Bodenschutzanlagen / Windschutzanlagen

Bodenschutzanlagen schützen landwirtschaftliche Böden gegen den Abtrag durch Wind und Wasser.

Der Schutz von landwirtschaftlichen Böden gegen die Erosion durch Wind und Wasser trägt wesentlich zur Sicherung und Erhaltung der nicht vermehrbaren und sich nur über Generationen neu bildenden Ressource Boden bei.

Boden ist in erster Linie die Grundlage für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln, Rohstoffen und erneuerbaren Energieträgern. Darüber hinaus erbringen Böden weitere wichtige gesellschaftliche Leistungen wie Filterung von Niederschlägen, Speicherung und Rückhalt von Hochwasser, Pufferung von Schadstoffen, Speicherung und Bereitstellung von Nährstoffen, etc.

Das Land Niederösterreich fördert die Errichtung von Bodenschutzanlagen. Dies umfasst die Planung, Pflanzung und Pflege von Windschutzhecken, die von der NÖ Agrarbezirksbehörde maschinell ausgepflanzt werden. Die Förderungswerber (bäuerliche Grundeigentümer/innen, Gemeinden) müssen die für die Errichtung erforderlichen Grundstücke zur Verfügung stellen.

Was sind Bodenschutzanlagen?

Bodenschutzanlagen sind mit heimischen Bäumen und/oder Sträuchern bestockte Streifen in unserer Kulturlandschaft, die

  • der Landwirtschaft zur Sicherung ihrer Produktion dienen
  • der natürlichen Fauna und Flora Lebensraum bieten
  • der Bevölkerung ein abwechslungsreiches Landschaftsbild bescheren

Früher wurden sie Windschutzgürtel genannt. Heute werden sie entsprechend ihrer Funktion, ihrem Aufbau oder ihrer Situierung als Bodenschutzanlagen, Baum-Strauchhecken oder als Landschaftselemente bezeichnet.

Sinn und Zweck von Bodenschutzanlagen

  • Verbesserung des Kleinklimas durch Verringerung der Windgeschwindigkeit; dadurch werden Verdunstungsverluste verringert und Temperaturextreme teilweise ausgeglichen
  • Bremsung der Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • Schaffung von naturnahen Lebensräumen in der Kulturlandschaft
  • Vernetzung bestehender Biotope 
  • Belebung des Landschaftsbildes mit neuen Landschaftselementen 

Aufbau von Bodenschutzanlagen

Büsche

Die Auswahl der Pflanzenarten orientiert sich an gebiets- und standortstypischen Florentabellen. Das verwendete Pflanzenmaterial umfasst ausschließlich heimische Arten. In Zusammenarbeit mit dem Projekt "Regionale Gehölzvermehrung" des NÖ Landschaftsfonds wird weitestgehend autochthones Saatgut für die Heranzucht der Gehölze eingesetzt. 

Baum

Der Aufbau der Anlagen in Pflanzreihen, Krautstreifen und Ökonischen wird individuell entsprechend den örtlichen Gegebenheiten geplant. Beispielhaft wird eine spezielle Bodenschutzhecke für das Waldviertel dargestellt. Bei dieser 3-reihigen Anlage werden im Westen verschiedene Sträucher z.B. (Hartriegel, Kreuzdorn und Faulbaum ) verwendet. Sie sollen als erste dem Wind zugewandte Barriere Westwinde bremsen und Schneeverwehungen in den eigentlichen Bodenschutz hinein ziehen.

In der Mitte der Anlage werden abwechselnd Laubbäume z.B.( Esche, Vogelkirsche und Wildobst) sowie niedrige Sträucher, die typisch für das Waldviertel sind gepflanzt. An der Ostseite wird schließlich eine durchgehende Strauchreihe mit niedrigen Sträuchern zur pultförmigen Abflachung gegen Osten ausgesetzt.

Förderung der Errichtung von Bodenschutzanlagen

Das Land Niederösterreich fördert die Errichtung von Bodenschutzanlagen entsprechend den Förderungsrichtlinien ABB-V-006/4-2002 vom 9.4. 2002 durch die NÖ Landesregierung durch:

  • Übernahme der Pflanzung von Bodenschutzanlagen
  • Bereitstellung geeigneten Pflanzenmaterials
  • Pflege der Anlage bis zur Bestandessicherung

Die Anlageneigentümer, die örtliche Jägerschaft, Imker und sonstige naturinteressierte Vereine werden von der Auspflanzungstätigkeit zeitgerecht in Kenntnis gesetzt.

Das Land Niederösterreich übernimmt die Kosten der Errichtung. Der Eigentümer der Anlage hat einen einmaligen Kostenersatz von Euro 1800.- /ha (excl.20%Ust.) zu leisten.

