzer als 15 Minuten direkten Kontakt in einer Entfernung von unter zwei Metern mit einer infizierten Person hatten;
  • länger als 15 Minuten direkten Kontakt in einer Entfernung von über zwei Metern mit einer infizierten Person hatten;
  • im gleichen Flugzeug, Zug oder Bus wie eine infizierte Person gesessen sind;

Fachinformationen des Gesundheitsministeriums (Kontaktpersonennachverfolgung)

Nein, Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen werden nicht abgesondert, werden aber aufgefordert, den Gesundheitszustand genauer zu beobachten, Kontakte mit vielen Menschen möglichst zu vermeiden und zusätzliche Schutzmaßnahmen zu treffen. Sie dürfen ihre Wohnung aber weiterhin verlassen.

Bewahren Sie Ruhe. Je nachdem wie lange und intensiv der Kontakt zu dieser positiv getesteten Person war, sowie abhängig von der Einhaltung der Hygieneregeln (Abstand, Maske, etc.), ist das Ansteckungsrisiko höher oder niedriger. Ihre Gesundheitsbehörde ist bemüht, im Zuge des Contact Tracings alle betroffenen Kontaktpersonen zu ermitteln und diese im Falle von weiteren erforderlichen Maßnahmen rasch zu verständigen. Sie können mit der erkrankten Person Kontakt aufnehmen und diese gegebenenfalls erinnern, Sie in ihre Kontaktliste aufzunehmen. Ungeachtet dessen können Sie sich selber bei der Gesundheitshotline 1450 melden und die Situation schildern. Ihre Kontaktdaten werden aufgenommen und im Rahmen des Contact Tracings weiter bearbeitet.

Solange Sie seitens der Gesundheitsbehörde nicht kontaktiert werden, sind Sie nicht abgesondert. Nahegelegt wird dennoch Kontakte vorrübergehend möglichst zu vermeiden, erhöhte Schutzmaßnahmen zu ergreifen und den eigenen Gesundheitszustand genau zu beobachten. Nehmen Sie auch ggf. mit Ihrem Arbeitgeber Kontakt auf und klären Sie mit diesem die weitere Vorgangsweise (z.B. Home Office). Sollten Sie Symptome entwickeln oder sich krank fühlen nehmen Sie bitte umgehend mit der Gesundheitshotline 1450 Kontakt auf.

Positiv getestete Personen werden aufgefordert, so rasch als möglich eine Liste aller Personen, mit denen sie 48 Stunden vor Beginn der Symptome bzw. vor der Testung Kontakt hatten, unter Angabe näherer Informationen zum Kontakt zu melden (Siehe Formular zur Kontaktpersonenermittlung).

Die Behörde prüft in der Folge bei jedem Kontakt, ob aufgrund der Umstände ein höheres oder niedrigeres Ansteckungsrisiko anzunehmen ist. Sofern ein hohes Ansteckungsrisiko festgestellt wird, erhält die betreffende Kontaktperson einen Absonderungsbescheid mit weiteren Informationen.

In diesem Fall sind keine weiteren Maßnahmen seitens der Gesundheitsbehörde indiziert. Es empfiehlt sich natürlich allgemein auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu achten. Sollten Sie jedoch Symptome entwickeln, nehmen Sie bitte mit der Gesundheitshotline 1450 Kontakt auf.

Wenn Sie auf Ihrem Smartphone die „Stopp-Corona-App“ installiert haben und über die App eine rote Warnmeldung erhalten haben, bedeutet dies, dass Sie innerhalb der vergangenen zwei Tage Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten. Kontaktieren Sie in diesem Fall bitte die Gesundheitshotline 1450 und teilen Sie mit, dass Sie über die App die Warnmeldung erhalten haben. Sie werden in der Folge als Kontaktpersonen der Kategorie IV registriert. K4-Kontaktpersonen werden für 10 Tage abgesondert und nach 5 Tagen wird eine PCR-Testung veranlasst. Wenn das Testergebnis negativ ist, endet die Absonderung vorzeitig.

Ihre Gesundheitsbehörde ist bemüht im Zuge des Contact Tracings alle betroffenen Kontaktpersonen zu ermitteln und im Falle von weiteren erforderlichen Maßnahmen zu verständigen.

Sie werden um Geduld ersucht, sollten in Ihrem Fall weitere Maßnahmen erforderlich sein, so wird sich die Gesundheitsbehörde so rasch als möglich mit Ihnen in Verbindung setzen

Ja, auch bei einer bescheidmäßigen Verkehrsbeschränkung ist der Schulbesuch weiterhin möglich. Die Einschränkungen sind im Freizeitbereich allerdings relevant (z.B. Sportverein, privater Besuch).

Bisher war mein Kind nur als K2 eingestuft bei einem positiven Fall in der Schule, jetzt aber als K1. Warum?

Es ist aktuell zu beobachten, dass insbesondere die britische Mutation sich bei Kindern und Jugendlichen anders auswirkt, als die bisher vorherrschenden Varianten. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung von SARS-CoV-2 sind daher an diese geänderten Umstände anzupassen.

Da die britische Mutation des Virus eine höhere Ansteckungsfähigkeit auch bei Kindern und Jugendlichen aufweist, bei Kindern und Jugendlichen die Erkrankung aber häufig nur schwer erkannt wird, da sie weniger Symptome aufweisen, sind im Kindergarten- und Schulbereich verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus zu treffen. Sofern keine Schutzmaßnahmen (z.B. FFP2-Maske) bestanden, wird im Falle des Auftretens eines positiven Falls daher die gesamte Gruppe bzw. Klasse als Hoch-Risiko-Kontaktperson eingestuft.


Ihre Kontaktstelle des Landes

Zuständig ist Ihre örtliche Bezirksverwaltungsbehörde als Gesundheitsbehörde. Klicken Sie hier, um zu einer Liste aller Gesundheitsbehörden zu gelangen.
NÖ Corona-Hotline: 02742 / 9005 -14300 
E-Mail: noe-coronainfo@noel.gv.at
Letzte Änderung dieser Seite: 25.11.2021
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