Hightlights des Jahres 2016

Auf dieser Seite finden Sie die Highlights aus dem Jahr 2016

Tarock von Napoleon III. bis zum Oscar-Preisträger

Narren-Tarock, Piatnik 1879, XVIII Viktor Emanuel II. und XVII Napoleon III.
Narren-Tarock, Piatnik 1879, XVIII Viktor Emanuel II. und XVII Napoleon III.© NÖLB


Eine hübsche Neuerwerbung stellt das "Narren-Tarock" von Piatnik 1879 dar. Während Sküs, Pagat und alle Farbkarten vom Stecher Josef Sürch stammen, findet sich auf Tarock V die Stechersignatur "I. F." für die Tarock II bis XXI, deren Bilder auf spätestens 1864 datiert und Cajetan (Pseudonym für Dr. Anton Elfinger) zugeschrieben werden, von dem auch das bekanntere "Constitutionstarock" (Firma Josef Glanz, 1848) stammt. Im Bild sind Tarock XVIII "Ein trunkener Narr" (Viktor Emanuel II.) und Tarock XVII "Die große Friedens-Maske" (Napoleon III.) zu sehen. Die Karikaturen stehen in engem Zusammenhang mit der satirischen Zeitschrift "Kikeriki".

Tarock mit Wiener Typen, Glanz 1879, Tarock Sküs bis XI
Tarock mit Wiener Typen, Glanz 1879, Tarock Sküs bis XI© NÖLB

Aus dem gleichen Jahr stammt auch das "Tarock mit Wiener Typen" der Firma Josef Glanz (Holzstich, schablonenkoloriert) mit karikaturhafter Darstellung von Wiener Berufen. Abgebildet sind die Tarocke XI bis XXI nebst Sküs, mit den Darstellungen XXI "Könige der Nacht", XX, Vierfach "verstockter Hausherr", XIX "Johann",  XVIII "Haderlump", XVII "Komm schon!", XVI "Heisse Maroni", XV "Lotterie-Schwestern", XIV "Wenzel von Pane Oberlieutenant", XIII "Ob Schön ob Regen", XII "Wäschermädl" und XI "Wächter der Sicherheit". Zugleich mit  diesem Spiel wurden auch eine unvollständige Erstausgabe der "Feinsten Wiener Tarok" (Stecher Josef Sürch,  Piatnik, 1860) und "Allerfeinste Club-Tarock 128" (Piatnik, August 1936, Industrie-und-Glück-Tarock Typ A) erworben. 

Allerfeinste Wiener-Ansichten-Tarok N° 113, Piatnik ca. 1910
Allerfeinste Wiener-Ansichten-Tarok N° 113, Piatnik ca. 1910 © NÖLB

Eine Ergänzung zu den Beständen an Vedutentarocken stellt das einfigurige "Allerfeinste Wiener-Ansichten-Tarok N°113" von Piatnik um 1910 dar. Einen Eindruck davon sollen die Tarocke V Karlskirche, X Schönbrunn und XXI Stefanskirche vermitteln. 

Sehr feine Kasino-Tarock, Piatnik 1928, Extrakarte Pickfein Szeged, Ungarn - Erlaa bei Wien
Sehr feine Kasino-Tarock, Piatnik 1928, Extrakarte Pickfein Szeged, Ungarn - Erlaa bei Wien© NÖLB

