Preisträger 2009-2013 - Vorbildliche Bauten in NÖ

Die Aktion Vorbildliches Bauen in NÖ gibt es seit über 50 Jahren. Hier finden Sie Informationen zu den ausgezeichneten Objekten aus den Jahren 2009 bis 2013.

 

Preisträger 2009 - Antonsbrücke bei Baden

Bauherr: ARGE Radweg Helenental

Planer: Dipl.-Ing. Robert Salzer, Hohenberg, DI (FH) Thomas Willemsen, Traiskirchen

Die Antonsbrücke als Fuß- und Radwegbrücke über den Schwechatbach hat ein Längenachsmaß von 30 Meter und eine Breite von 2,50 Meter. Die Fahrbahnplatte ist auf beiden Uferböschungen auf Stahlbetonfundamenten gelagert und besteht aus blockverklebten Brettsperrholz mit einem schmäleren liegenden Brettschichtholzträger. Sie wird als Einfeldträger mit der räumlichen Stahlunterspannung als statisches System verwendet und wirkt als Brückenkonstruktion leicht und schwebend, wobei die Stahlgeländer mit Drahtgitterfüllungen diesen Eindruck noch zusätzlich steigern.

Die filigrane Konstruktion und die strenge Geometrie stellen einen starken Kontrast zum schroffen, amorphen Charakter der daneben zum Fluss abfallenden Felsformation dar, nehmen jedoch die Höhe der oberen Felskante auf und fügen sich in seiner gespannten Form harmonisch in die Geländeform des angrenzenden Waldgebietes ein.

Durch die Brücke wird nicht nur die Funktion der Verbindung von gegenüber liegenden Bachufern erfüllt, sondern zu einer gelungenen Umweltgestaltung beigetragen.



Preisträger 2009 - Chorherrenstift Herzogenburg, Informations- und Empfangsbereich

Bauherr:   Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg

Planer:       Architekt Dipl.-Ing. Richard Zeitlhuber, Herzogenburg

Im Bereich der Nordzufahrt des Augustiner Chorherrenstiftes bilden die drei Entwurfsbausteine Pforte, Gang und Saal die Grundlage für das Planungskonzept.

Als Pforte ist die durchgestaltete, schwere Metalltüre zu bezeichnen, die während der Besucherzeit immer geöffnet ist und als Gang jener Bauteil, welcher sich tunnelartig unter die barocke Prälatenstiege schiebt. Dieser Zugang ist an beiden Längswänden mit Paneelen hergestellt, in die hinterleuchtete Dias bzw. Videowalls oder Touchscreens mit Darstellungen aus dem Klosterleben und der Baugeschichte integriert sind. Die helle Ausleuchtung des Ganges wird zusätzliche durch Leuchtstreifen als Leitsystem im Sockelbereich ergänzt, so dass auf Besucher eine einladende Wirkung entsteht.

Die Einfachheit und die Kraft seiner Form rechtfertigt das Nebeneinander der dominierenden Barockarchitektur und der zurückhaltenden Einrichtung im Klosterladen bzw. Informations- und Empfangsbereich.

Durch seine architektonische Komposition und die Wahl der Materialien wirkt die Gesamtgestaltung gleichermaßen wohnlich und dem Ort entsprechend angemessen.



Preisträger 2009 - Filialkirche in Oberrohrbach

Bauherr: Erzdiözese Wien

Planer: Architekten Schermann & Stolfa, St. Andrä-Wördern

Der Bauplatz auf der Hügelkuppe ist durch die alte Notkirche sowie der Florianikapelle bereits sakral bestimmt und von einem eindrucksvollen Panorama mit welligem Umland, der Silhouette der Burg Kreuzenstein und den Hügeln des Wienerwaldes bis zum Schneeberg umgeben.

Auf dem fast ebenen über eine flach ansteigende Freitreppe erschlossenen Kirchenplatz ist die Eingangszone durch den freistehenden am imaginären Schnittpunkt von östlicher und südlicher Gebäudeflucht errichteten Glockenturm definiert. Obwohl die Öffnungen in der lehmgefärbten Betonhülle sparsam gesetzt sind, bieten sie schon von außen viel Einblick in den Kirchenraum mit annähernd ellipsenförmigem Grundriss.

Der Zugang ist in einer wohlüberlegten Spiralform gestaltet und führt in die Vorhalle der Kirche in der symbolträchtig gleich am Eingang der Taufbrunnen als Zeichen des Anfangs eines christlichen Lebens aufgestellt ist.

Die Wände und die akustisch günstig wirksame konvex gekrümmte Decke im Inneren sind im Gegensatz zur harten Betonaußenhaut mit Buchensperrholzplatten verkleidet, die für eine Atmosphäre der Geborgenheit sorgen.

Die Aufgabe für eine Gemeinschaft einen Ort zu schaffen, der dem „GANZ ANDEREN" gilt, wurde auch mit Hilfe wohlüberlegter Lichtregie, wie z.B. durch diffuses Tageslicht über das Oberlichtband, hereinfallendes Licht der Morgensonne über den östlichen vertikalen Wandschlitz direkt auf den Altar, Licht durch einen Lichtspalt in der Decke auf das raumhohe Altarkreuz aus Aluminium oder durch warmes Licht der Abendsonne über die Wandöffnung im Westen, gelöst.

Die Bankreihen mit gutem Sitzkomfort sind nach Detailplänen der Architekten hergestellt und halbkreisförmig in drei Segmenten um den Altar angeordnet, während für das konsensfähig gestaltete liturgische Inventar bildende Künstler beauftragt wurden.

Der Dialog der Kirche mit der Welt, wie es das zweite Vatikanische Konzil für die Katholische Kirche gefordert hat, kann beim gegenständlichen Kirchenbauwerk erlebbar nachvollzogen werden.



Preisträger 2009 - Firmenzentrale Trepka in Obergrafendorf

Bauherr:   Ing. Maria und Baumeister Ing. Josef Wieder

Planer:       Bauatelier Schmelz & Partner, Wösendorf in der Wachau;  Baumeister Winfried Schmelz, MAS

Die gewählte Lage des Neubaus am östlichen Rand des Firmengeländes lässt vermuten, dass aus strategischen Überlegungen der Standort gewählt wurde. Zum einen wird der Haupteingang neu definiert. Zum anderen bietet der Standort optimale Besonnungsverhältnisse für ein Konzept, das neben der Errichtung kommunikativer Arbeitsstrukturen vor allem Energieeinsparung und Tageslichtoptimierung berücksichtigt.

Der zur Verfügung stehende Grundstücksteil und das vorgegebene Raumprogramm bestimmen die Planungsidee, einen unterkellerten, kompakten, dreigeschossigen, quaderförmigen Baukörper zu errichten. Dabei sind die einzelnen Geschoße U-förmig um eine zentrale Halle angeordnet, welche als Empfangs- und Erschließungszone dient.

Die an die Halle angrenzenden Büroräume sind durch raumhohe Glaskonstruktionen einsehbar. Diese ermöglichen die gewünschte Offenheit gegenüber Fremdpersonen und gleichzeitig optimale Orientierung im Gebäude. Alle Büroräume werden über außen liegende Fensterbänder ausreichend mit Tageslicht versorgt und zusätzlich über die nach Südwest ausgerichtete Hallenglasfassade belichtet, wobei die in der Halle entstehende passive Solarenergie für die Räume genutzt wird.

Die computergeregelte Hauptenergieversorgung für die Heizung und die mechanische Kühlung erfolgt über ein Wasser-Wasser-Wärmepumpensystem mit Grundwasserbrunnen. Als Energiespeicher wird dabei das firmeneigene Produkt „Betonfertigteil" innovativ in Formgebung und Farbgestaltung verwendet wobei die Außenbauteile aus Sandwichelementen mit erforderlicher Kernwärmedämmung hergestellt sind.

Die geplanten Konstruktionsdetails sind materialgerecht hergestellt und technisch gut verarbeitet.Alle Räume sind entsprechend ihrer Verwendung eingerichtet bzw. ausgestattet und bieten jenen Standard, der von heutigen Bürogebäuden gefordert wird.



