Katzenhaltung - Haus-/Heimkatzen, Bauernhof- und Streunerkatzen

Die 2. Tierhaltungsverordnung wurde im April 2016 novelliert und brachte eine Klarstellung beim Kastrationsgebot für Freigängerkatzen. Im Folgenden wird erläutert, für welche Art der Katzen welche speziellen Fürsorgepflichten gelten.

 

Haus-/Heimkatzen

Zusätzlich zu den allgemeinen Haltungsanforderungen laut Tierschutzgesetz  enthält die 2. Tierhaltungsverordnung spezielle Mindestanforderungen für die Haltung von Katzen. Diese lauten unter anderem:

  • Katzen dürfen nicht in Käfigen und auch nicht angebunden gehalten werden.
  • Welpen dürfen erst ab einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.
  • Räume, in denen Katzen gehalten werden, sind sauber zu halten. Eine ausreichende Anzahl an Katzentoiletten muss vorhanden sein.
  • Den Katzen müssen Beschäftigungs- und erhöhte Rückzugsmöglichkeiten geboten werden.
  • Bei Gefahr eines Fenstersturzes sind Fenster und Balkone mit geeigneten Schutzvorrichtungen zu versehen.
  • Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur Zucht verwendet werden.


Streunerkatzen

Wildlebende, streunende Katzen in größerer Zahl, die nicht als Haus- oder Heimtiere gehalten werden, findet man im ländlichen Raum ebenso wie mitten in Städten. Oft werden Streunerkatzen angefüttert und damit wird - wenn auch ungewollt - ihre weitere Vermehrung gefördert. Nimmt ihre Zahl dann überhand, werden sie oft als Belästigung oder Plage empfunden und verjagt.

Daher muss auf präventive Maßnahmen großes Augenmerk gelegt werden, damit es erst gar nicht zu diesen Problemen für Tier und Mensch kommt. Dabei ist die Kastration von Streunerkatzen die wirksamste Methode.

Die Katzen sollen nach der Kastration wieder an ihren angestammten Platz gebracht werden. So bleibt der Platz besetzt und andere (meist unkastrierte Katzen) können nicht zuziehen. Eine Unterbringung im Tierheim ist für diese scheuen Katzen keine tiergerechte Lösung, da sie an ein Leben in freier Natur gewöhnt sind. Begleitende Maßnahmen beim Kastrieren, wie Entwurmen, Entflohen und die Bekämpfung von Ohrmilben können die Gesundheit der Katzen zusätzlich wesentlich verbessern.

Derzeit gibt es ein Förderprojekt des Landes Niederösterreich in Kooperation mit den NÖ Gemeinden und Tierärzten. Die Kastrationskosten für Streunerkatzen werden dabei zu gleichen Teilen von Land, Gemeinden und Tierärzten getragen. Zur Abwicklung des Projektes werden Gutscheine ausgegeben. Ein Förderantrag ist bei der Gemeinde zu stellen.


Katzen am Bauernhof

Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb können sowohl Haus- und Heimkatzen als auch Streunerkatzen leben. Je nachdem, um welche Kategorie es sich handelt, gibt es unterschiedliche Pflichten:

  • Haus-/Heimkatzen: diese Tiere sind Gefährten der Familie, zutraulich und dürfen sich mitunter auch im Haus aufhalten. Der Landwirt deklariert sie als „seine" Katzen, d.h. er ist Tierhalter, erfüllt neben der Fütterung auch andere Bedürfnisse der Tiere und lässt sie bei Krankheit und Verletzung versorgen. Grundsätzlich sind diese Katzen, wenn sie Freigänger sind, ebenfalls zu kastrieren.
  • NEU: Eine Ausnahme vom Kastrationsgebot für Freigänger besteht nur mehr dann, wenn der Landwirt eine Katzenzucht betreibt. In diesem Fall ist die Katzenzucht vor Aufnahme der Tätigkeit bei der Bezirksverwaltungsbehörde anzuzeigen. Die Anzeige hat den Namen und die Anschrift des Halters, die Art und Höchstzahl der gehaltenen Tiere und den Ort der Tierhaltung zu enthalten. Eine behördliche Kontrolle der Tierhaltung wird innerhalb von 6 Monaten erfolgen.
  • Verneint der Landwirt jedoch seine Haltereigenschaft und handelt es sich nicht um die zahmen „Stubentiger", sondern um Katzen, die zwar regelmäßig auf einem Hof mitgefüttert werden, sich aber ansonsten ausschließlich außerhalb der Wohnbereiche aufhalten und den Menschen in der Regel kaum zugehen, sind diese Katzen als „Streunertiere" zu behandeln. Diese Tiere können keinem Halter, der für sie verantwortlich ist, zugeordnet werden. Freiwillige Kastrationen sind jedoch auch bei diesen Katzen sehr sinnvoll.

Das Töten von Katzen (auch von Jungen, etwa zur Dezimierung der Nachkommenschaft) ist verboten und wird entsprechend geahndet.


Ihre Kontaktstelle des Landes für Tierschutz

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Naturschutz
Landhausplatz 1, Haus 16

3109 St. Pölten

E-Mail: post.ru5@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-15237
Fax: 02742/9005-15220

Letzte Änderung dieser Seite: 19.5.2017
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