Von der damals üblichen Ausführung in Chromolithographie abgesehen, scheint nichts bemerkenswert an den "Sehr feinen Kasino-Tarock" von Piatnik 1928 (Industrie-und-Glück-Tarock Typ C), deren Abbildungen dem heutigen österreichischen Standardtarock entsprechen. Kurios ist bereits der Umstand, dass das Paket laut Steuerstempel "Regno d'Italia Lire tre" in Italien verkauft wurde. Das Paket enthält eine Reklamekarte "Pickfein Szeged, Ungarn - Erlaa bei Wien", die auf den 1945 in Bergen-Belsen umgekommenen Moric Pick, seinerzeit Alleininhaber der „Ungarischen Salamifabrik Markus Pick & Co. Ges.m.b.H." im 1938 nach Wien eingemeindeten und zuvor niederösterreichischen Erlaa hinweist; Pick-Salami wird auch heute noch in Szeged hergestellt. Das Sujet dieser Werbekarte (vgl. Reklamemarke sowie Plakat, ähnlich auch weiteres Plakat), ein Pik-König mit einer auf seinem Schwert aufgespießten Salamischeibe, stammt vom ungarischen Graphiker Marcel Vértes, der 1925 nach Paris kam und es zum Oscar-Preisträger für das beste Szenenbild und das beste Kostümdesign im Film "Moulin Rouge" brachte. Das Spiel befindet sich (zusammen mit den zuvor erwähnten "Allerfeinsten Wiener-Ansichten-Tarok N°113") in einem Lederschuber mit der Bezeichnung "August Sirk, Wien, Kärntnerstr. 55", bekannt durch die in den "Letzten Tagen der Menschheit" von Karl Kraus zentrale "Sirk-Ecke".

Schließlich sei noch die leider unvollständige Druckausgabe des "Taboriščni tarok prof. Borisa Kobeta" (Lager-Tarock) erwähnt, in dem Boris Kobe seine traumatischen Erlebnisse im Außenlager Überlingen-Aufkirch des Konzentrationslagers Dachau in erschütternden Bildern verarbeitete (ohne Abbildung). 

Lorenz Janscha: Klingenfabrik Pottenstein, ca. 1795

Lorenz Janscha: Klingenfabrik Pottenstein, ca. 1795
Lorenz Janscha: Klingenfabrik Pottenstein, ca. 1795; Kolorierte Umrissradierung, 267 x 412 mm (Blatt 309 x 435 mm), aus: Vues de différens Bourgs Villages et Villes de Autriche sup. et inf., de Stirie, de Carinthie (Nebehay/Wagner 578, Nr. [112]). Beschriftet: Die Klingen Fabrique zu Pottenstein. / La fabrique de lames d' epée à Pottenstein Bezeichnet: Janscha del. / Ziegler sc. [NÖLB, Topograph. Sammlung, Inv.-Nr. 6.062] © NÖLB



Das heute so idyllisch wirkende Triestingtal war schon früh ein Zentrum der Metallwarenerzeugung. Die Nähe zu Wien, der Holzreichtum der Umgebung und die auch im Winter verlässlich fließende Triesting zogen Betriebe an, unter denen die Berndorfer Metallwarenfabrik den wohl prominentesten Platz im Gedächtnis unseres Landes 
einnimmt.  

Geringere Bekanntheit dürfte die Existenz einer Klingenfabrik in Pottenstein genießen. Sie, durch die Landesausstellung 1989 der Vergessenheit entrissen, bestand von 1764/65 bis 1841. Um 1800 prosperierte sie und beschäftigte immerhin um die 50 Arbeiter. Bald danach aber begann ihr Niedergang, an welchem auch ein Intermezzo als Walz- und Streckwerk nicht viel ändern konnte. Auf diesem Areal errichtete man schließlich eine Baumwollspinnerei, die als Kammgarnspinnerei bis 1981 Bestand haben sollte. An die guten Jahre der Klingenfabrik erinnert eine großformatige, sorgfältig kolorierte Umrissradierung nach einer Aquarellvorlage von Laurenz Janscha. Sie zeigt den sich hinter einer großartigen Naturkulisse fast verbergenden Betrieb, welcher rein architektonisch nichts von seiner Funktion preisgibt - vom rauchenden Schlot einmal abgesehen. Der Bildgegenstand wird via Legende ausgewiesen, die Darstellung einer pittoreskenLandschaft jedoch einer genauen Wiedergabe des Fabriksareals vorgezogen. Dies mag überraschen, erklärt sich jedoch durch den Entstehungskontext dieses Bilddokuments: Es ist Teil einer über 200 Blatt umfassenden, im Wiener Stöckl-Verlag erschienenen Ansichtenfolge, welche die druckgraphischen Bildserien des kommenden Biedermeier und somit spätere Höhepunkte der Ansichtenproduktion vorbereitete. Dass vereinzelt Fabriken in diesem eher ästhetisch als dokumentarisch ausgerichteten Zyklus begegnen konnten, spiegelt die Bedeutung einzelner Betriebe wider und ist für unsere Zeit ein unschätzbarer Glücksfall.