Preisträger 2009 - HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg

Bauherr: Bundesimmobiliengesellschaft mbH

Planer: ZT für Hochbau Dipl.-Ing. Karl Brodl,  Wien; Architekt Dipl.-Ing. Christian Marchart , Wien; Architekt  Mag.arch. Engelbert Zobel, Perchtoldsdorf; Architekt Dipl.-Ing. Gerhard Leipold, Wien

Der Neubau ist nördlich des bestehenden Heimgebäudes im Kellergeschoß, bedingt durch die Geländeform, mit einem verglasten Gang verbunden und steht in einer idealen Verbindungsachse mit dem Schloss. 

Der zweigeschossige Schulbaukörper ist nach Südosten orientiert. Daran schließen kammartig die dreigeschossigen Bauteile des Internats und bilden geschlossene oder offene Höfe. Das eingeschossige lebensmitteltechnologische Zentrum wurde im östlichen Teil des Bauplatzes als getrennter und im Gegensatz zu den Holzfassaden beim Schul- und Internatsbau, mit einer Aluminiumfassade hergestellt.

Große Gebäude haben durch ihr meist langweiliges, von vielen Wiederholungen bestimmtes, die Umgebung dominierendes Äußeres sowie ihre nicht beleuchteten Innengänge einen schlechten Ruf. Auch das hier vorgestellte Schul- und Internatsgebäude hätte auf Grund seiner großen Kubatur ein solch düsterer und seelenloser Baukörper werden können.

Durch die prägnante Komposition der äußeren Erscheinung und durch eine fantasievolle Belebung und Gestaltung der Unterrichtsräume, der Internatszimmer und der anderen Aufenthaltsräume, aber vor allem der Verkehrszonen sowie auch der Außenräume, ist den Architekten mit ihrem Entwurf eine bemerkenswerte Alternative gelungen.

Alle Fassaden- und Dachkonstruktionen sind aus wärmegedämmten Holzfertigteilen mit den tragenden Innenwänden und Decken aus Stahlbeton kombiniert hergestellt. Durch die Auslegung aller Bauteile für erhöhten Wärmeschutz konnte eine Energiekennzahl von 39 kWh/m² für den gesamten Neubau erreicht werden.



Preisträger 2009 - Wohn- und Geschäftshaus Minnich in Korneuburg

Bauherr:   Andreas Minnich GmbH

Planer:       Architekt DI Ernst Maurer, Hollabrunn 

Im ältesten Siedlungsgebiet der Stadtgemeinde Korneuburg nördlich des Hauptplatzes ist das Haus Minnich mit drei, bzw. vier Kernbauten aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Die historische Bedeutung als Dokument der Stadtentwicklung seit dem Mittelalter verpflichtete die Eigentümer die Sanierung der bestehenden Bausubstanz unter den strengen Gesichtspunkten des Denkmalschutzes vorzunehmen. Im Wesentlichen wurden dabei an den Außenbauteilen als Baumaterialien Holz, Stein, Ziegel, Sand und Kalk verwendet und damit ein Kontext zum ehemaligen Baubestand hergestellt. 

Ein dreigeschossiges Wohnhaus am Ende des Grundstückes bildet in städtebaulicher Verbindung mit dem Altbau einen Innenhof.

Die Konfiguration der Räume in den Wohnungen oder Büros ist geprägt durch die denkmalpflegerischen Auflagen im Altbau und durch energetische Anforderungen im Neubau, wie z.B. die Ausrichtung der Wohnungen nach Süden. Bei der Verwendung der Baumaterialien und der haustechnischen Anlagen wurde auf deren Nachhaltigkeit Rücksicht genommen.

Trotzdem in einigen wenigen Bereichen wie z.B. bei den Dachaufbauten oder dem Balkon im Hof die generell vorherrschende Gestaltungssensibilität durch äußere Rahmenbedingungen nich in der ansonsten hohen Qualität umgesetzt werden konnte, erscheint das Projekt in seiner Gestaltung trotz unterschiedlicher Formen und Materialien ausgewogen, da sich der Neubau dem Altbestand nicht anbiedert, sondern  eine gelungene architektonische Eigenständigkeit aufweist. Damit wurde bei diesem Bauvorhaben in vorbildlicher Weise ein ausgewogenes Miteinander von historischer Baussubstanz und moderner Gestaltung geschaffen.



Preisträger 2009 - Kunsthaus Horn

Bauherr:  Stadtgemeinde Horn

Planer:       LindnerArchitektur ZT GmbH, Baden, Architekt DI Gerhard Lindner

Bei der Bauaufgabe der Adaptierung des ehemaligen Piaristenkollegs sollte die Qualität des Ortes, wie sie durch den historischen Bestand, aber auch durch die vorbildlichen Umbauten durch Prof. Carl Pruscha vor ca. 25 Jahren, erhalten bleiben.

An Stelle eines Cafes wurde das Tourismusbüro eingerichtet und dafür ein neues Restaurant an der Außenwand des Kollegs angebaut. Die historischen Räume mit Gewölbe wurden durch den Abbruch von Zwischenwänden in den ursprünglichen Zustand versetzt, die Zimmer an der Westseite gänzlich neu gestaltet und die ostseitigen Zimmer mit Bädern ausgestattet. Weiters wurde der ebene Belag des Innenhofes ergänzt, die bestehenden Arkaden und das Dach saniert.

Durch die sensible, feinfühlige Vorgangsweise bei der Adaptierung, Sanierung und Neuerrichtung in sämtlichen Bereichen, in denen Veränderungen vorgenommen wurden, ist die verbesserte Raumqualität nicht nur bei den Aufenthaltsräumen, sondern auch bei den Nebenräumen spür-, erkenn- und erlebbar. Dieses architektonische Niveau setzt sich nicht nur im Inneren des neuen Restaurants fort, sondern auch außen, wo die schweren, massiven weißen Putzfassaden im subtilen Gegensatz zur leichten, fast schwebenden Konstruktion aus Holz und Glas stehen, dennoch aber der harmonische Gesamteindruck erhalten bleibt.

Dieses spezielle Projekt ist mit genügend Kühnheit und Finesse ausgeführt, um es zu einem überzeugenden und exemplarischen Modell kreativer Wiederverwertung von Bausubstanz zu machen.



Preisträger 2009 - Seminar- und Tagungszentrum Schweighof in St.Pölten

Bauherr: Wirtschaftskammer NÖ

Planer: neustädter I mramor ARCHITEKTEN;  Architekt Dipl.-Ing. Rolf Neustädter und  Architekt Dipl.-Ing. Roman Mramor

Der Schwaighof, ein ehem. Wirtschaftshof, der erstmalig 1324 urkundlich erwähnt und 1683 von den Türken komplett zerstört wurde, ist im Besitz des Augustiner Chorherrenstiftes 1692 wiedererrichtet worden und dabei könnte Jakob Prandtauer oder Christian Alexander Oedtl mitgewirkt haben. 

Nach Zu- und Umbauten sowie Generalsanierung des Altbaus mit seiner künstlerischen Ausstattung  ist  nunmehr  eines  der ältesten Gebäude St. Pöltens ein Seminar und Tagungszentrum der Wirtschaftskammer Niederösterreichs.

Aufgrund der Lage an einem Kreisverkehr und eingeschlossen von zwei Hauptverkehrsstraßen sowie seiner strukturellen Bauform und des gestalteten Freiraums erscheint der Hotelkomplex im Umgebungsbereich der mehrgeschossigen, einförmigen Wohngebäude einerseits fremd und andererseits bestimmend, um die Qualität der Gegend zu verbessern.

Die nach Ost-West ausgerichteten zwei parallelen selbständigen, alten Bautrakte wurden mit einem neuen verbunden, sodass mit der Portalmauer gegen Westen ein vierseitig umgrenzter und mit mobilen Blumentrögen gestalteter Innenhof entstand. An der Ostseite der Altsubstanz wurde winkelförmig der neu errichtete Hoteltrakt angeschlossen, womit ein nach Süden offener Hof mit der historischen Bausubstanz gebildet wurde.

Die bis ins Detail konsequente Gestaltung wirkt identitätsstiftend zwischen historischer Bausubstanz und moderner Architektur wobei die räumlichen Ressourcen mit veränderbaren Nutzungskonzepten für Lernen, Kommunikation und Inspiration in einer entspannten Atmosphäre bestens geeignet sind. Der Hotelneubau mit 40 Zimmern, einem Wellnessbereich, einem Restaurant und einem Lehrhotel für die Touristikschule entspricht mit allen technischen Einrichtungen dem hohen Standard der Gesamtanlage.

