Allgemeines zur Wohnbauförderung Wohnungssanierung

Erfahren Sie mehr zu den allgemeinen Förderungsvoraussetzungen und den rechtlichen Grundlagen sowie zur Energiekennzahl und zu erhaltenswerten historischen Gebäuden.

Allgemeine Förderungsvoraussetzungen

Um eine Förderung beantragen zu können ist es erforderlich,

  • dass für dieses Gebäude die Baubewilligung zum Zeitpunkt des Ansuchens mindestens 20 Jahre zurückliegt und das Recht zur Benützung gegeben sein muss. Die Voraussetzung, dass die Baubewilligung 20 Jahre zurückliegt entfällt, wenn Schall- oder Wärmeschutzmaßnahmen, 
    Maßnahmen für die Verminderung des Energieverbrauches, Maßnahmen für behinderte 
    Menschen, barrierefreie Maßnahmen, der Bau von Wohnungen durch Nachverdichtung von Gebäuden, Sicherheitsmaßnahmen, Präventivmaßnahmen für den Hochwasserschutz oder Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen infolge von Hochwasserschäden vorgenommen werden sollen.
  • dass, bei einem Gebäude mit Sanierungskosten ab EURO 360,-- pro Quadratmeter  Wohnnutzfläche ein Baubankkonto gemäß § 25 Z. 4 der NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011  und der Nachweis der Beauftragung einer befugten Person gemäß § 25 Z. 5 der NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011 zu führen ist. Die Beauftragung einer befugten Person ist in jedem Fall bei Vorlage eines Energieausweises erforderlich.
  • bei Förderung der Wohnungssanierung mit unterschiedlichen Sanierungskosten pro Quadratmeter Wohnnutzfläche ist die höchstmögliche Förderung auf Basis der durchschnittlichen Kosten unter Berücksichtigung der Grenzen für Berechnung der Laufzeit und Wahl der Förderung zu ermitteln.
  • dass, in der geförderten Wohnung gemäß § 5 der NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011 der
    Hauptwohnsitz begründet und dies nachgewiesen wird, ausgenommen Dienstnehmerwohnungen  und Wohnheime. Der Bewohner muss bei dieser Förderung (Sanierung bestehender Wohnungen) nicht der Eigentümer sein. 
    Ist der Förderungswerber eine gemeinnützige Bauvereinigung, eine Gemeinde oder wird der 
    Förderungswerber von diesen oder einer gewerblich befugten Verwaltung betreut, so hat er das 
    Prüfergebnis in Form einer Erklärung im Zuge der Endabrechnung der Landesregierung bekannt zu geben.

Werden im Zuge der Sanierungen Wohnungen neu errichtet (Einbau, Zubau, Grundstücksverdichtung..) und wenn die Wohnnutzfläche der neu zu errichtenden Wohnungen mehr als 20 % der zu sanierenden Wohnnutzfläche beträgt, finden für die neu zu errichtenden Wohnungen § 3 Abs. 1 und 2 NÖ Wohnungsförderungsgesetz (NÖ WFG 2005) (Förderungswerber und Förderungsbereich), sowie § 1 Z. 6 (nahe stehende Person) und § 4 Abs. 1 bis 6 (Förderungswürdigkeit/Einkommen) NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011 Anwendung.

Auf die Zuerkennung einer Förderung besteht kein Rechtsanspruch.

Die Ordination oder die Praxisräumlichkeit muss gemäß § 1 Abs.5 der NÖ Wohnungsförderungs-
richtlinien 2011 zur Versorgung der Bevölkerung erforderlich sein (Bestätigung der Gemeinde).




Energiekennzahl (EKZ)

Zur Ermittlung der Höhe der Wohnbauförderung muss die Energiekennzahl ermittelt werden.
Hiezu ist ein Energieausweis erforderlich.

Was ist die Energiekennzahl?
Die Energiekennzahl ist der HWB Ref, RK gemäß OIB-Richtlinie 6 (Ausgabe März 2015).

