Landwirtschaftlichen Bewässerungsanlagen - Rechtliche und technische Informationen zum Betrieb

Die Entnahme von Wasser aus dem Grundwasser oder aus Fließgewässern zum Zweck der landwirtschaftlichen Bewässerung bedarf einer wasserrechtlichen Bewilligung. Der Artikel erläutert, was bei der Einbringung eines solchen Antrags zu beachten ist und enthält technische Empfehlungen für die richtige Herstellung, Wartung und Sanierung eines Feldbrunnens.

Die Bewässerung einer landwirtschaftlichen Fläche erfordert in der Regel hohen Wasserbedarf und erfolgt mitunter in den Trockenperioden - also zu Zeiten, in denen Grund- und Fließwasser meist knapp ist. Eine Entnahme ist daher nicht unbeschränkt möglich. Derartige Entnahmen unterliegen daher der wasserrechtlichen Bewilligungspflicht und sind auf maximal 25 Jahre befristet.

Zuständige Behörde ist die Bezirkshauptmannschaft/ der Magistrat, wo die Bewässerungsanlage (die Wasserentnahmestelle) situiert ist.

Neubewilligung

Die Behörde hat im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens abzuklären, ob öffentliche Interessen (z. B. Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, Aufrechterhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit eines Flusses) und fremde Rechte (z.B. andere Bewässerungen, benachbarte Brunnenbesitzer, fremdes Grundeigentum) beeinträchtigt werden können.

Zur Beurteilung benötigt die Behörde ein Projekt. Dieses müssen Sie von einem Fachkundigen auf Ihre Kosten erstellen lassen und der Behörde mit dem Antrag auf wasserrechtliche Bewilligung vorgelegen.

Ein Projekt für eine Bewässerung oder Beregnungsanlage hat aus technischer Sicht jedenfalls folgende, von einem Fachkundigen erstellte Unterlagen zu enthalten:

Technischer Bericht

  • Beschreibung der geplanten Beregnungsanlage unter Bezug auf den Bestand:
  • Bedarfsnachweis (Beregnungsplan gegliedert nach Fläche, Fruchtart und Turnusbedarf in Abhängigkeit der Standortbedingungen einschließlich der Bodenart) und gegebenenfalls Begründung der Bewässerungsbedürftigkeit
  • Hydrogeologische Grundlagen
  • Angabe von fremden Rechten, welche durch den Bestand oder den Betrieb der Anlage berührt werden (fremde Grundstücke, Wasserrechte, Leitungen oder sonstige Einbauten)
  • Angaben über beabsichtigte Maßnahmen zur Berücksichtigung aktueller Bodenfeuchtesituationen

Planunterlagen

  • Übersichtslageplan (z.B. M 1:25 000) für Entnahmestellen und Beregnungsflächen
  • Katasterlagepläne (Maßstabsangabe nicht vergessen!), wobei alle zu bewässernden Grundstücksflächen sowie alle Transportleitungen und Entnahmestellen einzuzeichnen sind
  • Detailpläne für Objekte einschließlich maßgeblicher Schnitte: z.B. Brunnen, Pumpenhaus bzw. Entnahmebauwerke
  • Bei festverlegten Transportleitungen: Längenschnitt einschließlich Drucklinie

Erkundigen Sie sich vor der Errichtung einer Bewässerungs- oder Beregnungsanlage bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat über die Anforderungen im konkreten Fall im Rahmen des Parteienverkehrs bzw. an den Bausprechtagen.

Ein Musterprojekt samt Erläuterungen finden Sie unter Downloads.

Neuerliche Bewilligung

Die Entnahme von Grundwasser oder Oberflächengewässer zur Feldberegnung durch bestehende Brunnen bedarf einer neuerlichen Bewilligung, wenn die Frist (25 Jahre) abläuft Der Antrag muss innerhalb des Zeitfensters - 5 Jahre bis 6 Monate - vor Ablauf der Frist bei der Behörde einlangen, da sonst das Recht mit Ablauf der Frist erlischt.

Für die neuerliche Bewilligung zur Entnahme von Grundwasser aus den bestehenden Brunnen steht Ihnen ein Antragsformular samt den Erläuterungen zur Verfügung. Werden das Formular und im Falle von Änderungen die Beilage A korrekt (siehe dazu die Erläuterungen) befüllt und diese sowie die erforderlichen Unterlagen der zuständigen Behörde vorgelegt, dann kann die Behörde in der Regel in einem „vereinfachten Verfahren“ die bestehende Feldberegnungsanlage auf die Dauer von weiteren 25 Jahren neuerlich bewilligen.

Instandhaltung und Betrieb von landwirtlichen Bewässerungen – Technische Hinweise

Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserreserve des Landes. Mangelhafte Feldbrunnen können zu Verunreinigungen des Grundwassers durch Düngemittel und Pflanzenschutzmittel führen. Im Informationsblatt Feldbrunnen finden Sie Empfehlungen für die richtige Herstellung, Wartung und Sanierung eines Feldbrunnens. 

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Letzte Änderung dieser Seite: 15.5.2019
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