Entsprechend dem ganzheitlichen Konzept sind die energieeffizienten Maßnahmen wie eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung, eine Fotovoltaikanlage für „Öko"-Strom, besondere Wärmedämmmaßnahmen, Wärmerückgewinnung bei der Lüftungsanlage, Einsatz von Nutzwasser aus dem Brunnen für die WC-Spülung und Gartenbewässerung, Gründächer und eine Regenwasserversickerung in Verwendung.



Preisträger 2009 - STADTwerkeHAUS in Amstetten

Bauherr:   Stadtwerke Amstetten

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Thomas Wesely, Amstetten

Das Projekt im Grundriss einer Viertelellipse und außen ohne erkennbare Vorder- oder Rückseite, wird von einer spektakulären Fassade aus einem High-Tech-Vlies mit dem Motiv von Birkenbäumen komplett überspannt. Die ellipsenförmige Fotovoltaik-Anlage ragt weit über das Flachdach hinaus und setzt einen weiteren markanten Akzent. Das Gebäude ist dadurch sowohl ein faszinierendes Objekt an sich, als auch eine gut in den Kontext eingebaute Ergänzung in dem heterogenen Stadtteil mit einfachen Wohnhäusern, Grünflächen und einer Straße mit Kreisverkehr sowie vor allem der bestimmenden Hochtrasse der Eisenbahn.

Durch die Kurven, Aussichten und subtilen geometrischen Verschiebungen fordert der Grundriss zum Bewegen durch die Räume auf und bietet ein Ausmaß an Raffinesse und Komplexität, das über die relativ geringe Größe des Gebäudes hinwegtäuscht.

Die Herausforderung die Büros der Energieabteilung der Stadtwerke mit den Räumen der Bestattung harmonisch und funktionell zu kombinieren, gelingt einerseits durch die gewählte Raumfiguration und deren Anordnung rund um das große, helle Foyer mit Stiegenaufgang sowie andererseits durch eine moderne bis ins Detail gestaltete Innenarchitektur. Die dabei verwendeten Materialien wie Stein. Holz, Lehmputz usw. lassen die Anforderungen an die Nachhaltigkeit erkennen.

Die Wärmedämmungen bis 57 cm Stärke lassen den Heizwärmebedarf auf 20,3 kWh/m² sinken und dadurch die Kategorie A nach den Richtlinien des NÖ Energieausweises für Niedrigenergiehäuser erreichen. Der Anschluss an die Fernwärmeanlage der Stadt, die Erzeugung von Strom über die Fotovoltaik-Anlage und die Verwendung von Energiesparlampen mit technischen Regelungseinrichtungen tragen dazu bei, dass das öffentliche Gebäude in einer perfekten Symbiose zwischen Ökologie und Ökonomie errichtet ist.



Preisträger 2009 - Theater Westliches Weinviertel in Guntersdorf

Bauherr:    Verein Theater Westliches Weinviertel

Planer:       t-hoch-n Ziviltechniker GmbH, Wien;  Architekt DI Gerhard Binder, DI Peter Wiesinger, DI Andreas Pichler

Die rote Vordachkonstruktion setzt als neues Element und als Gegenpol zum ländlichen Charakter der Streckhöfe entlang der Bundesstraße ein starkes Signal nach außen und weist im inneren als weiter geführte Dachkonstruktion den Weg zum im Original belassenen Theatersaal mit Bühne im Stadl.

Vorbei an Kassa, Bar und Proberaum werden die Besucher durch spannende Außenraumsituationen mit unterschiedlichen Höhen und verglasten Durch- und Einblicken sowie unterschiedlichen Lichteinfallsituationen geführt. In die kleinteilige Struktur wurde eingegriffen, zwar dezent und zurückhaltend, um den Charakter des alten Streckhofes zu erhalten, aber dennoch so stark, dass die Spuren des Umbaus zu erkennen sind.

Die Kommunikation mit dem Publikum wird durch große Öffnungen in die Aufenthaltsräume der Schauspieler ermöglicht. Daraus entsteht eine Interaktion mit den Zuschauern, die weit über die eigentliche Vorstellung hinausreicht.

Der sorgsame Umgang der Planer mit dem Bestand und die konsequente und respektvolle Auseinandersetzung mit der vorhandenen Bausubstanz sind anzuerkennen.

Das Theaterprojekt mit all den Wünschen und Raumvorstellungen konnte durch die starke Identifikation des Vereinsvorstandes und seiner überaus großen Kenntnisse über machbares Theater verwirklicht und mit viel Arrangement betrieben werden. Der daraus entstandene Kulturbeitrag ist daher überaus lobenswert.



Preisträger 2009 - Weinbetriebsgebäude und Wohnhaus Mayr in Dross

Bauherr:    Silke Mayr und Walter Buchegger

Planer:       Bauatelier Schmelz & Partner, Wösendorf/Wachau, Baumeister Winfried Schmelz, MAS

Das zur Verfügung stehende Grundstück am Ortsrand entlang einer öffentlichen Straße und in Hanglage war bereits durch einen traditionellen Vorspannhof bebaut und sollte durch ein Einfamilienwohnhaus sowie Betriebsgebäude ergänzt werden. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und nutzungsorientierten Funktionalität wurden die neuen Gebäude auf zwei Niveaus errichtet. Trotz der Flachdächer fügen sich die neuen Baukörper in die Randbebauung des Ortes ein. 

Durch die Verwendung von weinroten Schiffssperrholzplatten und alten aufgeschnittenen Eichen- und Akazienfässern sowie von Natursteinen als Vormauerung werden zusätzliche Akzente einer gelungenen Komposition von Alt und Neu gesetzt.

Im Inneren des Wohnhauses sind die Wohnbereiche in zwei Geschoße aufgeteilt, wobei im Erdgeschoß die große Wohnhalle mit Küche und zusätzliche Nebenräume angeordnet sind und das Obergeschoß mit Elternschlaf- und Kinderzimmer sowie allen Nebenräumen über die offene Stiege erreicht werden können. Die durch Wohngebäude und Bürogebäude begrenzte Hofterrasse ermöglicht ein windgeschütztes Wohnen im Freien.

Das zweigeschossige Betriebsgebäude ist in jedem Geschoß direkt vom angrenzenden Gelände befahrbar. Die Räume sind derart aneinandergereiht und ausgestattet, dass eine optimale Arbeitsfolge von der Traubenanlieferung über das Keltern und Füllung bis zur Auslieferung gegeben ist.

Durch die ökologische und nachhaltige Bauweise konnte vor allem im Bereich des Wohnhauses die Anforderungen für Niedrigenergiehäuser nach den Richtlinien des NÖ Energieausweises erfüllt werden.



Preisträger 2010 - Arnulf Rainer Museum in Baden

Bauherr:    Stadtgemeinde Baden

Planer:       lottersberger-messner-dumpelnik, Architekt DI Richard Messner, Wien

Beim Umbau zu einem zeitgenössischen Museum wurde vor allem auf das Spannungsfeld zwischen Architektur und Kunst geachtet, wobei respektvoll mit der historischen Bausubstanz umgegangen wurde.

Bereits im 14. Jahrhundert wurde das Frauenbad zum ersten Mal urkundlich erwähnt und nach einem Brand 1821 wieder hergestellt. Umbauten in den Jahren 1876 bis 1878 prägten das klassizistische Erscheinungsbild des Bades, wobei 1977 das Frauenbad als überregionales Ausstellungszentrum genutzt und bereits in diesem Jahr eine große Arnulf Rainer - Retrospektive gezeigt wurde.

Gut dreißig Jahre später wurde nach architektonischer Umgestaltung das Frauenbad nunmehr Rainers Museum.

Die Verwendung der funktionellen Bausubstanz, deren originalen Tonnengewölbe, Schwimmbecken, Marmortäfelungen und ehemaligen kleinen Umkleideräumen (Kabanen) bilden mit den sensibel ergänzenden neuen Bauelementen jenen zurückhaltenden Hintergrund, um das konzentriert - fokussierende Schauen der Meisterwerke Rainers zu gewährleisten.

