Nachhaltige Landnutzung

Das Land Niederösterreich bietet Instrumente zur Unterstützung einer nachhaltigen Landnutzung und für den Bodenschutz an.

Nachhaltige Landnutzung im NÖ Landschaftsfonds (LAFO)

Die NÖ Agrarbezirksbehörde unterstützt durch Förderungen aus dem NÖ Landschaftsfonds (LAFO) Maßnahmen und Projekte zur nachhaltigen Landnutzung, zur Verbesserung der Wirtschaftsweise und zum Bodenschutz im Sinne der Erhaltung einer intakten Kulturlandschaft.

Der LAFO hat das Ziel der Erhaltung und Wiederherstellung einer ökologisch intakten Kulturlandschaft mit einer reichen Ausstattung an heimischen Tieren und Pflanzen, vielfältigen Landschaftselementen und umweltschonenden Nutzungen.
Der Fonds wird auf Grundlage des NÖ Landschaftsabgabegesetzes (LGBl. 3630-0) durch die so genannte „Landschaftsabgabe“ dotiert.

  • Maßnahmen, die zur nachhaltigen Landnutzung, zur Verbesserung der Wirtschaftsweise und zum Bodenschutz im Sinne der Erhaltung einer intakten Kulturlandschaft beitragen.
  • Aufwendungen für Evaluierung, Monitoring, Projektbetreuung und Beratung, Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zu Projekten der nachhaltigen Landnutzung
  • Pilotprojekte und Projekte der angewandten Forschung und Demonstrationsprojekte
  • Unterstützung bei der Einführung und Umsetzung umweltschonender Wirtschaftsweisen
  • Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Als förderungswerbende Personen kommen alle natürlichen und juristischen Personen und Gebietskörperschaften in Betracht, wenn sie das Förderungsziel erfüllen und zur Durchführung der Maßnahmen keine gesetzlichen Verpflichtungen bestehen.
Im Falle der Gewährung der Förderung auf Basis der genehmigten staatlichen Beihilfe werden die Beihilfen nur KMUs gewährt (gemäß Anhang I Artikel 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

Detailinformationen zur Antragstellung erhalten Sie unter:

NÖ Agrarbezirksbehörde, Fachabteilung Landentwicklung
Landhausplatz 1, Haus 12, 3109 St. Pölten
E-Mail: post.abb@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-13603

Die Einreichung von Projektvorhaben muss jedenfalls vor Beginn der Umsetzung bei der Geschäftsstelle des NÖ Landschaftsfonds erfolgen.


Beispielsprojekte

Humusgehalt und Bodenstruktur haben eine hohe Bedeutung für den Schutz vor Bodenerosion durch Wind und Wasser; Humus bildet zudem die Grundlage der Bodenfruchtbarkeit. Daher ist für die Bewirtschaftung von Ackerflächen wichtig zu wissen, ob der Humusgehalt und damit die Bodenfruchtbarkeit auf dem jeweiligen Feldstück steigt oder sinkt.

Dazu bietet die NÖ Agrarbezirksbehörde (NÖ ABB) BewirtschafterInnen an, für ihre jeweiligen Ackerschläge eine Humusbilanzierung berechnen zu lassen. Die Teilnahme an diesem Projekt ist kostenlos. Der Zeitaufwand für die Datenerhebung mit der NÖ ABB beträgt am Betrieb 2 bis 3 Stunden, die individuelle Ergebnisbesprechung ca. 1 Stunde.

Die Bioforschung Austria hat die fachliche Expertise zum Thema Humusbilanzierung erarbeitet und ein Programm entwickelt, mit dem errechnet werden kann, ob der Humusgehalt auf dem jeweiligen Ackerschlag zu- oder abnimmt. Bei dieser Berechnungsart wird auch der Bodenstandort berücksichtigt; diese sechs sogenannten Standortgruppen können in der Österreichischen Bodenkarte (www.bodenkarte.at) abgefragt werden und geben an, ob der Boden die Fähigkeit zur Humusanreicherung hat (Standortgruppe 1) oder anfällig für Humusabbau ist (Standortgruppe 6).
Zur Erstellung einer Humusbilanzierung wird die Humuszufuhr dem Humusabbau gegenübergestellt, daraus ergibt sich der Humussaldo.
Die Humussteigerung wird positiv beeinflusst durch humusmehrende Kulturen (z.B. Leguminosen), organische Dünger (Stallmist, Biogasgülle, Kompost), Stroh- und Ernterückstandseinarbeitung sowie Zwischenfruchtanbau. Der Humusabbau dagegen resultiert u.a. aus humuszehrenden Kulturen in der Fruchtfolge. Weitere wichtige Einflussfaktoren sind die Bodenverhältnisse sowie die klimatischen Bedingungen.

Erfahrungsgemäß liegt der Humussaldo zwischen minus 100 und plus 500 kg Humus‑C pro Hektar und Jahr. Ein negativer Wert bedeutet Humusabbau, ein positiver Wert bedeutet Humusaufbau. Je höher der errechnete Wert, desto höher damit auch der Humusgehalt bzw. die Bodenfruchtbarkeit auf der Fläche.

Die Ermittlung der Humusbilanzierung erfolgt nicht durch Messung, sondern rechnerisch. Analysen sowie Überlegungen zur Verbesserung der Humusbilanzen werden mit jedem Bewirtschafter bzw. jeder Bewirtschafterin persönlich besprochen.

In den letzten Jahren konnte die NÖ ABB bereits erfolgreich Humusbilanzierungsprojekte in allen größeren Ackerbauregionen Niederösterreichs umsetzen.

