22.11.2017 | 13:11

LR Schnabl zu 16 Tage gegen Gewalt an Frauen: „NÖ bietet Zuflucht im Frauenhaus“

1,8 Millionen Euro für Gewaltschutz für Frauen und Kinder

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte Landesrat Franz Schnabl heute, Mittwoch, im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Leiterinnen der Frauenhäuser St. Pölten und Neunkirchen Maria Imlinger und Barbara Prettner anlässlich „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ zum Thema „Zuflucht im Frauenhaus – Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt in der Familie“.

„Am 25. November beginnt die Kampagne ‚16 Tage gegen Gewalt an Frauen‘. Ziel ist es, auf das Recht von Frauen auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Gewalt kennt keine kulturellen oder religiösen Grenzen und zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, Alters- und Einkommensgruppen“, betonte Landesrat Schnabl, den gesellschaftlichen Auftrag, diesen Entwicklungen entgegen zu wirken.

Neun von zehn Opfern von Gewalt in der Partnerschaft seien Frauen. Jede dritte Frau in Europa sei zumindest einmal in ihrem erwachsenen Leben von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen – in Österreich zumindest jede fünfte Frau ab dem 16. Lebensjahr, führte Schnabl weiters aus, dass es 2016 österreichweit 8.637 Wegweisungen und Betretungsverbote gegeben habe, davon seien 1.402 auf Niederösterreich entfallen.

Das Land Niederösterreich setze – neben der Zusammenarbeit mit dem breiten Spektrum an Opfer- und Kinderschutzgruppen – auf die intensive und fundierte Arbeit mit den sechs Frauenhäusern. 2016 seien in den Einrichtungen in Amstetten, Mistelbach, Neunkirchen, St. Pölten, Mödling und Wr. Neustadt 229 Frauen und 233 Kinder betreut und unterstützt worden. Das Land Niederösterreich stelle für diesen Bereich jährlich einen Betrag von 1,8 Millionen Euro zur Verfügung, informierte der Landesrat, über eine Anpassung der Berechnungsgrundlagen – neben der üblichen Valorisierung – die zu einer zusätzlichen Erhöhung des Sockelbeitrages um rund 80.000 Euro führt. Wichtig sei es, „eine optimale Versorgungs- und Betreuungssituation“ sicherzustellen.

Die Leiterin des Frauenhauses in St. Pölten, Maria Imlinger, hielt fest, dass die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ „sensibilisieren, aufmerksam machen und ein Bewusstsein schaffen“ solle. Früher seien Frauenhäuser die einzigen Einrichtungen gewesen, die Frauen bei Gewalt unterstützt hätten, heute gebe es viele Kooperationspartner, und durch das Gewaltschutzgesetz habe mit dem Betretungsverbot und der Wegweisung ein Paradigmenwechsel stattgefunden, sprach Imlinger von einem „erfolgreichen Gesetz“.

Die Hemmschwelle „an die Öffentlichkeit zu gehen“ sei für viele Frauen noch immer groß, hielt die Leiterin des Frauenhauses Neunkirchen, Barbara Prettner, fest, dass es viel Mut brauche, die Scham zu überwinden, nicht länger zu verstecken, was in den eigenen vier Wänden passiere. In den Frauenhäusern sei man damit konfrontiert, dass Problemlagen komplexer würden. „Frauenhäuser haben die Möglichkeit, Frauen Ruhe geben zu können“, führte sie aus, dass diese ein erster Schritt zu Stabilität seien und hier weitere Schritte überlegt werden könnten. In den Frauenhäusern gebe es einen gemeinsamen und private Bereiche: „Frauen erkennen oft im Zusammenleben, dass sie nicht alleine sind“, so Prettner. Frauenhäuser seien auch Kinderschutzzentren, führte sie aus, dass Kinder mit eigenen Gewalterfahrungen ins Haus kämen.

Nähere Informationen: Büro LR Schnabl, Pressesprecher Anton Feilinger, Mobil 0699/13 03 11 66, E-Mail anton.feilinger@lr-schnabl.at.

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