Alle Möbel und alle neu geschaffenen betretbaren Ebenen wurden in silbergrauem Eichenholz ausgeführt und in den weiß gefärbten Räumen wurde ein einfärbiger Terrazzoboden hergestellt. Alle licht- und sicherheitstechnischen Einrichtungen  sind in frei spannenden Aluminiumträgern integriert, ohne den Raumeindruck wesentlich zu stören.

Durch die zurückhaltende Gestaltung des Museums kann in singulärer, kontinuierlicher und prägnanter Weise einem breiten Publikum ein spannender Einblick in das umfangreiche Oeuvre Rainers übermittelt werden.



Preisträger 2010 - Einfamilienhaus Aichinger in Stadt Haag

Bauherr:    Mag. Elisabeth Halbmayr und Dr. Johann Aichinger

Planer:       Architektur & Energie Jordan, BM Ing. Ernst M. Jordan MAS, St.Valentin

Das erhaltenswerte Gebäude im Grünland, weit außerhalb der Stadt Haag, ist mit bewusst traditionellen Formen, Materialien und Elementen der Region sowie zusätzlich geeigneter neuen Baukonstruktionen errichtet. Ein Satteldach, verputzte massive Ziegelwände, Holzverkleidungen, gut proportionierte Fenster- und Türöffnungen lassen einen Bau entstehen, der sich authentisch in die Landschaft einfügt. 

Als wesentliche Entwurfsziele sind die zeitgemäßen und in der Ausführung qualitativ hochwertigen, barrierefreien Wohnräume für flexible Nutzungen zu erkennen. Einschließlich der hoch wärmegedämmtem Gebäudehülle, der natürlichen Baustoffe, der energieeffizienten Gebäudetechnik, der Einhaltung ökonomischer Vorgaben und der niedrigen Betriebs- und Unterhaltskosten werden die Anforderungen an die Nachhaltigkeit des Gebäudes erfüllt.

Zusätzlich bietet der umgebende Baumbestand natürlich beschattete Außenräume und verhindert zuverlässig sommerliche Überwärmung.

„Ein Gebäude sollte mit Leichtigkeit aus seinem Baugrund erwachsen und in Einklang mit der Umgebung und seiner Bewohner sein" - dieser Leitsatz Frank Lloyd Wrights, ist beim gegenständlichen Um- und Zubau in vorbildlicher Weise zu erkennen. 



Preisträger 2010 - Einfamilienhaus Schüler in Katzelsdorf

Bauherr:    Alexandra, MAS und Ing. Constantin Schüler

Planer:       kaltenbacher ARCHITEKTUR zt-gmbh,  DI Franz Kaltenbacher, Ing. Roland Pöltl, Scheiblingkirchen

In einer strengen Formensprache und dennoch unprätentiös und elegant zugleich fügt sich das Einfamilienhaus in den steilen Hang. Bei der Verwendung von traditionellen Bauformen bei der Dachgestaltung des Straßentraktes im Gegensatz zum Flachdach beim Gartentrakt wird ein harmonisches Einfügen in die Bausubstanz der Umgebung erreicht, ohne dabei die Eigenständigkeit zu verlieren.

Außen und Innen ist die Gestaltung in stimmiger Einheit zu erkennen, so dass der äußere Lebensraum nicht irgendwie am Rand der Terrasse oder am Zaun endet, sondern der Wohnbereich durch den intimen Innenhof und durch die bepflanzten Gartenflächen erweitert wird.

Im Inneren überrascht die Offenheit, Großzügigkeit und die Transparenz der Räume mit klug organisierten Grundrissen und bieten den Bewohnern eine großzügige Nutzungsvielfalt. Leider fehlen bauliche Vorkehrungen zum Einbau eines Aufzugs, um die Geschoße nachträglich barrierefrei zu erreichen.

Die kompakte Anordnung des Wohngebäudes sowie die energetischen Wand- und Deckenkonstruktionen ermöglichen einen Niedrigenergiestandard, wobei die Beheizung und die Warmwasseraufbereitung durch eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren sichergestellt wird.

Die ausdrucksstarke Gestaltung die ihre Linienführung ebenso kennzeichnet wie die engen Wechselwirkungen zwischen innen und außen, strahlen Ruhe und Harmonie aus. Die handwerklich perfekte und materialgerechte Ausführung aller Bauteile ergänzt diesen Gesamteindruck. 



Preisträger 2010 - NÖ Landeskindergarten in Pyhra

Bauherr:    Marktgemeinde Pyhra

Planer:       Architekt DI Christian Mang, Krems

Der in Terrakotta gefärbte, teilweise mit schrägen Fassaden und mit dynamisch geformten Fensterflächen monolithisch gestaltete Baukörper schmiegt sich am Ortsrand erdgeschoßhoch an den leicht nach Süden geneigten Hang. Dabei fügt er sich harmonisch in die vorhandene Baustruktur sowie in die charakteristischen Formen der umgebenden Landschaft ein.

Von einer gegenüber dem Straßenniveau tiefer gelegten Erschließungs-zone ist der Zugang im Freien über eine Rampe oder eine gedeckte Stufenanlage barrierefrei gestaltet.

Der klar strukturierte Grundriss mit einem durchgehenden und über Dach belichteten Hauptgang erleichtert die Orientierung zu den fünf nach Süden ausgerichteten Gruppenräumen mit den jeweils zugeordneten Nebenräumen wie Garderobenräume, Sanitärräume und Abstellräume. Vor den Ganzglaskonstruktionen der Gruppenräume sind im Freien überdeckte breite Terrassenflächen hergestellt, die ein Benützen bei Schlechtwetter erlauben.

Der zum Gang offene Mehrzwecksaal und die Räume für die Verwaltung und das Personal sind nach Norden orientiert, während der Bewegungs-raum durch Fensteröffnungen in der Westfassade belichtet wird.

Der Innenraum ist mittels verputzter und teilweise in Volltonfarben gehaltener Wandflächen, mit sandgestrahlten Sichtbetonflächen und Birkenholzpaneelen gestaltet.

Das nutzungsgerechte in Massivbauweise und wärmegedämmte Gebäude ist mit einer Fußbodenheizung, mit Fernwärmeanschluss und einer Be- und Entlüftung der hergestellt, um den Anforderungen der Nachhaltigkeit zu erfüllen.



Preisträger 2010 - NÖ Landeskindergarten 1 in Purkersdorf

Planer:       Hermann & Valentiny und Partner , Wien

Bauherr:     WIPUR Wirtschaftsbetriebe der Stadt Purkersdorf

Nach Eintritt in den kreisrunden Eingangszylinder von der höher gelegenen Wintergasse gelangt man über Stufen oder über einen Aufzug barrierefrei in die darunter liegende Eingangshalle des Kindergartens.

Die vorhandene Geländeböschung wird bei der Bebauung genutzt, so dass der elipsoid gebogene Baukörper vom ebenen mit vielfältigen Spielgeräten ausgestalteten Kinderspielplatz erdgeschoßhoch in Erscheinung tritt und sich dem Umgebungsbereich unterordnet.

Die sechs über den Hauptgang zugänglichen Gruppenräume mit je einer Garderobe und den Sanitärräumen sind durch ihre T-förmige

Ausformung und durch ihre Möblierung in einzelne Bereiche gegliedert und ermöglichen eine vielfältige pädagogische Nutzung bei der Kinderbetreuung.

Das zusätzliche Raumangebot umfasst drei Bewegungsräume mit unterschiedlicher Raum- und Belichtungsgestaltung, Räume für die Verwaltung und das Personal, eine Küche sowie einen überdeckten Freiraum.

Die gestalterische Vielfalt der Gruppenräume ist bei der Außenfassade durch den Rhythmus von Glas und geschlossenen Wandteilen zu erkennen, wobei die materialgerechte Bauausführung durch die gekonnte Detailplanung ermöglicht wurde.

Das Gebäude überzeugt nicht nur in der Massstäblichkeit seiner archi-tektonischen Elemente und der Einrichtungen, sondern zusätzlich durch die Verwendung von leuchtenden, warmen Farben.

Die Anforderungen der Nachhaltigkeit werden durch die energetische Konstruktion der Bauteile, der Nutzungseignung und der Lage des Gebäudes nachgewiesen.