Info und Kontakt: DIin Elfi Hasler, 02742/9005-15569; elfriede.hasler@noel.gv.at

Aufbauend auf Strategien zur optimierten Grünlandnutzung, die vom LFZ Raumberg-Gumpenstein für Grünlandbetriebe im Alpengebiet entwickelt wurden, wird in enger Kooperation von ÖKL und LK NÖ das Konzept einer abgestuften Grünlandbewirtschaftung mit dem Fokus auf optimale Ausnutzung vorhandener Standortfaktoren auf das Gebiet des im Vergleich zum Alpengebiet „trockeneren“ Alpenostrandes übertragen.

Zu diesem Zweck werden für Bio- und konventionelle Betriebe in der Modellregion Puchberg am Schneeberg Betriebskonzepte entwickelt.

Kernstück dieser Konzepte ist eine Optimierung der Nutzungsintensität angepasst an standörtliche Gegebenheiten mit dem Fokus, Standorte mit hohem Ertragspotential intensiver, solche mit geringerem Potential weniger intensiv zu bewirtschaften und damit die Ertragsunsicherheit zu reduzieren.

Dafür sind Kartierungen durch die ARGE Vegetationsökologie und Landschaftsplanung und auch Ertrags- und Qualitätsanalysen notwendig.

Für diese Betriebsoptimierung ist die Entwicklung eines längerfristigen Leitbildes mit einem Betriebskonzept (inklusive Art der Tierproduktion, Stallhaltung, Vermarktung, überbetriebliche Kooperationen…), unterstützt durch Wirtschaftlichkeitsanalysen der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, erforderlich.

Ein wichtiges Ergebnis des Projektes ist auch die Erstellung einer Beratungsbroschüre durch ÖKL und LK NÖ für zukünftige Beratungen im NÖ Grünlandgebiet.

Konkrete Maßnahmen:

  • Erhebung Ist-Stand: Betriebsstruktur, Klassifizierung von Wiesentypen und Nutzungsintensitäten für Bio- und konventionelle Betriebe in der Modellregion Puchberg am Schneeberg
  • Ausarbeitung von Betriebskonzepten für die Betriebe
  • Informationsveranstaltungen (Kick-off, Workshop, Wiesenexkursion)
  • Ertrags- und Qualitätsanalysen (Futteranalysen) bei ausgewählten Betrieben
  • Erarbeitung einer Beratungsbroschüre für zukünftige Beratungen im NÖ Grünlandgebiet.
Deckblatt der Broschüre Abgestufte Nutzuungsintensität auf Wiesen und Weiden

Beratungsbroschüre mit den Ergebnissen und Erkenntnissen des Projektes:

Link zur Broschüre: Abgestufte Nutzungsintensitäten auf Wiesen und Weiden (pdf)
Link zu diesem Projekt auf der ÖKL-Seite: Abgestufte Wiesennutzung in NÖ - Modellregion Puchberg/Schneeberg

Wiesen und Weiden sind mit ihrer großen Bedeutung für den Landschaftshaushalt und die Landschaftsökologie wesentliche Elemente unserer Kulturlandschaft.
Die Neuanlage und die nachhaltige Bewirtschaftung von Weide- und Wiesenflächen sind Ziele des Projektes.

Im nördlichen NÖ - einem Gebiet ohne traditionelle Weidehaltung - biete die Förderung des LAFO einen Anreiz für den Aufbau von Weiden als Bewirtschaftungsform.

In den traditionellen Weidegebieten Niederösterreichs wird durch die Förderung von Weideneuanlagen und Weideerweiterungen ein Beitrag zur Grünlanderhaltung geleistet.

Daneben wird den LandwirtInnen umfangreiche Beratung für den Betrieb der Weide und Unterstützung für die bessere Vermarktung ihrer Produkte geboten.
Im Rahmen der „Weidefeste“ wird die Bevölkerung über die tierfreundliche und umweltgerechte Haltungsform der Weide informiert.

Konkrete Maßnahmen:

  • Errichtung der Weide
  • Beratung
  • Projektbetreuung
  • Öffentlichkeitsarbeit
2 Bilder von Weideland auf dem Kühe grasen

Alm- und Weideprojekte dienen der Sicherung und Wiederherstellung von Almflächen und Gemeinschaftsweiden unter Berücksichtigung von ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Darüber hinaus sollen gemeinschaftliche Aktivitäten innerhalb der Land- und Forstwirtschaft und mit möglichen Partnern aus den Bereichen Handel, Tourismus und Gastronomie angeregt werden.

Zielgruppen der Maßnahme sind bäuerliche Gemeinschaften und Einzelbetriebe. Als geeignete Maßnahmen werden Beratung, Projektbetreuung und investive Maßnahmen anerkannt; dazu bietet das Land NÖ Informationen an.

Die geplanten Maßnahmen werden fachlich beurteilt und Schwendungs- und Entbuschungsmaßnahmen sowie eine Wiederbegrünung mit geeignetem Saatgut durchgeführt. Projekte von bäuerlichen Gemeinschaften werden bevorzugt gefördert.

Zielsetzung des Projektes ist die Wiederherstellung von Weideland auf ehemals verwaldeten bzw. in Verwaldung und Verunkrautung begriffenen Alm- und Weideflächen durch so genannte Schwendung und Rodung zur Weideverbesserung.

Konkrete Maßnahmen:

  • Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung
  • investive Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftsweise
  • Projektbetreuung
Blick auf die Eisensteinweide



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Fax +43-(0)2742/9005-13890
E-Mail post.abb@noel.gv.at
Letzte Änderung dieser Seite: 11.5.2022
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