Bilanz für 2017 und Ausblick für 2018 von Notruf NÖ

LR Schleritzko: „Als österreichweites Vorzeigebeispiel etabliert“

22.02.2018 / 11:45

Im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten informierten Landesrat Ludwig Schleritzko und Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer des Notruf Niederösterreich, heute, Donnerstag, über die Bilanz für das Jahr 2017 des Notruf NÖ und gaben einen Ausblick für das Jahr 2018.

Am 5. März 2003 sei der Notruf NÖ gegründet worden und feiere damit heuer seinen 15. Geburtstag, informierte Landesrat Schleritzko, dass dieser seither „hervorragende Arbeit“ leiste und sich „als österreichweites Vorzeigebeispiel etabliert“ habe. Zudem habe sich der Notruf NÖ auch „als Kommunikationsdrehscheibe in der Präklinik etabliert“. Wenn man über die Bilanz des Notruf NÖ spreche, dann gehöre dazu die Hilfe in Notsituationen, „sprich die Koordinierung von Rettungseinsätzen und Krankentransporten“, betonte Schleritzko, dass hier „auf einem hohen, international nachgewiesenem Niveau gearbeitet“ werde. Heute komme es aber nicht mehr nur darauf an, Notfälle anzunehmen und an die Einsatzorganisationen weiterzuleiten, sondern die Menschen durch ein gutes und komplexes Gesundheitssystem zu leiten, und dafür notwendig sei eine Vernetzung mit diesen Einrichtungen.

Die Bilanz zeige, was die Expertinnen und Experten des Notruf NÖ sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in hoher Qualität leisten, so Schleritzko „Wir haben im Jahr 2017 vier Millionen Kundenkontakte gehabt: 1,5 Millionen davon waren persönlich geführte Telefonate und 2,5 Millionen automatisiert verarbeitete Anrufe und Meldungen“, informierte der Landesrat weiters: „Von diesen vier Millionen Kundenkontakten sind 263.000 Notrufe gewesen, die entgegengenommen und bearbeitet wurden. Das sind an starken Tagen mehr als 1.000 Notrufe. Aus Notrufen und Meldungen resultierten 290.936 Notfallrettungseinsätze, davon fast 44.000 mit bodengebundenen Notarztteams und 4.000 mit der Christophorus Flugrettung.“ Die meisten Notfälle seien mit fast zwei Drittel akute Erkrankungen gewesen (Herz-Kreislauf, Atemnot, Schlaganfall, Bewusstseinsstörungen), gefolgt von Stürzen und Verletzungen im Haushalt, in der Arbeit oder Freizeit. Außerdem seien nicht ganz 6.000 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen zu verzeichnen gewesen. „Es wurden fast 806.000 Krankentransporte koordiniert“, hielt Schleritzko fest, dass man ständig versuche die Zufriedenheit der Patienten und die Wirtschaftlichkeit der Rettungsorganisationen im Blick zu haben.

Es gehe darum, „bestmögliche Hilfe schnell und kompetent zu vermitteln“, führte der Landesrat aus, dass sich im Laufe der Zeit neben den angesprochenen Grundaufgaben umfassende Zusatztätigkeiten entwickelt hätten. Das sei zurückzuführen auf eine zunehmende Spezialisierung in den Gesundheitseinrichtungen, den Ausbau des Angebots und ein straffes Personalkorsett. Es sei daher sinnvoll, dass sich unter dem Dach des Notruf NÖ auch der NÖ Ärztedienst mit über 66.200 bearbeiteten Anrufen, die telefonische Gesundheitsberatung 1450 mit 15.800 Gesprächen (seit April 2017), die Verbindung mit Krankentransport-, Notfallrettungs- und Sonderrettungsorganisationen wie Berg-, Höhlen- und Wasserrettung oder auch die Suchhunde wiederfinden. „So können wir ohne Zeitverzögerung und Informationsverlust gleich mehrere Hilfsorganisationen zum Einsatz leiten oder einen alternativen Behandlungsweg vorschlagen“, so Schleritzko.