Laurenz Janscha (1749-1812) war einer der profiliertesten Landschaftsmaler seiner Zeit. An der Wiener Kunstakademie ausgebildet, avancierte er zu einem ihrer Professoren. Er arbeitete zusammen mit Künstlern wie Johann Andreas Ziegler (1749-1802) an umfangreichen Ansichtenfolgen mit, welche durch ihre erlesene Qualität aus dem zeitgleichen Schaffen herausragen. 


Tagebuch 9 des Michael Hans Maurer 1929
Tagebuch 9 des Michael Hans Maurer 1929 © NÖLB



Eine interessante Neuerwerbung stellt das handgeschriebene Tagebuch Nr. 9 eines gewissen Michael Hans Maurer dar, welches die Zeit vom 3. Juni 1929 bis 24. Oktober 1929 abdeckt. 

Tagebuch Nr. 9 des Michael Hans Maurer 1929
Tagebuch Nr. 9 des Michael Hans Maurer 1929 © NÖLB


Von besonderem Interesse sind die in das Tagebuch eingeklebten Postkarten und Fotos. Diese Abbildungen umfassen Sankt Michael (Weißenkirchen in der Wachau), Hafnerbach und die Burgruine Hohenegg, Schloss Mitterau (Markersdorf-Haindorf), Schloss Schallaburg, St. Leonhard am Forst, Burg Aggstein, Dürnstein und Furth-Göttweig. 

Handgeschriebenes Gebetbuch von 1809 mit Kupferstichen von Franz Xaver Ferstler, St. Pölten
Handgeschriebenes Gebetbuch von 1809 mit Kupferstichen von Franz Xaver Ferstler, St. Pölten © NÖLB

Gleichzeitig wurden unter anderem handgeschriebene Gebetbücher erworben, so auch das vorliegende aus dem Jahre 1809 mit mehreren Illustrationen von Franz Xaver Ferstler, einem St. Pöltner Kupferstecher des 18. Jahrhunderts. 

Liechtenstein, Brunn am Gebirge und Maria Enzersdorf, 1657 

Liechtenstein, Brunn am Gebirge und Maria Enzersdorf, Kolorierter Kupferstich, 1657
Liechtenstein, Brunn am Gebirge und Maria Enzersdorf, 1657 Kolorierter Kupferstich, 356 x 470 mm (Plattenrand 363 x 479 mm; Blatt 479 x 580 mm), aus: Urbium totius Germaniae superioris illustriorum clariorumque tabulae antiquae & novae accuratissime elaboratae (Nebehay/Wagner 277, Nr. [73]). Beschriftet: Arcis Liechnstein una cum subiacentibus Oppidis Entsersdorf et Prun Inferioris Austriae In solo vini foecundissimo Amoeniss prospectus . [NÖLB, Topograph. Sammlung, Inv.-Nr. 26.398] © NÖLB