Der Anlageneigentümer kann seinen finanziellen Beitrag durch folgende Leistungen (einzeln oder in Kombination) verringern:

1. Durch die Übernahme einer tiefen Bodenvorbereitung der Pflanzfläche im Herbst vor der Auspflanzung und das Setzfertigmachen der Fläche im Frühjahr kann der Kostenbeitrag um bis zu Euro 160.- /ha (excl.20%Ust.) herabgesetzt werden.

2. Wenn der Anlageneigentümer das Wildschutzmaterial (Pflöcke, Wildschutzgitter) zur Verfügung stellt und das Anbringen des Wildschutzmaterials zeitgerecht nach der Pflanzung übernimmt, kann der Kostenbeitrag um bis zu Euro 1200.- /ha (excl.20%Ust.) verringert werden.

3. Der Anlageneigentümer verpflichtet sich während der ersten beiden Standjahre zur Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Wildschutzmaßnahmen und eine ergänzende manuelle Beikrauthacke. Für diese Tätigkeit können bis zu Euro 200.- /ha (excl.20%Ust.) gutgeschrieben werden.

Ein möglichst anlagengerechter Zuschnitt der Bodenschutzhecken als Vorbeugung gegen das Herauswachsen und übermäßigen Bewuchs kann von der Bodenschutzfachabteilung der NÖ Agrarbezirksbehörde gegen Kostenersatz übernommen werden.

Pflanzensortiment Bäume und Sträucher

Pflanzensortiment Bäume

Deutsch - Lateinisch - Vulgo

  • Feldahorn (Acer campestre)
  • Spitzahorn (Acer platanoides)
  • Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Schwarzerle (Alnus glutinosa), Roterle
  • Grauerle (Alnus incana), Weißerle
  • Birke (Betula verrucosa)
  • Hainbuche (Carpinus betulus), Weißbuche
  • Esche (Fraxinus excelsior)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica)
  • Sommerlinde (Tilia platyphyllos)
  • Walnuß (Juglans regia)
  • Zitterpappel (Populus tremula), Espe
  • Vogelkirsche (Prunus avium)
  • Weichsel (Prunus cerasus)
  • Zwetschke (Prunus domestica)
  • Kriecherl (Prunus domestica ssp. insititia)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Zerreiche (Quercus cerris )
  • Traubeneiche ( Quercus petraea), Wintereiche
  • Stieleiche (Quercus robur), Sommereiche
  • Silberweide (Salix alba)
  • Winterlinde (Tilia cordata)
  • Feldulme (Ulmus carpinifolia), Ruste

Pflanzensortiment Sträuche

Deutsch - Lateinisch - Vulgo

  • Kornelkirsche (Cornus mas), Dirndlstrauch, od. gelber Hartriegel
  • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Haselnuß (Corylus avellana)
  • Pfaffenhütchen (Evonymus europ.), Pfarrerkapperl, Spindelstrauch
  • Liguster (Ligustrum vulgare)Rainweide
  • Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Rotes Geissblatt
  • Zwergweichsel (Prunus fruticosa)
  • Steinweichsel (Prunus mahaleb), Felsenkirsche
  • Schlehdorn (Prunus spinosa), Schwarzdorn
  • Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
  • Faulbaum (Rhamnus frangula), Pulverholz
  • Hundsrose (Rosa canina), Heckenrose
  • Weinrose (Rosa rubiginosa), Apfelrose
  • Bibernellrose (Rosa spinosissima)
  • Palmweide (Salix caprea), Salweide
  • Aschweide (Salix cinerea), Grauweide
  • Lavendelweide (Salix elaeagnos)
  • Purpurweide (Salix purpurea)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Holler
  • Traubenholunder (Sambucus racemosa), Roter Holunder
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)

Pflanzen, die auf Grund der Gefahr des Feuerbrandes vorübergehend aus dem Pflanzensortiment entfernt wurden:

Holzapfel, Wildbirne, Eberesche, Elsbeere, Weißdorn

Für weitere Informationen, Vorplanungen, Projektierungen und zur Antragstellung wenden Sie sich bitte an die NÖ Agrarbezirksbehörde.

weiterführende Links
Downloads

Ihre Kontaktstelle des Landes

NÖ Agrarbezirksbehörde Landhausplatz 1, Haus 12
3109 St. Pölten
E-Mail: post.abb@noel.gv.at
Tel: 02742/9005/16055
Fax: 02742/9005/16580   
Letzte Änderung dieser Seite: 12.4.2017
© 2017 Amt der NÖ Landesregierung