Wirtschaft 4.0: Chancen der Vernetzung nutzen

Drei Viertel der befragten Unternehmen aus NÖ sagen laut einer aktuellen Studie, dass Industrie 4.0 eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die produzierende Wirtschaft hat. Daraus wurden konkrete Maßnahmen zur Unterstützung entwickelt  

Drei Viertel der befragten Unternehmen aus NÖ sagen laut einer aktuellen Studie, dass Industrie 4.0 eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die produzierende Wirtschaft hat. Daraus wurden konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Betriebe entwickelt. Die gesamte Studie und weitere Informationen dazu finden Sie im Downloadbereich.

Neben der hohen Bedeutung für die Unternehmen bestätigt die Analyse, dass Aus- und Weiterbildung mit zunehmendem Einsatz von Wirtschaft 4.0 an Bedeutung gewinnen wird", sagt Johann Lefenda von der Pöchhacker Innovation Consulting GmbH, der im Auftrag von Wirtschaftskammer NÖ, Industriellenvereinigung NÖ und Land NÖ die Studie durchführte. 

Zwazl: Das Wichtigste bleibt der Mensch
In der Verfügbarkeit von Fachkräften sieht Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl daher den wichtigsten Standortfaktor: „Das Wichtigste ist und bleibt der Mensch. Das gilt in Zeiten der Digitalisierung mehr als je zuvor. Bei der Weiterbildung in Sachen Digitalisierung ist die WKNÖ ein starker und verlässlicher Partner."
So startet ab Herbst 2016 im WIFI NÖ ein 6-semestriger Lehrgang, der in Zusammenarbeit mit der Steinbeis Hochschule Berlin alle Themenfelder rund um die Digitalisierung abdeckt. Aktuell entwickelt die Sparte Industrie gemeinsam mit dem WIFI ein Spezialausbildungsprogramm zum Thema Industrie 4.0 für die Industrieausbildner. Einen weiteren Schwerpunkt bietet die WKNÖ mit der Technologie- und Innovationspartner (TIP)-Kooperation mit dem Land NÖ an: Sie bieten für Unternehmen  einen geförderten Industrie 4.0-Check an.


Salzer: Besser auf Kundenwünsche reagieren

„Dank der Studie wissen wir, dass viele Unternehmen die Digitalisierung zwar als wesent-lichen Zukunftstrend sehen, aber noch nicht wissen, wie sie konkret damit umgehen sollen" erklärt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ.
Im Bereich der industriellen Fertigung ermögliche Digitalisierung, noch besser auf Kundenwünsche einzugehen. Die Chancen zur flexibleren Produktion müssten aber auch durch die rechtlichen Rahmenbedingungen ermöglicht werden, so Salzer: „Wir brauchen dringend eine Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes. Nur so können wir produktionstechnisch auf kurzfristige Aufträge reagieren, dadurch wettbewerbsfähiger werden und Standort und Arbeitsplätze absichern."
Ein Kernergebnis der Studie belegt auch, dass es kein „Patentrezept für Wirtschaft 4.0" gibt. Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav: „Umso wichtiger ist es, Betriebe zur Entwicklung individueller Strategien zu motivieren und Unterstützungsmaßnahmen anzubieten. So gibt es zum Beispiel für entsprechende Investitionen oder Forschungsprojekte Finanzierungshilfen vom Land NÖ. Es werden spezifische Fördercalls geboten und für Kooperationen bieten die Cluster NÖ eine optimale Unterstützungsplattform."
WKNÖ-Präsidentin Zwazl hebt auch ihre interessenpolitischen Erwartungen hervor: „Überall, wo durch die Digitalisierung Anpassungsbedarf besteht, werden wir auch bei den Berufsbildern nachziehen müssen. Wir müssen diese durchforsten und anpassen. So werden die modularen Lehrberufe noch mehr an Bedeutung gewinnen."

 

Praxisbeispiele für konkrete Industrie 4.0-Maßnahmen in Niederösterreich

Aufgrund der Studienergebnisse wurden konkrete Maßnahmen entwickelt - hier ein Überblick:

  • Konsequente Umsetzung des Ausbaus der IKT-Infrastrukturen, um flächendeckend Zugang zu schnellen Internetverbindungen bereitstellen zu können.
  • 6-semestriger Studiengang „Bachelor of Engineering (B. Eng.) in Business and Engineering" des WIFI NÖ in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule Berlin
  • Kompakte Weiterbildung zu Industrie 4.0 im Rahmen der internationalen Summer School „Die Zukunft der Produktion" am 8. bis 9. September 2016 in Waidhofen/Ybbs
  • Branchen- und/oder themenspezifische Regionalveranstaltungen, um anhand von Praxisbeispielen aus NÖ Betrieben Industrie 4.0 erlebbar zu machen
  • Für NÖ Unternehmen bieten die Technologie- und Innovations-Partner (TIP) einen geförderten Industrie 4.0-Check an. Dabei wird das eigene Unternehmen im Themenkreis Industrie 4.0 ausgeleuchtet sowie strategische Handlungsempfehlungen abgeleitet
  • Weiterbildungsprogramm am „Laboratory for Manufacturing Innovation (LMI)" für das 3D-Drucken von Metallen bei der Forschungs- und Technologietransfer GmbH (FOTEC) in Wr. Neustadt
  • „Forschung trifft Wirtschaft": Organisation von Fachvorträgen von führenden Wissenschaftlern aus Top-Forschungseinrichtungen zum aktuellen Stand der Wissenschaft und Austausch mit NÖ Industrievertretern
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Letzte Änderung dieser Seite: 25.4.2017
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