Preisträger 2010 - Therapeutische Wohngemeinschaft in Ebenfurth

Bauherr:    Sonja und Hermann Radler

Planer:       Köb&Pollak Architektur, Sabine POLLAK und Roland KÖB, Wien

Die geschlossene Bebauungsweise der Umgebung wurde bei der Errichtung des Wohnhauses für die therapeutische Wohngemeinschaft an der Straßenfluchtlinie übernommen, wobei die vorhandene Bauplatztiefe ein zweites Haus in offener Bebauungsweise ermöglichte und dadurch vier Bereiche mit zunehmender Privatheit entstanden sind, die sich in Straßenwohnhaus, Werkhof, Wohnhaus und Wohngarten gliedern.

Die Straßenfassade zeigt sich durch die Proportionen der Öffnungen sowie deren Anordnung zueinander verschlossen, wobei die schwarzen, geschichteten Fassadenschieferplatten und Dachschindelplatten die beabsichtigte Kontrastierung zu den Nachbarhäusern verursachen, ohne das Straßenbild zu stören.

Die unterschiedlichen Fassadenöffnungen in beiden Häusern nehmen grundsätzlich Bezug auf die Raumwidmung und deren Nutzung, wobei die dabei entstehende individuelle Belichtung die Intimität der Räume steigert.

Im vorderen, der Straße zugewandten Wohnhaus sind im 1. Stock fünf Einzelwohnräume und ein Betreuerzimmer sowie die erforderlichen Nebenräume angeordnet, während im Erdgeschoß eine große Gemeinschaftsküche sowie Räume für die Verwaltung errichtet sind. Im zweiten Wohnhaus sind auf drei Geschoßen die Räume der Betreuerfamilie aufgeteilt.

Die stimmige Wohnatmosphäre in beiden Häusern wird durch die Form der Räume und deren Einrichtung sowie durch die warme Farbgebung mit Einbeziehung des befestigten Innenhofes und des gestaltenden Gartens erzielt.

Die Nachhaltigkeit ist durch die Ausführung entsprechend den Richtlinien für Niedrigenergiehäuser gegeben.


 

Preisträger 2010 - Weinlandbad in Mistelbach, Kabinentrakt und Haupteingang

Bauherr:    Stadtgemeinde Mistelbach

Planer:       Architektin DI Christa Prantl und  Architekt DI Alexander Runser, Wien

Entlang der stark befahrenen Einfahrtsstraße setzt der in einem leichten Bogen errichtete zweigeschossige Kabinentrakt mit Haupteingang und der eingeschossige Service-Bauteil des Weinlandbades ein stilvolles Zeichen in einem typischen Gewerbepark, wo sich Fastfoodketten und Baumärkte ausbreiten.

Die unprätentiöse Art des Baus wird durch die graue Farbgebung aller Konstruktionsteile sichtbar und steht in einem starken Kontrast zu den bunt gefärbten aber schwer wirkenden Betriebs- und Verkaufsbauten der Umgebung, wobei die weit auskragenden Dachvorsprünge durch ihre schwebende Leichtigkeit diesen Eindruck verstärken.

Die Gestaltungsvorgaben nach Außen lassen auf die Funktionen des Gebäudes als Haupteingang ins Bad und der Räume für das Umkleiden sowie auf notwendige Personalräume schließen. Es scheint als ob der graue Gebäudebogen in einer umarmenden Geste die bunte, inhomogene Beckenlandschaft umfasst und ihr den notwendigen Rahmen gibt.

Das Gebäude zeichnet sich durch die präzise und materialgerechte Detailplanung und deren Bauausführung aus, so dass kein Zentimeter Holz zuviel bei tragenden Wand- oder Deckenelementen verwendet wurden. Dieses Prinzip wird in konsequenter Weise auch bei den notwendigen Bauteilen aus Stahl oder beim Innenausbau und bei der Einrichtung bzw. Ausstattung des Gebäudes angewandt.

Alle Räume und die Sanitärzonen im Erdgeschoß sind barrierefrei gestaltet wobei auf die erforderliche Intimität und die Nutzungssicherheit in allen Gebäudebereichen, die von den Badbesuchern betreten werden können, geachtet wurde.



Preisträger 2010 - Regionalzentrum und Gebietsvinothek Weritas in Kirchberg am Wagram

Bauherr:    Marktgemeinde Kirchberg am Wagram

Planer:       gerner°gerner plus ,  Architekt DI Andreas Gerner ZT GmbH, Wien

Die zuerst sichtbare scharfe Gebäudefrontkante der Vinothek verursacht beim Besucher die volle Aufmerksamkeit.  Der leichte Anstieg zur groß angelegten Holzterrasse mit der Sicht über die gesamte Glasfassade und den Blick über die weite Landschaft steigert zusätzlich diesen Eindruck.

Durch die Ausnutzung der prägenden Geländekante fügt sich das zweigeschossige Gebäude mit rund 550 m² Nutzfläche und der nachträglich modellierten Topografie nahtlos in die Landschaft ein, so dass die Glasbox als Merkmal allein zwischen den Bäumen zu erkennen ist.

Direkt von der Terrasse gelangt man in den lichtdurchfluteten und großzügig verglasten Verkostungsraum mit Restaurant, wobei alle angebotenen Weine in einer Vitrine an der Rückwand ausgestellt sind.

Einen Stock tiefer sind der klimatisierte Weinlagerraum sowie der teilbare Mehrzwecksaal mit raumhohen Glaswänden angeordnet. Die erforderlichen Nebenräume ergänzen das Raumprogramm und sind wie alle anderen Räume barrierefrei begehbar.

Die Nutzung der Erdwärme wird durch die Hanglage begünstig und ermöglicht für das gesamte Haus einen Niedrigenergie-Standard, so dass die erdberührten Räume im Sommer angenehm kühl bleiben und den Klimatisierungsaufwand senken.

Die Nachhaltigkeit des Gebäudes ist auf Grund seiner Lage im Umgebungsbereich, seiner konstruktiven und architektonischen Gestaltung, seiner energetischen Konstruktion und nicht zuletzt seiner Nutzungseignung nachgewiesen.



Preisträger 2011 - Bürogebäude BM Lahofer in Auersthal

Bauherr:    Baumeister KR Ing. Rudolf Lahofer

Planer:       POPPE*PREHAL ARCHITEKTEN ZT GmbH, Steyr 

Mit ihrem skulptural ausgeformten Betriebsgebäude setzt die Baufirma Lahofer in Auersthal einen zeitgemäßen Akzent. Das Objekt zeichnet sich in seiner äußeren Erscheinung durch eine Ausgewogenheit in der Gestaltung zur gestellten Bauaufgabe für ein repräsentatives Betriebsgebäude aus. 

Die Fassadengestaltung beschränkt sich auf beige Eternitplatten in Kombination mit großzügigen Glasflächen. Die Garagenteile des Altbestandes wurden in die Baukörpergestaltung übernommen und gekonnt integriert. Bedauerlicherweise wurde der Vorplatz  noch nicht der Qualität der Architektur des Firmensitzes angepasst.

Im Inneren sind die Räume in einer funktionell und räumlich schlüssigen Anordnung auf zweieinhalb Ebenen angeordnet. Der Kontrast der verwendeten Oberflächen zwischen Sichtbeton, Teppich und Glas erzeugt eine spannende und gleichzeitig ruhige ausgewogene Arbeitssituation, wobei eine hohe Qualität bis zu kleinsten Details erreicht wurde. Die Türelemente in Eichenholz schaffen einen aktivierenden Kontrast.

Das schlüssige Haustechnikkonzept mit Wärmepumpentechnik, Bauteilaktivierung und kontrollierter Lüftungsanlage runden den nachhaltigen positiven Gesamteindruck ab.



Preisträger 2011 - Einfamilienhaus Petra und Christian Hager in Furth b. Göttweig

Bauherr:    Petra und Christian Hager

Planer:       BM­-WERNER, Krems 

Das Einfamilienhaus liegt an einem ca. eingeschoßigen Niveausprung und orientiert sich hauptsächlich Richtung Westen mit Blick auf den Göttweiger Berg. Die gekonnte Ausnutzung der Topographie lässt das Gebäude von der Straße her ebenerdig und damit klein erscheinen. 

Die dadurch zum Ausdruck gebrachte Zurückhaltung findet sich auch in der reduzierten Formensprache sowie der Materialwahl wieder und wird positiv bewertet. Die dadurch zum Ausdruck gebrachte Zurückhaltung findet sich auch in der reduzierten Formensprache sowie der Materialwahl wieder und wird positiv bewertet.