„Diese Zusammenarbeit und zentrale Koordination wurde 2017 ausgebaut, indem auch das AKUTteam NÖ beim Notruf NÖ angesiedelt wurde“, informierte der Landesrat, dass die Psychologen und Psychotherapeuten des AKUTteams 668 Einsätze nach belastenden Ereignissen geleistet hätten. Dazu seien noch 860 weitere Einsätze von den Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes gekommen. „Wir haben es geschafft, in Niederösterreich alle Gesundheitsdienste unter dem Dach von Notruf NÖ zu bündeln und zu vernetzen“, betonte Schleritzko, dass jeder Dienstleister im Gesundheitssystem Großartiges leiste – vom niedergelassenen Arzt und den NÖ Kliniken über das medizinische Fachpersonal wie Therapeuten bis hin zum Pflege- und Rettungsdienst.

„Im Einzelfall zählen aber die optimale Kombination und die Verzahnung der erforderlichen Gesundheitsdienste“, informierte der Landesrat, dass viele Menschen den Schweregrad und die Dringlichkeit ihrer Verletzung falsch einschätzten. „Beispielsweise können zwei Drittel der Beschwerden, die in Spitalsambulanzen behandelt werden, auch beim niedergelassenen Arzt adäquat versorgt werden“, führte Schleritzko aus, dass sich eine Notrufleitstelle also breiter aufstellen und ein Netzwerk der Hilfe schaffen müsse, damit eine 24 Stunden/7 Tage-Erreichbarkeit sichergestellt sei. All das unterliege einer strengen Qualitätssicherung, damit man das System auf dem hohen Standard halten könne.

Zum Evaluierungssystem sagte Schleritzko, dass hier zufällig bearbeitete Notfälle ausgewählt und bewertet werden. „Wir sprechen hier von mehr als 20.000 Notrufen jedes Jahr, die durch Qualitätsmanager bewertet und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprochen werden.“ Der Landesrat bedankte sich „für die gute Arbeit, die hier geleistet wird“. Die Korrektheit der bewerteten Notfälle sei im Jahr 2017 bei knapp 98 Prozent gelegen.

„Wir wollen den Notruf NÖ weiterentwickeln“, hob Schleritzko die Ausweitung der mobilen Sozialarbeit und die Fortführung der Digitalisierungsstrategie hervor. Mit dem „paperless event“ soll auf handschriftliche Transportberichte verzichtet werden können und die Patientendokumentation elektronisch erfolgen. „Wir werden auch ein Versorgungsregister für Akutpatienten erstellen – in Zusammenarbeit mit den NÖ Kliniken und Partnern in den Nachbarbundesländern.“ 2018 stehe auch die Re-Akkreditierung für den Notruf NÖ an.

„Unter dem Dach von Notruf NÖ ist es uns gelungen, die Gesundheitsdienste optimal miteinander zu vernetzen“, betonte Schleritzko, dass das „Sicherheit für unsere Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher“ schaffe und diese dadurch vom Insektenstich bis zum hochkritischen Notfall die passende Hilfe rasch und unkompliziert erhalten können. Der Landesrat bedankte sich bei Geschäftsführer Chwojka und seinem Team „für die ausgezeichnete Arbeit“ und auch bei den Partnerorganisationen – dem Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Christophorus Flugrettung – „für die gute und nahtlose Zusammenarbeit“.

Notruf NÖ-Geschäftsführer Chwojka sagte, dass das größte Projekt in diesem Jahr das „paperless event“ sein werde. Damit werde es nicht mehr notwendig sein, dass Sanitäter handschriftlich Transportberichte ausfüllen und die Patientendokumentation auf Papier durchführen müssen. Notruf NÖ stelle allen Organisationen eine elektronische Lösung für Smartphone, Tablet und PC zur Verfügung, wo bereits alle der Leitstelle bekannten Daten enthalten seien, welche nur mehr um Kleinigkeiten ergänzt werden müssten. „Das spart nicht nur Aufwand, sondern auch Kosten“, so Chwojka.

Außerdem stehe die Re-Akkreditierung der internationalen Standards an, informierte Chwojka, dass der Notruf NÖ die einzige Leitstelle sei, die sowohl die weltweiten als auch speziell auf Europa zugeschnittenen Standards erfülle: Das „Centre of Excellence“, vergeben von der Internationalen Akademie für Notrufbearbeitung, und das „Certificate of Quality Standard“ der europäischen Gesellschaft für Notrufnummern werden heuer erneut überprüft.

Weiters am Programm stehe die Übersiedlung des Standortes in Mödling, man habe im Stadtgebiet in der Nähe vom Bahnhof einen neuen Standort gefunden, betonte Chwojka, dass man weiterhin an allen vier Standorte des Notruf NÖ – in St. Pölten, Korneuburg, Mödling und Zwettl – tätig sein wolle.

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