Wie erfolgt die Bekanntgabe der Energiekennzahl?
Der Förderungswerber hat vor Zusicherung - und bei Änderungen während der Bauzeit - auch vor Genehmigung der Endabrechnung durch eine zur Erstellung des Energieausweises befugte Person in gutächtlicher Form die Energiekennzahlen

  1. gemäß tatsächlichem Standort VOR Sanierung
  2. gemäß tatsächlichem Standort NACH Sanierung
  3. auf das Referenzklima NACH Sanierung bezogen

mittels Gebäudedatenblatt / Energieausweis für die Wohnungssanierung nachzuweisen.

Die Überprüfung des für die Ermittlung der Energiekennzahl erforderlichen Energieausweises erfolgt stichprobenartig.




Erhaltenswerte historische Gebäude

Was sind erhaltenswerte historische Gebäude: (beispielhafte Aufzählung)

  • In der Regel errichtet vor 1945
  •  Baugeschichtlich bedeutend
  • •Städtebaulich bedeutend
  • Architektonisch bedeutend
  • Bauten mit erhaltenswerten Ziergliedern an Fassaden
  • Preisträger (Gebäude), von Wettbewerben namhafter Architekten oder Künstlern, die im öffentlichen Interesse stehen
  • Gebäude / Gebäudeteile / Gebäudebauteile .... deren Veränderung ihrer Eigenart oder ihrer äußeren Erscheinung (z.B. hinsichtlich Baudetails, Bauteile - z.B. wie Fenster, Stilelemente, Materialien, Proportion der einzelnen Baumassen und deren Anordnung untereinander usw.) eine baukünstlerisch oder historisch unannehmbare Anforderung bedeuten würde
  • Gebäude in, im Bebauungsplan eingetragenen, Schutzzonen von Gemeinden für einen baukünstlerisch oder historisch erhaltenswerten Baubestand
  • Gebäude in erhaltenswerten Altortgebieten  

Was wird beurteilt:
Der Beirat beurteilt ausschließlich welche historische Substanz erhaltenswert erscheint. Diese Beurteilung ist nur für die Förderungsberechnung gemäß  § 37 Abs. 1 und 3 NÖ Wohnungsförderungsrichtlinien 2011 relevant. Darüberhinaus wie beispielsweise über bauphysikalische Probleme oder die grundsätzliche Machbarkeit der Sanierung wird keine Aussage getroffen.

Wer beurteilt:
Die Beurteilung erfolgt durch einen Beirat bestehend aus 2 Architekten und dem jeweiligen Bürgermeister bzw. Vertreter der Standortgemeinde. Ein Beschluss kommt mit einfacher Mehrheit zustande.

Wie erfolgt der Ablauf:
Mit formalem Antrag ist bekannt zu geben ob eine Beurteilung hinsichtlich Anerkennung als zumindest teilweise erhaltenswertes historisches Gebäude beantragt wird. Dieser Antrag kann vor einem Ansuchen um Wohnungssanierung gestellt werden.

Kosten:
Der Beirat ist vom Förderungswerber zu bezahlen, die Kosten sind Baukosten im Sinne des NÖ WFG 2005. Als Richtsätze für die Architektenhonorare gelten die Sätze laut Leitfaden für die Gestaltungsbeiräte bzw. Architektur- und Planungsauswahlverfahren in Niederösterreich
-Honorarsatz je Stunde € 144,-- inkl. USt (Vorbereitung, Begehung, Nachbehandlung)
- als Fahrtkostenvergütung das amtliche Kilometergeld

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Ihr Kontakt zum Thema Wohnbauförderung

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Wohnungsförderung
Landhausplatz 1, Haus 7a 3109 St. Pölten E-Mail: post.f2auskunft@noel.gv.at
Tel: 02742/ 22133
Fax: 02742/9005-15395
Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2017
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