Im Inneren entsprechen die Räume und ihre Anordnung den Wohnvorstellungen des Bauherrn. Die qualitätsvolle Ausführung der Innenräume ist bemerkenswert. Die Geschossgrundrisse sind einfach und klar und dadurch von sehr hoher Funktionalität, wenngleich der Wohnbereich verhältnismäßig klein erscheint.

In Summe handelt es sich um ein einfaches, unaufdringliches Wohnhaus, in sich kompakt und lebenswert, das als vorbildlicher Bau in einer topographisch spannenden Situation besticht.



Preisträger 2011 - Einfamilienhaus in Zellerndorf

Bauherr:    Martin Diem

Planer:       franz zt gmbh, Wien 

Das Einfamilienhaus in Zellerndorf ist in Form von drei dunklen, liegenden Quadern räumlich strukturiert, die durch einen gemeinsamen Verbindungsgang als Lebensader verbunden sind. Dabei ist die Abfolge der Nutzungen schlüssig vom öffentlichen Eingang bis zum privaten Schlafzimmer aneinandergereiht. 

Dadurch repräsentiert jeder Quader einen eigenen Grad an Öffentlichkeit. Dadurch repräsentiert jeder Quader einen eigenen Grad an Öffentlichkeit.

Gleiches gilt auch für die zwischen den Baukörpern liegenden Freiflächen, die sich in Größe, Lage, Anordnung und Nutzung logisch aus dem Gesamtkonzept ergeben und ebenfalls den unterschiedlichen Bedürfnissen an Öffentlichkeit und Privatheit Rechnung tragen. Die so geschaffene intensive Verzahnung zwischen Innen­ und Außenraum lässt eine sehr gute Nutzung durch das angenehme Ineinanderfließen dieser Räume erwarten.

Die innere Erschließung und Orientierung erfolgt einfach entlang der zentralen Erschließungsachse, die gleich auch für die zentrale Verteilung der haustechnischen Systeme mitgenutzt wird. In Summe besticht das Objekt durch das einfache Konzept von Öffentlichkeitsabfolgen, welches konsequent und stimmig umgesetzt wurde.



Preisträger 2011 - Haus Riegelhofer in Poysdorf

Bauherr:    Susanne Bernatz  und Max Riegelhofer 

Planer:       martin ruehrnschopf architecture, Wien 

Das Winzerhaus aus der Jahrhundertwende wurde in den letzten Jahren behutsam nach baubiologischen Gesichtspunkten saniert und umgebaut. Dabei waren der behutsame Umgang und die Erhaltung des Charakters der Bausubstanz genauso maßgebend, wie die Adaptierung für ein zeitgemäßes Wohnen. 

So wurden z.B. die straßenseitigen Kastenfenster erhalten, die inneren Flügel jedoch durch eine Zweischeiben­Isolierverglasung wärmetechnisch verbessert. Die ursprünglich eher dunklen Räume wurden hofseitig durch große neue Fensterbelichtungsflächen bzw. durch großzügige Verglasung im Dachbereich freundlich und hell gestaltet. So wurden z.B. die straßenseitigen Kastenfenster erhalten, die inneren Flügel jedoch durch eine Zweischeiben­Isolierverglasung wärmetechnisch verbessert. Die ursprünglich eher dunklen Räume wurden hofseitig durch große neue Fensterbelichtungsflächen bzw. durch großzügige Verglasung im Dachbereich freundlich und hell gestaltet.

Die bestehende Grundkonzeption der geschlossenen Bebauungsweise mit dem Vorteil einer hohen Privatheit im Gartenbereich wurde erhalten. Dieser geschützte Hofbereich lädt durch seine neue Holzterrasse zum Verweilen und Entspannen im privaten Grün ein.

Die neu eingebaute Fußboden­ bzw. Wandheizung ergänzt sich perfekt mit den alten massiven Wänden und schafft so das ganze Jahr über ein behagliches Raumklima.



Preisträger 2011 - Terrassenhaus in Gießhübl

Bauherr:    Ignaz Kossina Ges.m.b.H. 

Planer:       ARGE X42, Wien  in Zusammenarbeit mit Architekt Mag. Lothar Jell­Paradeiser, Bad Vöslau  

In einem überwiegend mit Einfamilienhäusern bebauten Siedlungsgebiet wurde in Hanglage eine Wohnhausanlage in Terrassenhauskonzeption errichtet. Die Erschließung vom Straßenniveau her erfolgt unspektakulär im Inneren über ein Stiegenhaussystem mit seitlichen Stichgängen. Ein Personenlift erschließt diese öffentlichen Gangbereiche barrierefrei.

Die Orientierung im Gebäude selbst ist übersichtlich und für das Terrassenhauskonzept kurzwegig. Die Orientierung im Gebäude selbst ist übersichtlich und für das Terrassenhauskonzept kurzwegig.

Das Gebäude treppt sich den Hang entlang ansteigend ab, wodurch jeder Wohneinheit zumindest ein privater Terrassen­ und Gartenbereich zugeordnet werden kann. Diese privaten Freiräume konnten sogar großteils uneinsehbar gestaltet werden. Die Belichtung der Wohnungen erfolgt hauptsächlich von der jeweiligen Gartenseite bzw. über großzügige Oberlichten und Atrien.

Die Gesamtkonzeption ermöglicht eine im Vergleich zur umgebenden Bebauung sehr dichte Grundstücksausnutzung. Der daraus resultierende optimierte Flächenverbrauch wird positiv beurteilt.

Die erforderliche Fertigkeit der Umsetzung für dieses schwierige Objekt ist gegeben. Die für diese Konzeption erforderlichen großen Wohneinheiten sind in sich schlüssig organisiert und es konnte dadurch eine architektonisch einwandfreie Wohnsituation geschaffen werden. Durch eine intelligente und gute Ausnutzung der baurechtlichen Rahmenbedingungen, wurde eine stimmige Lösung im städtischen Randbereich erreicht.



Preisträger 2011 - Wildbach- und Lawinenverbauung in Wr.Neustadt

Bauherr:    Lebensministerium, Wildbach­ und Lawinenverbauung

Planer:       hochholdinger knauer engl, architekten; hke architekten ziviltechniker Gmbh, Wien 

Das bestehende Verwaltungsgebäude der Wildbach­ und Lawinenverbauung aus den 50iger Jahren wurde südseitig durch einen lang gestreckten Zubau erweitert. Der Neubaukörper besticht durch seine schlichte geometrische Ausformung und den reduzierten Einsatz weniger Baumaterialien. 

Gesamtkonzeption ist geprägt von einem gelungenen Zusammenspiel von Alt­ und Neubau.

Die neue lichtdurchflutete Eingangshalle bildet die gelungene Verbindung zum Bestandsbaukörper und ermöglicht die erforderliche barrierefreie Erschließung. Der neue Bürotrakt scheint über dem bestehenden Gelände zu schweben und wird dadurch in seiner reinen geometrischen Ausprägung noch deutlicher ablesbar.

Das Materialkonzept setzt sich im Inneren schlüssig fort. Oberflächen aus Sichtbeton, Glas, Alu und Holz sind in ihrer Wahrnehmbarkeit aufeinander abgestimmt, das Zusammenspiel der Materialien verschmilzt zur zeitgemäß, qualitätsvollen Gestaltung der Büroräumlichkeiten. Die Gangerschließung zeugt durch die Konzeption als Rückgrat des Neubaukörpers von hoher räumlicher und funktioneller Qualität. Bauausführung und Verarbeitung der Materialien sind von sehr guter Qualität.



Preisträger 2012 - Haus Zwei und Haus Eins in Krems

Bauherrn:Harald Schindlegger und Hermann Pirker, Krems

Planer: ertlundhenzl mit spiluttini architecture, Wien

Die beiden Häuser liegen im Übergang zu den Kremser Weinterrassen der Sandgrube. Die Baukörperausformung ist als freie Form konzipiert, wobei die beiden Einzelbaukörper zwar differenziert jedoch in einer gelungenen Gesamtkomposition ausgeformt wurden. Die überlegte Anordnung auf dem schwierig zu bebauenden, lang gestreckten Hanggrundstück ermöglicht eine optimale Grundstücksausnutzung.

