Der Grüne Bericht 2007

Im Jahre 2007 hat erstmals eine heftige Diskussion um die Preisexplosion bei Grundnahrungsmitteln die nationalen und internationalen Medien beherrscht. Dabei ging es vor allem auch um die Frage, ob die Landwirtschaft für die Teuerung verantwortlich ist. Der Landwirtschaft die Schuld für die gestiegenen Lebensmittelpreise in die Schuhe zu schieben, geht in die falsche Richtung. Die Bauern erhalten heute für ihre Produkte weniger als noch vor 10 oder 15 Jahren. Missernten in Folge von Dürren und Überschwemmungen, der fast täglich steigende Rohölpreis, die damit verbundenen und ständig steigenden Produktionskosten in der Landwirtschaft, die steigende Weltbevölkerung und skrupellose Rohstoff-Spekulanten haben ihren Teil zur Verteuerung der Nahrungsmittel beigetragen.


Die forcierte Biotreibstoff-Erzeugung ist nicht als Sündenbock zu sehen, denn dafür sind zumindest in Europa die Rohstoffmengen vorhanden. Für die heimische Land- und Forstwirtschaft gibt es klare Prioritäten: an erster Stelle steht die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, dann kommt die Futterproduktion, und nur die übrigen Flächen werden für die Bioenergie verwendet. Die Diskussion über Lebensmittelpreise und erneuerbare Energien zeigt, dass eine funktionierende Landwirtschaft auch für die Gesellschaft von vitalem Interesse ist. Die österreichische Agrarpolitik hat in den vergangenen Jahren die Weichen richtig gestellt und ist weiterhin bemüht, dem Konsumenten beste regionale Ware zu einem fairen Preis zu liefern.


Qualitativ hochwertige Produktion und verlässliche Qualität haben ihren Wert. Die Tatsache, dass seit 1995 die Kosumentenpreise im Schnitt um 22 Prozent gestiegen sind, die Erzeugerpreise beim Bauern nur um rund drei Prozent, unterstreicht, dass die Bauern nicht die Preistreiber sind. Die heimische Landwirtschaft setzt daher auch weiterhin auf regionale Versorgung und hohe Qualität.


Letzte Änderung dieser Seite: 21.4.2017
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