Dieser Kupferstich entstammt dem „Städtebuch" des Johannes Janssonius (1588-1664). Jan Janszoon, wie man ihn eigentlich schreiben müsste, war Niederländer und wirkte im Amsterdam des „Gouden Eeuw" („Goldenen Zeitalters") als Verleger und Kartograph. In dieser Eigenschaft etablierte er sich als großer Konkurrent des berühmten Joan Blaeu (1596-1673). Janszoon brachte hauptsächlich Atlanten und Einzelkarten auf den Markt, aber auch andere Buchpublikationen wie etwa das 1657 erschienene „Städtebuch", aus welchem das Liechtenstein-Blatt stammt. In besagtem Tafelwerk „Urbium totius Germaniae [...]" finden sich unter den originären Niederösterreich-Ansichten eine - wenn auch eine Merian-Vorlage adaptierende - Mödling-Ansicht und ein Doppelstich von „Strudel" und „Wirbel" bei St. Nikola an der Donau

Das Liechtenstein-Bild zeigt die wohl früheste Ansicht dieser reizvollen, auch heute noch als Ausflugsziel hoch geschätzten Gegend. Die Burg Liechtenstein ist am raschesten zu erkennen, doch darf nie vergessen werden, dass sie uns heute in Form einer „Rekonstruktion" gegenüber tritt. Der sich vor ihr erstreckende  Gebäudekomplex, ein Gutshof, existiert nicht mehr: Auf diesem Areal befindet sich nun das 1820/22 errichtete Schloss Liechtenstein. Die in der Legende ausgewiesenen Ortschaften Brunn am Gebirge mit der unverwechselbaren Pfarrkirche und Maria Enzersdorf mit dem zentral gelegenen Klosterkomplex sind wie Liechtenstein hier erstmals in der Druckgraphik vertreten. Zugleich präsentieren sich alle auf dieser Ansicht verewigten Orte ein letztes Mal vor dem 1683 erfolgten Vorstoß osmanischer Truppen, der so manche Beschädigung, ja Zerstörung nach sich ziehen sollte. 

Der sehr sorgsam altkolorierte Kupferstich lässt das betrachtende Auge am Liechtensteiner Burgberg vorbei in die Tiefe des Wiener Beckens, mit Fluchtpunkt Hauptstadt, gleiten. Als „rahmende" Begrenzung des Bildfeldes dient ein an Mastkörbe gemahnender Ausguck mit einem gerade seines Amtes waltenden Weinberghüter. Zwei an ihren Werkzeugen erkenntliche Arbeiter grüßen den „Custos vinetorum" und dürften sich gerade anschicken, ihrer Arbeit im Weinberg nachzugehen. Die gesamte Komposition findet sich schon in flämischen Gemälden des 16. Jahrhunderts: Auf vergleichbare Weise strukturierte niemand Geringerer als Pieter Bruegel d. Ä. (um 1526/30-1569) seine 1565 entstandenen „Jahreszeitenbilder"! 

Hans Graf Wilczek: Erinnerungen. Typoskript mit handschriftlichen Korrekturen. 

Eine der bedeutendsten und schillerndsten Persönlichkeiten Österreich-Ungarns war Hans Graf Wilczek (1837-1922), unter anderem als Bauherr von Burg Kreuzenstein bekannt. Das im Buch enthaltene und hier gezeigte Porträtfoto stammt von Erwin Raupp. 

Eine bemerkenswerte Neuerwerbung stellen die "Erinnerungen" von Hans Graf Wilczek, seine Autobiografie in Form eines Typoskripts mit handschriftlichen Korrekturen dar. Um einen Eindruck davon zu geben, wird hier die Seite 221 mit der Überschrift "Meine erste Polarexpedition." und der handschriftlichen Anmerkung "1872"  gezeigt. Damit soll auch auf de Bedeutung Wilczeks für die Polarforschung und ganz besonders die Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition mit der Entdeckung von Franz-Josef-Land hingewiesen werden. 

Das Typoskript bildete die seinerzeit in Familienbesitz befindliche Vorlage für das von Wilczeks Tochter Elisabeth Kinsky-Wilczek herausgegebene und 1933 im Verlag Leykam in Graz erschienene Buch "Hans Wilczek erzählt seinen Enkeln Erinnerungen aus seinem Leben".  

