16.06.2015 | 10:46

Böden als Grundlage für die Artenvielfalt

LR Pernkopf: „Boden nachhaltig nutzen und Erhalt unserer Schutzgebiete sicherstellen"

Im Juni dreht sich Vieles um das Thema Artenvielfalt, um auf die Problematik des Rückgangs an Biodiversität hinzuweisen. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten schaffen Bewusstsein für diese globale Entwicklung. Gesunde und vielfältige Böden bilden eine wichtige Grundlage für die heimische Artenvielfalt. Im Internationalen Jahr des Bodens 2015 soll nun die Bedeutung des Bodens unterstrichen werden.

„Weltweit gehen täglich fruchtbare Böden verloren. Doch gesunde Böden sind nicht nur für uns Menschen überlebenswichtig, sondern auch bedeutender Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. In Niederösterreich sind wir uns dieser Tatsache bewusst und arbeiten daran, unseren Boden nachhaltig zu nutzen und den Erhalt unserer Schutzgebiete sicherzustellen", so Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf. 

Spezielle Bodentypen entwickeln auch besondere Lebensräume für Flora und Fauna. Dies ist einer der Gründe für den besonderen Schutz bestimmter Gebiete. Die Zwingendorfer Glaubersalzböden beispielsweise sind ein Naturschutzgebiet mit besonderer Ausformung. Bekannt sind Salzwiesen aus dem burgenländischen Seewinkel - aber auch in Niederösterreich sind diese einzigartigen Lebensräume an bestimmten Standorten zu finden. Die Voraussetzungen für derartig spezielle Lebensräume sind im Boden gegeben, die Form der Nutzung, wie im Fall der Glaubersalzböden durch Beweidung, führt dann teilweise zum besonderen Standort mit seltener Vegetationsausformung.

Zur Erforschung von Sanddünen braucht es keine Reise ans Meer. Auf den Silikatsanden des Weinviertels haben sich zum Teil sehr spezielle Standorte entwickelt, die sich durch eine besonders spezialisierte und genügsame Flora und Fauna auszeichnen. So ist das Naturschutzgebiet „Sandberge Oberweiden" die größte noch bestehende Sanddüne in Österreich. Das Naturschutzgebiet „In den Sandbergen" verfügt über einen lückigen Sand-Trockenrasen, der vor allem Silbergras beherbergt. „Niederösterreich verfügt über eine besonders hohe Anzahl verschiedener Böden und damit verschiedener Lebensräume. Jede Art von Boden stellt an seine Bewohner ganz unterschiedliche Ansprüche", so Mag. Franz Maier, Leiter des Bereichs „Natur & Ressourcen" der Energie- und Umweltagentur NÖ.

Ein spezieller Lebensraum des Waldviertels sind die Hochmoore. Regenwasser sammelt sich in dichten Becken. In dem sauren, stehenden Wasser gedeihen Torfmoose, deren abgestorbene Pflanzenteile unter Luftabschluss zu Torf werden. Auf diesem Torf können nur wenige angepasste Pflanzen, wie zum Beispiel die Spirke, eine Kiefernart, und Tiere, wie zum Beispiel der Moorlaufkäfer, leben. Moorböden haben auch für den Klimaschutz, das örtliche Kleinklima und die Wasserregulation große Bedeutung.

Diese vielfältigen Lebensräume sind Besonderheiten, denen sich das Schutzgebietsnetzwerk widmet, das die Energie- und Umweltagentur NÖ koordiniert. Vor zwei Jahren wurde dieses Netzwerk als Pilotprojekt im Weinviertel gestartet. Ziel des Netzwerks ist es, die naturschutzfachlich besonderen Standorte im Auge zu behalten und deren Erhaltung zu sichern. Dabei wird auf die Unterstützung durch lokal aktive Personen und Organisationen zurückgegriffen. Eine Zusammenarbeit der Energie- und Umweltagentur NÖ mit dem Storchenhaus Marchegg hat sich bereits erfolgreich etabliert: Zu den gemeinsamen Aktivitäten zählen unter anderem Exkursionen in die Sandberge. Mit den gesammelten Erfahrungen aus dem Weinviertel wurde 2014 auch im Waldviertel ein Schutzgebietsnetzwerk ins Leben gerufen, das sich in einer ersten Phase speziell der Erhaltung der Moore widmet. Eine Ausweitung des Schutzgebietsnetzwerks auf die drei weiteren Regionen Niederösterreichs ist in Vorbereitung.

Die große geologische Vielfalt und damit verbunden die hohe Vielfalt an niederösterreichischen Landschaftsräumen hat zahlreiche unterschiedliche Bodentypen hervorgebracht. Diese sind Voraussetzung für eine Fülle an unterschiedlichsten Lebensräumen. Wenn also die Artenvielfalt in Niederösterreich hochgehalten werden soll, ist die Berücksichtigung der darunter liegenden Böden von großer Bedeutung.

Nähere Informationen: Energie- und Umweltagentur NÖ, Mag. (FH) Christine Sitter-Penz, Telefon 02742/219 19-137, e-mail christine.sitter-penz@enu.at, http://www.enu.at/, http://www.naturland-noe.at/.

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