Die verwendeten Materialien Sperrholzplatten, Glas und Metall sind von hoher Qualität und Langlebigkeit, die Formgebung und die Farbwahl im Außenbereich schaffen eine gelungene Einpassung der Baukörper in die Landschaft.

Im Inneren besticht der gelungene Innenraum - Außenraumbezug allgemein und die Sichtbezüge in die umgebende Landschaft im Besonderen. Generell schafft dieses Objekt eine hohe räumliche Qualität im Inneren und eine klare Abgrenzung zwischen öffentlichem und privatem Bereich außen, was eine hohe Wohnqualität erwarten lässt.



Preisträger 2012 - BORG und NMS in Deutsch-Wagram

Bauherr:    Stadtgemeinde Deutsch-Wagram

Planer:       franz zt gmbh Wien,  Generalplaner:  AH3 Architekten ZT GmbH / Horn u. Graz 

Das eingereichte Objekt entwickelt sich stimmig von der mit Volks- und ehemaliger Hauptschule gemeinsamen Erschließungsallee dem Gelände folgend abgetreppt als langgestreckter Baukörper Richtung Westen. 

Die äußere Gestaltung ist geprägt von den unregelmäßig angeordneten Fenstern und den farblich abgestuften Fassadenplatten, wobei die Farbwahl „Blau" im ersten Augenblick irritiert, bei näherer Betrachtung aber als locker, leicht und luftig empfunden wird. Durch die Reduktion der Fassadengestaltung auf diese beiden Elemente gemeinsam mit einer gelungenen Proportionierung des erforderlichen Bauvolumens ergibt sich ein angenehmer positiver Gesamteindruck. Dieser Gestaltungsansatz setzt sich im Inneren schlüssig fort und es entsteht dadurch ein unaufdringliches, funktionell gelungenes quasi selbstverständliches Raumgefüge, in dem Schule einfach passieren kann und soll.

Die verwendeten Materialien sind hinsichtlich Nachhaltigkeit bzw. Dauerhaftigkeit überlegt gewählt, wobei besonders der fugenlose Terrazzoboden erwähnt werden muss.

Das Konzept der teileingegrabenen Mehrfachsporthalle mit synergetischer Nutzung für Gemeinde und Sportvereine wurde hier schlüssig umgesetzt und rundet den positiven Gesamteindruck nachhaltig ab.



Preisträger 2012 - Martin Luther Kirche in Hainburg

Bauherr:    Verein „Freunde der evangelischen Kirche in Hainburg/Donau"

Planer:       Coop Himmelb(l)au, Wolf D. Prix & Partner ZT GmbH, Wien

Die Entwurfsidee der evangelischen Kirche in Hainburg beruht auf der Dreifaltigkeit Gottes und spiegelt sich in verschiedenen Baudetails wie z.B. den drei Lichtpyramiden über dem Kirchenraum oder dem Altar wieder. Bei der Formgebung der Lichtpyramiden wurde darüber hinaus auf die Dachform des historischen Karners Bezug genommen. Die dafür erforderliche innovative und mutige Konstruktion wird positiv gewertet.

Der an sich schlichte, geometrische Baukörper gliedert sich in seinen Abmessungen, Proportionen und hinsichtlich seiner Höhenentwicklung stimmig und wie selbstverständlich in den Straßenzug ein, die erforderliche Maßstäblichkeit ist absolut gegeben. Ebenso verhält es sich mit dem seitlich angeordneten Nebenbaukörper für Gemeindesaal und Nebenräumen zur wegführenden Seitengasse.

Der eigentliche Kirchenraum präsentiert sich hell und lichtdurchflutet ohne überflüssige Dekorationen und Verzierungen, reduziert auf den Raum und die Raumwirkung an sich. Die großflächige Glasfassade öffnet die Kirche zum öffentlichen Straßenbereich und versucht so einen Dialog mit dem Alltagsleben herzustellen. Durch die hölzerne Trennwand bleibt der Gottesdienst an sich weitgehend ungestört bzw. entsteht für einen außenstehenden Betrachter eine Neugier nach dem Ganzen, das sich dahinter im Inneren noch verbergen könnte.



Preisträger 2012 - Bürogebäude Firma Luxbau in Hainfeld

Bauherr:    Bmstr. Josef Lux und Sohn Baumeister GesmbH, Hainfeld

Planer:       synn architekten, Wien

Aufgrund von erhöhtem Platzbedarf für Büroräumlichkeiten der Firma Luxbau wurden die mehr als 100 Jahre alte Villa und das aus den 60iger Jahren stammende Bürogebäude durch einen Beton-Glas-Gang verbunden, sowie die Bestandsobjekte saniert und eine neue Raumaufteilung geschaffen. 

In der Straßenansicht tritt der Verbindungsgang als gestaltprägendes Element markant in den Vordergrund, wobei die handwerkliche Ausführung der Betonflächen sowie die Glasanschlussdetails technisch gelöst sind und als Visitenkarte dienen. Der abgewinkelte Anschluss zum Villengebäude irritiert in der räumlichen Abfolge im Vergleich zum geradlinigen Zugang zum alten Büroobjekt. Der straßenräumliche Eindruck lebt darüber hinaus vom bewussten Abrücken von der Straßenfluchtlinie und der daraus resultierenden räumlichen Großzügigkeit.

Die innere Raumaufteilung orientiert sich an funktionellen Gegebenheiten und lässt einen effizienten Bürobetrieb erwarten.

Die Gesamtverbesserung der Energieeffizienz von mehr als 50 % unter gleichzeitiger Bewahrung der historischen Villengestaltung ist positiv zu erwähnen.



Preisträger 2012 - Herrenhaus in Klosterneuburg, Umbau und Sanierung

Bauherr:    Mag. Andrea und Dr. Alfons Stimpfl-Abele, Klosterneuburg

Planer:       architekturbüro DREER2, ZT Architekt DI Andreas Dreer, DI Michaela Dreer, Kritzendorf

Das in seinem Kern auf das 16. Jh. zurückgehende Herrschaftshaus ist seit Generationen im Besitz der Familie. Um den verschiedenen Generationen der Familie zeitgemäße Wohnräumlichkeiten und Wohnungsgrößen bieten zu können, wurde im Dachgeschoß zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Dazu wurde der alte Dachstuhl in gleicher Größe durch einen neuen ersetzt und durch horizontale Wandteile der ehemalige Dachboden zu einem vollwertigen Wohngeschoß ausgebaut. Das Projekt ist in einer gesamtheitlichen Sichtweise geplant und umgesetzt worden, da immer der gesamte Gebäudekomplex und nicht nur einzelne Teile wie z.B. der Dachbodenbereich maßgeblich waren.

Die gesamte Ausführung erfolgte in enger Zusammenarbeit und in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und wurde handwerklich hoch qualitativ und materialentsprechend umgesetzt. Diese über Jahrhunderte gepflogene Vorgehensweise repräsentiert den Nachhaltigkeitsansatz, der von der Familie Stimpfl-Abele auch in der Praxis gelebt wird.

Die Sanierung und Adaptierung eines historischen Objektes ist daher bei diesem Objekt in vorbildlicher Art und Weise gelungen.



Preisträger 2012 - Kindergarten in Oberrohrbach

Bauherr:    Marktgemeinde Leobendorf

Planer:       AH3 Architekten ZT GmbH / Horn u. Graz,  Projektleiter: DI Martin Bukovski

Der Kindergarten ist in Form eines einfachen geradlinigen liegenden Quaders konzipiert, dem im Norden ein kleiner holzverkleideter Quader vorgelagert ist, der somit quasi wie von einem Bügel oder einer Spange eingefasst wird. Die Gestaltung der Fassade beschränkte sich auf die Verwendung von unbehandeltem Lärchenholz und weißen Fassadenplatten, was den Baukörper angenehm ruhig und unaufdringlich erscheinen lässt. Er lebt somit von einer gelungenen ebenerdigen, landschaftsbezogenen Schlichtheit.

Die Reduktion auf wenige Materialien findet auch im Inneren ihre positive Fortsetzung. Die Gruppenräume sind hell und lichtdurchflutet, sie bieten immer wieder spannende und interessante Durch- und Ausblicke. Die Gruppenräume eröffnen Gestaltungsfreiheit und Raum für Kreativität und freie Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder und verströmen den erforderlichen Wohlfühlcharakter.