Alles neu macht der Mai ... Unser Bibliothekskatalog in neuem Gewande 

Statt eines ausgewählten Sammlungsobjektes werden diesmal einige Neuerungen in unserem Bibliothekskatalog vorgestellt. 

Das Design wurde vereinfacht und der Bibliothekshomepage angepasst; auf Animationen wurde verzichtet. Der entscheidende Vorteil besteht in der Verwendung von Responsive Webdesign, wodurch sich die Darstellung dem verwendeten Endgerät, insbesondere Smartphone oder Tabletcomputer anstelle des klassischen Desktop-Computers oder Notebooks, automatisch anpasst. Wenn man auf einem klassischen Arbeitsplatzrechner das Fenster, in dem die Katalogoberfläche angezeigt wird, verkleinert, sieht man, wie bei bestimmten Fenstergrößen Elemente ausgeblendet oder an andere Positionen verschoben werden. 

Beispiel für Änderungen bei Verkleinerung des Arbeitsfensters
Beispiel für Änderungen bei Verkleinerung des Arbeitsfensters© NÖLB


Wie bisher kann zwischen „Schnellsuche", „Erweiterter Suche" und „Expertenrecherche" gewählt werden; auch eine Auflistung der Neuerwerbungen ausgewählter Teilbestände ist möglich. Hilfe kann jeweils eingeblendet oder wieder ausgeblendet werden. 

Drei Suchmöglichkeiten – von der „Schnellsuche“ bis zur „Expertenrecherche“
Drei Suchmöglichkeiten – von der „Schnellsuche“ bis zur „Expertenrecherche“ © NÖLB


Neu ist auch die Benutzeranmeldung, die ein gesichertes Arbeiten mit dem Katalog und dementsprechend sensiblere Anwendungen als das bloße Recherchieren ermöglicht. Für Neukunden besteht die Möglichkeit der Selbstregistrierung (Bestellung eines Leserausweises); Inhaber eines Leserausweises melden sich erstmals mit ihrem Geburtsdatum als Passwort an und erhalten dann ein vorläufiges Passwort via E-Mail, das sie nach erfolgreicher Anmeldung natürlich beliebig ändern können. Hat man das Passwort vergessen, kann man sich ein neues vorläufiges Passwort zusenden lassen. Nach erfolgter Anmeldung hat man Zugriff auf die eigenen persönlichen Daten und kann diese auch korrigieren; ebenso sind offene Ausleihen, Vormerkungen und Gebühren ersichtlich. Bestellungen (Vormerkungen) von Büchern sowie Verlängerungen bereits entlehnter Bücher können sofort wirksam durchgeführt werden; monatliche Neuerwerbungslisten ausgewählter Teilbestände können zur Zusendung via E-Mail (in PDF-Format) abonniert werden. 

Direktlink, Schaltflächen „Bestellung“ und „Korrekturvorschlag“ sowie Möglichkeiten des Teilens via Facebook oder Twitter.
Direktlink, Schaltflächen „Bestellung“ und „Korrekturvorschlag“ sowie Möglichkeiten des Teilens via Facebook oder Twitter. © NÖLB


Außer einer Bestellung kann auch ein Korrekturvorschlag zum gefundenen Eintrag abgegeben werden. Ein 
Direktlink auf den jeweiligen Treffer erlaubt das Speichern oder Zitieren einer gültigen Webadresse des 
Datensatzes. Last but not least - unser Katalog im Zeichen sozialer Netzwerke: Datensätze können nunmehr 
via Facebook oder Twitter „geteilt" werden, was vor allem dann Sinn macht, wenn - wie im Falle des 
Teilbestandes der Topographischen Sammlung - Objekte wie Vorschaubilder im Datensatz enthalten sind. 
„Weitersagen" im wahrsten Sinne des Wortes ... 

