07.07.2011 | 14:39

Erster Nachwuchs im Rahmen der Habichtskauz-Wiederansiedlung

Pernkopf: Besonderer Erfolg in Niederösterreich

Seit dem Frühsommer 2009 werden im Rahmen des Projekts Habichtskauz-Wiederansiedlung sowohl im Biosphärenpark Wienerwald als auch im Wildnisgebiet Dürrenstein junge Habichtskäuze freigelassen bzw. ausgewildert. Dieser Tage konnte nun inmitten des Biosphärenparks in der Krone einer Rotbuche Habichtskauz-Nachwuchs entdeckt werden - es handelt sich dabei um die erste erfolgreiche Brut im Rahmen des Projekts, an dem auch das Land Niederösterreich beteiligt ist.

„Dass die Brut hierzulande schon im dritten Projektjahr erfolgreich war, ist etwas Besonderes - im Bayerischen Wald wurde der Habichtskauz bereits in den 70er Jahren wiederangesiedelt, doch dort haben erste Bruterfolge zehn Jahre auf sich warten lassen. Die beiden in Niederösterreich gelegenen Freilassungsstandorte Wildnisgebiet Dürrenstein und Biosphärenpark Wienerwald sollen zum Brückenschlag zwischen den verbliebenen Populationen in Slowenien, der Slowakei und dem wieder angesiedelten Vorkommen im Bayerischen Wald dienen, Ziel ist die nachhaltige Vernetzung mitteleuropäischer Habichtskauz-Bestände", hält angesichts des Bruterfolges in Niederösterreich der niederösterreichische Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf fest, der im vergangenen Frühling als „Taufpate" eines jungen Habichtskauzes fungierte, der gemeinsam mit Artgenossen diesen Sommer in Niederösterreich in die Freiheit entlassen wurde.

Die Eltern des dieser Tage im Biosphärenpark geschlüpften Jungvogels haben - so die Informationen der ForscherInnen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) - im vergangenen Herbst zu einander gefunden, den Winter gemeinsam überstanden und im Frühling einen Nistplatz ausgewählt. Das Muttertier wurde im Jahr 2009 geboren und im Alter von vier Monaten freigelassen. Das Männchen ist ein Jahr jünger und stammt aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee. Wie bei Habichtskäuzen üblich, werden die Elternvögel einander lebenslang treu bleiben. Bei dem Jungtier handelt es sich, wie Federanalysen gezeigt haben, im Übrigen um ein männliches Tier.

Der Habichtskauz gilt in Österreich seit Jahrzehnten als ausgestorben, letzte erfolgreiche Bruten fanden vor mehr als einem halben Jahrhundert statt. Seit 2009 bemüht sich unter der Leitung des FIWI der Vetmeduni Vienna eine Gruppe von WissenschafterInnen, die Wiederansiedlung dieser seltenen Waldeule in Österreich durch Zucht und Freilassung junger Habichtskäuze zu unterstützen, das Bundesland Niederösterreich zählt zu den zahlreichen Partnern des Projekts.

Nähere Informationen: Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Vienna, Dr. Richard Zink, Telefon 0664/73 78 32 99, e-mail habichtskauz@fiwi.at, http://www.habichtskauz.at/.

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