Die Ausführung in Passivhausqualität ist aus ökologisch-energetischer Sicht positiv anzuführen.



Preisträger 2012 - Hochwasserschutz Donaulände in Ybbs an der Donau

Bauherr: Stadtgemeinde Ybbs an der Donau

Planer: ARGE Langer I SchuhmacherArchitekt DI Dr. techn. Karl Langer, Wien; DI Georg Schumacher, St. Georgen

Der eigentliche Hochwasserschutz hebt sich gegenüber anderen vergleichbaren Projekten positiv ab, da er neben der reinen Schutzfunktion auch noch Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie Gestaltungsaspekte berücksichtigt und realisiert.

Die bewusste Material- und Oberflächengestaltung und die dadurch entstehende Spannung zwischen (Hoch-)Wasser- und Landseite erzeugen gemeinsam mit der hochqualitativen Bauausführung einen stimmigen Eindruck beim Betrachter. Die Massivität der technisch erforderlichen Bauteile wird dadurch besser verträglich und gleichzeitig wird dadurch eine gute Gesamtkomposition mit dem historischen Baubestand geschaffen. Die somit geschaffene städtebauliche Situation ergibt einen Mehrwert für die Stadtgemeinde, der sich hauptsächlich durch die multifunktional nutzbare Uferpromenade manifestiert. Hier das Heranrücken von Altstadt zum Fluss beispielhafter und nachhaltiger Art und Weise gelungen.

Besondere Elemente, wie z. B. der Pegelturm oder der Präsentationskiosk sind im Verhältnis zur tatsächlichen Funktion oder Nutzung gestalterisch überproportional betont und wirken damit überzeichnet, schaffen dadurch aber räumliche Ankerpunkte, die einen positiven Beitrag zum Gesamtkonzept leisten.



Preisträger 2013 - Einfamilienhaus Mayr in Eichgraben

Bauherr: Dr. Christina Mayr

Planer: franz zt gmbh, WienDer nahezu über dem Gelände schwebende Holzkubus ergänzt und erweitert das sanierte und in seiner Erscheinung zeitgemäß neu interpretierte Bestandsobjekt.

Alt und neu werden optisch differenziert ausgeformt und bilden doch ein stimmiges Ganzes.

Die Adaptierungsmöglichkeiten durch leicht veränderliche Raum-und Funktionskonfigurationen folgen schlüssig dem Gedanken der Nachhaltigkeit und machen das Haus Mayr zu einem Wohnobjekt mit Zukunftsperspektive.



Preisträger 2013 - Haus Scheiber in Wiesensfeld

Bauherr: Iris und Johann Scheiber

Planer: zauner I architektur, Wien

Dem natürlichen Geländeverlauf folgend präsentiert  sich das Haus Scheiber wie selbstverständlich in die Landschaft eingebettet. 

So zeitgemäß die Formensprache ist, so gekonnt schließt die Fassade den Kreis zum Ländlichen und lässt ein stimmiges Ganzes entstehen.

Die Wiederverwendung ursprünglicher alter Materialien verstärkt den Bezug zum Umgebenden, die örtliche Bautradition wird in einer zeitgemäßen Interpretation gekonnt und überzeugend weitergeführt.



Preisträger 2013 - Headquarter Hypo Group in St. Pölten

Bauherr:    Hypo NOE Real Consult, Benkerwiese Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft mbH

Planer:       ARGE Architekt Zieser ZT GmbH, Wien und Architekt DI Ernst Maurer, Hollabrunn

Der zum Regierungsviertel querliegende Rechteckbaukörper des neuen Headquarters der HYPO NOE schließt dieses im Norden ab und liefert damit einen positiven Beitrag im Stadtgefüge.

Die Außenhaut bilden perforierte bewegliche Lochblechfassadenteile die sich je nach Sonnenstand und Betriebszeiten öffnen und schließen

Die Konfiguration im Inneren zeigt ein Wechselspiel von Räumen mit Privatsphäre und gemeinsam genutzten Büroflächen in denen Austausch und Kommunikation entsteht. Glaswände lösen Grenzen auf und schaffen Begegnung.

Hohe Detailgenauigkeit und eine bedachtsame Materialwahl zeichnen das Innenraumkonzept zusätzlich aus.  



Preisträger 2013 - NÖ Landeskindergarten in Wolkersdorf

Bauherr: Stadtgemeinde Wolkersdorf

Planer: fasch&fuchs.architekten zt-gmbh, Wien

Situiert am Übergang in die offene Grünfläche des Augebietes wird der skulpturale Baukörper zu einem architektonischen Blickpunkt.

Die silbrig lasierte Lärchenholzverkleidung lässt das Objekt im Licht schimmern und verstärkt die extravagante Erscheinung.

Im Inneren reihen sich die 6 Gruppen entlang einer lichtdurchfluteten linearen Erschließungszone. Der Bewegungsraum kann räumlich adaptiert werden und gewährleistet damit multifunktionale Lösungen.

Die Transparenz des Gebäudes ermöglicht vielerlei Blickverbindungen nach Außen und wartet mit ungewöhnlichen Perspektiven auf. 



Preisträger 2013 - Universitäts- und Forschungszentrum in Tulln

Bauherr: NÖ Landesimmobiliengesellschaft

Planer: Architekt Podsedensek ZT (in ARGE mit Moser Architekten), Wien

Das Universitäts- und Forschungszentrum in Tulln steht mit seinen Labors und Büros der BOKU und des Austrian Institutes of Technology nicht nur für Wissensaustausch und Vernetzung, sondern schafft mit seiner Bautechnologie und der Gebäudetechnik auch einen Wegweiser in eine spannende Architekturzukunft.

Den klassischen Einzelbüros stehen großzügige Gemeinschafts-und Besprechungsräume gegenüber. Der Einsatz von Glas erzeugt eine verbindende Wirkung. Die zentrale mehrgeschoßige Halle mit abgehängten Stegen und Plattformen bietet 3-dimensionale Kommunikationsmöglichkeiten und macht das Forschungszentrum zu einem Ort der Zusammenarbeit fördert.



Preisträger 2013 - Wasserkraftwerk Stadtwehr in Waidhofen an der Ybbs

Bauherr: EGW Energiegesellschaft Waidhofen an der Ybbs m.b.H.

Planer: ZT-Fritsch GmbH, Steyr und w30 Waidhófen an der Ybbs

Das zeitgemäße Wasserkraftwerk am Ufer der Ybbs steht im korrespondierenden Kontext zur historischen Innenstadt und erzielt in seiner schlichten Architektursprache eine elegante Ausgewogenheit. 

Das Projekt punktet mit Angemessenheit und einer einfühlsamen Reaktion auf die örtliche Situation. Trotz seiner geringen Dimensionen überrascht die Stadtwehr mit einer Vielzahl an technischen Funktionen und dokumentiert mit seinen am letzten Stand der Technik befindlichen Komponenten einen in die Zukunft gerichteten Planungsansatz.



Preisträger 2013 - Wohnhausanlage Weinzierl X in Krems

Bauherr:    Gemeinnützige Donau-Ennstaler Siedlungs-Aktiengesellschaft

Planer:       Architekt Zieser ZT GmbH, Wien

Die 4 Punkthäuser beweisen mit ihrer Anordnung zueinander und den daraus resultierendem Freiräumen städtebauliche Qualität.

Im Inneren wird den Bedürfnissen der Bewohner mit schlüssig durchkonzipierten Grundrisslösungen entsprochen und der geförderte Wohnbau damit auf ein neues Niveau des Wohnkomforts gehoben. Jede Wohneinheit verfügt über eine großzügige Freifläche, die den Innenraum mit dem Außenraum verschmelzen lässt.

Die verschiebbaren Sonnenschutzelemente zeichnen je nach Tages-und Jahreszeit ein unterschiedlich lebendiges Bild der Fassaden.

Ihre Kontaktstelle des Landes für Vorbildliches Bauen in NÖ

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung allgemeiner Baudienst
Landhausplatz 1, Haus 13 3109 St. Pölten E-Mail: alexander.grinzinger@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-16223
Fax: 02742/9005-14670
Letzte Änderung dieser Seite: 13.2.2017
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