Beispiel für die Darstellung eines in Facebook geteilten Katalogeintrages (mit einem Klick gelangt man von hier zum  entsprechenden Datensatz im Katalog).
Beispiel für die Darstellung eines in Facebook geteilten Katalogeintrages (mit einem Klick gelangt man von hier zum entsprechenden Datensatz im Katalog). © NÖLB

 

Publikationen des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich online (bis inklusive 1999) 

Ausschnitt aus Seite 1 der Zeitschrift "Unsere Heimat" N.F. 1.1928
Ausschnitt aus Seite 1 der Zeitschrift "Unsere Heimat" N.F. 1.1928© NÖLB



Seit 1886 hat die Niederösterreichische Landesbibliothek auch die Funktion der Bibliothek des 1864 gegründeten Vereines für Landeskunde von Niederösterreich. Zu den bekannten Publikationen dieses Vereins zählen di eseit 1928 erscheinende Quartalszeitschrift "Unsere Heimat" mit ihren Vorläufern "Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins für Landeskunde von Niederdonau und Wien" (1944-1945), "Monatsblatt des Vereines für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien" (1926/27) bzw. "Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich" (1902-1925) und "Blätter des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich"(1867-1901) bzw. "Blätter für Landeskunde von Niederösterreich" (1865-1866) sowie das "Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich" (1867-1869 und seit 1902) und die Schriftenreihe "Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich".

Mit Beschluss vom 28. Juni 2013 hat die Generalversammlung des Vereines der NÖ Landesbibliothek die Genehmigung erteilt, Digitalisate der Zeitschrift "Unsere Heimat" bzw. des "Jahrbuches für Landeskunde von Niederösterreich" und deren Vorläuferpublikationen bis inklusive Jahrgang 1999 über den Bibliothekskatalog der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was in der Folge auch geschehen ist. Angeregt durch den "VÖB-Blog", 
wird nunmehr als "Objekt des Monats" eine Übersicht zu den als PDF angebotenen Vereinspublikationen 
angeboten. Da die einzelnen Dateien verhältnismäßig groß sind, ist mit Ladezeiten von einigen Minuten zu 
rechnen. Zum Mehrwert der mit Texterkennung bearbeiteten Dateien gegenüber der Druckversion gehört dafür 
die Möglichkeit der Textsuche in den Dokumenten sowie die Verwendbarkeit von "Kopieren und Einfügen" zur 
Übernahme von Abschnitten als Zitat in andere Anwendungen (z.B. Textverarbeitung). 

Publikationen des Vereins für Landeskunde (vor 1999)

Franziskaner, Karmeliter und Karmelitinnen zu Sankt Pölten in

Darstellungen der "Kirchlichen Topographie"

In der "Historischen und topographischen Darstellung von St. Pölten und Umgegend" der Abteilung  "Niederösterreich südlich der Donau" der "Historischen und topographischen Darstellung der Pfarren, Stifte, Klöster, milden Stiftungen und Denkmähler im Erzherzogthume Oesterreich", kurz auch "Kirchliche Topographie" genannt, finden sich einige kolorierte Lithographien des Jahres 1828, die sich zur Illustration des Wirkens von Franziskanern, Karmelitern und Karmelitinnen in der Stadt Sankt Pölten eignen.

Recht bekannt ist die Franziskanerkirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit und das dazugehörige Franziskanerkloster (Rathausplatz 12); die Kirche ist zugleich Pfarrkirche der Pfarre Allerheiligste Dreifaltigkeit St. Pölten (Franziskanerpfarre). Die Klosteranlage wurde 1757-1773 errichtet, allerdings nicht für die Franziskaner, sondern für die seit 1707 in Sankt Pölten ansässigen Karmeliter. Diese fielen 1783 den josephinischen Klosteraufhebungen zum Opfer, wie auch das Augustiner-Chorherrenstift Sankt Hippolyt, seit 1785 Bistumsgebäude der anstelle der Diözese Wiener Neustadt neu errichteten Diözese Sankt Pölten. Auf Veranlassung von Johann Heinrich von Kerens, dem (vorerst) letzten Bischof von Wiener Neustadt und  nunmehr ersten Bischof von Sankt Pölten, übersiedelten die Franziskaner 1785 in das ehemalige Karmeliterkloster am Rathausplatz und erhielten die neu gegründete Franziskanerpfarre zur Betreuung. Bis 1785 war die Kirche dem "Prager Jesuskind" geweiht gewesen.

