01.12.2011 | 11:39

„Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg" mit verschärften Auflagen genehmigt

LR Pernkopf: Austrocknung der Au soll verhindert werden

Das „Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg" wurde im Frühjahr 2011 seitens des Landes Niederösterreich gestoppt, da eine Umsetzung in der ursprünglich eingereichten Form nicht möglich war. Der Projektbetreiber via donau Wasserstraßen GmbH, eine 100-Prozent-Tochter des Infrastrukturministeriums, ging auf die Verbesserungsvorschläge von namhaften Wissenschaftern, Non-governmental-organsations (NGO\'s), des Nationalparks Donau-Auen und der Fischerei ein. Bei diesen Vorschlägen handelte es sich erstens um eine Festlegung auf 25 Dezimeter Regulierungsniederwasser statt 27 Dezimeter und damit um eine Reduktion des Projekts auf die unbedingt notwendige Tiefe. Zweitens um die Installierung eines Science Boards, wodurch eine unabhängige Projektbegleitung unter Einbindung der Wissenschaft und NGO\'s sichergestellt werden soll. Drittens um zusätzliche Uferrückbauten und Gewässervernetzung, etwa um die Anbindung des Johler Arms, einen Rückbau der harten Uferverbauung und die Fortsetzung des Best-LIFE-Projekts „Uferrückbau Hainburg". Ein Verbesserungsvorschlag betraf auch die größtmögliche Einbindung des Nationalparks; die zur Renaturierung der harten Uferverbauung notwendigen Baumentnahmen sollen nur nach Freigabe des Nationalparks getätigt werden. Ebenso genannt wurde der Stopp des Flussbaulichen Gesamtprojekts - in der Folge wurde das umstrittene Gesamtprojekt nun von der via donau auf Eis gelegt, bis sämtliche Ergebnisse des „Pilotprojekts Bad Deutsch-Altenburg" eingearbeitet sind.

Univ.Prof. DI Dr. Friedrich Zibuschka, Leiter der Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr des Landes Niederösterreich hält dazu fest: „Die Rechtslage des Pilotprojekts ist eindeutig: Sachverständige und externe Rechtsgutachter haben nach den notwendigen Umwelt-, Nationalpark- und Naturschutzgesetzen streng geprüft und die rechtliche Genehmigungsfähigkeit festgestellt. Zusätzlich wurde durch die bescheidmäßige Auflage einer umfassenden Rückbauverpflichtung sichergestellt, dass der Umweltzustand verbessert aber jedenfalls erhalten bleibt."

„Die Umweltbehörden und der niederösterreichische Umweltanwalt haben aufgrund der von den Experten geforderten und von der via donau nun auch zugesagten ökologischen Verbesserungen, die durch strenge Auflagen in den Bescheiden festgeschrieben wurden, ihre Zustimmung zu dem Projekt gegeben. Der Projektwerber hat zudem nun auch schriftlich mitgeteilt, dass sowohl das Gesamtprojekt auf Eis gelegt wird als auch volle Transparenz für Wissenschaft und NGO\'s garantiert wird. Das stellt sicher, dass alle ökologischen und naturschutzrechtlichen Interessen umgesetzt werden können. Es liegt jetzt an der via donau und damit in der Verantwortung von Bundesministerin Doris Bures, für die Umsetzung des Pilotprojekts unter Einhaltung der strengen naturschutzrechtlichen Vorgaben zu sorgen", hält dazu Landesrat Dr. Stephan Pernkopf fest.

Durch den Uferrückbau und die ökologische Renaturierung wird auch eine langjährige Forderung der Fischerei im Zuge des Pilotprojekts umgesetzt. Der Schwerpunkt des Projekts liegt in der Ökologisierung der Donau-Auen, durch diese Renaturierungsmaßnahmen soll eine Austrocknung der Au verhindert werden.

Hinter dem Pilotprojekt stehen rund 150 namhafte Wissenschafterinnen und Wissenschafter, darunter unter anderem BOKU-Rektor Univ.Prof. Martin Gerzabek, der renommierte Hydrobiologe Univ.Prof. Mathias Jungwirth, Au-Schützer em. Univ.Prof. Hermann Schacht, Amphibien-Spezialist Univ.Prof. Walter Hödl und Univ.Prof. Helmut Habersack, Leiter des Christian Doppler Labors und BOKU-Experte für ökologischen Flussbau. Ebenso ist einer großen Anzahl an Umwelt-NGO\'s und Befürwortern des Pilotprojekts die Rettung und Bewahrung der einzigartigen Donau-Auen ein wichtiges Anliegen, wie etwa dem WWF, dem Naturschutzbund, Birdlife, dem Arbeiterfischereiverband sowie dem Landesfischereiverband, dem Nationalpark Donau-Auen, den HochschülerInnenschaften der Universität für Bodenkultur, der technischen Universität und der Universität Wien, der internationalen Donauschutzkommission ICPDR und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei & Gewässerschutz.

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, Mag. Markus Habermann, Telefon 02742/9005-15473, e-mail markus.habermann@noel.gv.at.

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