In der Wiener Straße 41 befindet sich das Ehemalige Bürgerspital nebst Kapelle, jetzt altkatholische Pfarrkirche (Bürgerspitalskirche). Gegenüber (im Bild rechts) auf Wiener Straße 38 befindet sich das bischöfliche Alumnat, heute Priesterseminar und Sitz der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten. Hier befand sich das ursprüngliche Franziskanerkloster vor der Übersiedlung auf den  Rathausplatz; der Bau wurde 1643-1647 anstelle des 1621 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet. 1791 erfolgte die Umgestaltung zum Alumnat, das Langhaus der ehemaligen Klosterkirche wurde 1804-1806 profaniert, der Chor wurde gleichzeitig zur hauseigenen Kapelle zu den Heiligen Aposteln Petrus und Paulus umgestaltet.

Neben der von dem aus Augsburg stammenden Bildhauer Andreas Gruber in den Jahren 1768 bis 1782 geschaffenen Dreifaltigkeitssäule und dem Rathaus ist die Prandtauerkirche Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel, ehemals Klosterkirche des Karmelitinnenklosters zu sehen. Das ehemalige Klostergebäude, der Karmeliterhof (natürlich nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Karmeliter- und heutigen Franziskanerkloster), beherbergt heute das Stadtmuseum.

Adolf Albin Blamauer, Burg Raabs an der Thaya, Aquarell

Adolf Albin Blamauer, Burg Raabs an der Thaya, Aquarell
Adolf Albin Blamauer, Burg Raabs an der Thaya, Aquarell© NÖLB



Die Niederösterreichische Landesbibliothek steht im September und Oktober im Zeichen des Bezirkes Waidhofen an der Thaya, der in alten Ansichten im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt wird. Da bietet es sich geradezu  an, auch als Objekt des Monats September 2015 eine alte Ansicht aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya zu  präsentieren.

Zu den bedeutendsten Bauwerken dieses Bezirkes zählt zweifellos die Burg Raabs an der Thaya, die zum  Namensgeber für ganz Österreich im Tschechischen wurde: Rakousko, das ist das Land hinter Raabs. Nicht unerwähnt sei auch, dass die einstigen Herren der Burg, die Grafen von Raabs, im 12. Jahrhundert die Würde der Burggrafen von Nürnberg bekleideten, worin ihnen die Grafen von Zollern (Hohenzollern) nachfolgten. Zu den über 200 Aquarellen von Adolf Albin Blamauer (1847-1923) in den Beständen der Topographischen Sammlung der Niederösterreichischen Landesbibliothek zählt diese Abbildung mit der Signatur 30.170, wohl eine der schönsten Ansichten von Burg Raabs. 

Adolf Albin Blamauer, Döllersheim, Haupstraße, 1901

Adolf Albin Blamauer, Strasse in Döllersheim, Aquarell, 1901
Adolf Albin Blamauer: Döllersheim, Haupstraße, 1901, Aquarell, 135 x 222 mm. Beschriftet: Strasse in Döllersheim N Ö Bezeichnet: A A Blamauer 901 [NÖLB, Topograph. Sammlung, Inv.-Nr. 30.278] © NÖLB


Auf den ersten Blick zeigt diese Ansicht nichts Aufsehenerregendes: eine Straße in einem niederösterreichischen Ort. Dass hier aber gerade Döllersheim verewigt ist, verleiht dem Aquarell eine besondere Note: Der alte  Marktort steht gleichsam als Symbol für die zwischen 1938 und 1942 abgesiedelten Ortschaften auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes Allentsteig.

Ohne Beschriftung wäre das Ortsbild nur mit Mühe zu identifizieren, zeigt das Bild doch nicht etwa die 
Pfarrkirche, sondern die auf das Bürgerspital zuführende Hauptstraße. Dieses wesentlich auf eine Stiftung von 
Hans Franz Freiherr von Lamberg aus dem Jahr 1660 zurückgehende Gebäude war eine kreuzförmige Anlage 
mit quadratischer, überhöhter Kapelle in der Mitte. Genau dieser Sakralbau, wuchtig wie ein Stadtturm, ist auf 
Blamauers Ansicht gut zu sehen.

Diese Kapelle wurde zwar im Zuge der josephinischen Reformen entweiht; das Spital insgesamt blieb jedoch 
bis zu Döllersheims Absiedlung erhalten. Heute ist es nur noch in ruinöser Form zu sehen, bleibt aber unter den 
vielen angrenzenden Ruinen durch seine markante Silhouette erkennbar. Als gut vergleichbar kann das 
Bürgerspital von Weitersfeld im Bezirk Horn gelten, welches im selben Jahrzehnt wie sein Döllersheimer 
Schwester-Institut gegründet wurde und ebenfalls einen mittig situierten Kapellenbau aufweist. 

Der 1847 in Wien geborene Künstler war genau genommen Dilettant; hauptberuflich fungierte er als Beamter der berühmten „Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft". Von dem 1923 in Wien verstorbenen Hobbymaler verwahrt die NÖ Landesbibliothek über 200 Aquarelle, deren Sujets hauptsächlich Adelssitze bzw. Kleindenkmäler bilden. Straßenbilder wie dieses wurden in jener Zeit außerhalb der großen Städte selten gemalt;  man favorisierte Ansichten einzelner Baudenkmäler. 

Die Älteren werden sich noch daran erinnern: Die Schularbeit beginnt, der Lehrer verteilt die Aufgabenstellungen, in beißender Alkoholgeruch steigt auf und dämpft die vielleicht vorhandene Nervosität, dann blickt man auf ein att glänzendes Stück dünnes Papier mit der unverkennbaren Handschrift des Lehrers in lila-blauer Farbe.

Es handelt sich um das Produkt einer Hektographie, eines Vervielfältigungsverfahrens, das heutigen Schulkindern wohl unbekannt sein dürfte und deshalb in Erinnerung gerufen werden soll - so war es früher einmal.

Nicht ganz selbstverständlich ist, dass es in einer Bibliothek Bücher gibt, die auf diese Weise hergestellt wurden. Ein Beispiel sind die beiden Werke des ehemaligen Volksschuldirektors Josef Gruber aus Ernstbrunn-Merkersdorf (im Ruhestand: Harmannsdorf-Rückersdorf) aus den Jahren 1961 und 1962, die in Auflagen von 
lediglich 10 bzw. 25 Stück im Eigenverlag erschienen sind.

Dieses Kuriosum ist für uns Grund genug, Ihnen diese beiden Werke hiermit als Objekt des Monats November 
2015 vorzustellen. 

Passend zum Winterbeginn werden einige Aufnahmen aus einer Serie von 60 Schwarzweiß-Lichtbildern eines Skikurses in Annaberg aus der Vorkriegszeit vorgestellt. 

Zugleich sei auf die Buchpräsentation zum 75. Todestag von Mathias Zdarsky am Donnerstag, dem 10. Dezember 2015, um 17.30 Uhr in der NÖ Landesbibliothek hingewiesen: Michi Dorfmeister im Gespräch "Mathias Zdarsky und die Bahnbrecher im alpinen Schnee". 

 

weiterführende Links

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Amt der NÖ Landesregierung
NÖ Landesbibliothek
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3109 St. Pölten
E-Mail: post.k2bibliothek@noel.gv.at 
Tel: 02742/9005-12835
Fax: 02742/9005-13860   
Letzte Änderung dieser Seite: 2.2.2018
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