19.11.2010 | 00:37

Mehr Schutz vor Gewalt in der Familie

Mikl-Leitner: Bieten ein flächendeckendes Netzwerk an Hilfe

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern, beginnt in ganz Österreich eine Kampagne, die insgesamt 16 Tage bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, andauert. Aus Anlass dieser Kampagne gegen Gewalt informierte Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner heute, 19. November, bei einer Pressekonferenz in St. Pölten über Maßnahmen und Initiativen zum Schutz von Kindern und Frauen vor Gewalt in Familien.

„Am Tag gegen Gewalt an Frauen werden in ganz Österreich an verschiedenen Gewaltschutzzentren, Frauenhäusern, Rathäusern, an öffentlichen Einrichtungen und im Landhausviertel in St. Pölten Fahnen mit der Aufschrift ‚Frei Leben ohne Gewalt\' aufgezogen", betonte die Landesrätin. Weiters werde am 10. Dezember eine Frauenberatungsstelle in Horn eröffnet. Diese Einrichtungen seien wichtig, da bereits jede vierte bis fünfte Frau von Gewalt betroffen ist, meistens von einem nahen männlichen Angehörigen.

Vermehrte häusliche Gewalt zeigt sich vor allem in der Vorweihnachtszeit in Kombination mit Geldproblemen und Beziehungskrisen, was auch Frauenhäuser und die Exekutive verzeichnen. „Daher ist es ganz besonders wichtig, hier nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen", so Mikl-Leitner. Aufgabe des Landes sei es, aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren und den Frauen zu helfen, einen Weg aus der Gewaltspirale zu finden.   

Das Land Niederösterreich bietet mit Beratung, Schutzeinrichtungen, Prozess- bzw. Behördenbegleitung und auch mit Schulungen im Gesundheitsbereich Hilfe und Unterstützung auf den verschiedensten Ebenen an. Mit dem NÖ Frauentelefon unter 0800/800 80010 ermögliche das Land Niederösterreich ein niederschwelliges Beratungsangebot, wobei auch die Möglichkeit besteht, anonym zu bleiben.

Ein weiteres Instrumentarium für Frauen, die mit ihrer durch Gewalt verursachten Situation nicht mehr zurecht kommen, sind die Frauenberatungsstellen in Amstetten, Neunkirchen, Mödling, Gänserndorf, Hollabrunn, Zwettl, Wiener Neustadt, Baden, Krems und St. Pölten. Außenstellen gibt es in Scheibbs, Gmünd, Waidhofen an der Thaya, Stockerau, Gloggnitz, Mistelbach und ab 10. Dezember in Horn.

„Oft reichen Frauenberatungsstellen nicht mehr aus und sind Frauenhäuser notwendig, wenn ein Zufluchtsort benötigt wird", erklärte die Landesrätin die Funktion der sechs NÖ Frauenhäuser. Im Jahr 2009 ist die Anzahl der Nächtigungen in diesen Frauenhäusern gegenüber dem Vorjahr um 3.000 auf 31.500 Tage gestiegen. Im Jahr 2008 wurden 195 Frauen und 194 Kinder aufgenommen, im Jahr 2009 hingegen bereits 240 Frauen und 232 Kinder. Dieses Netz werde noch engmaschiger geknüpft und im Raum Gmünd eine Notwohnung errichtet, führte die Landesrätin weiter aus. Für die NÖ Frauenhäuser hat es im Jahr 2010 eine Budgetaufstockung um 500.000 Euro gegeben.

Gewaltschutzzentren hingegen seien auf Grund des Gewaltschutzgesetzes entstanden, erklärte die Landesrätin: „Die Experten in den Gewaltschutzzentren beraten bei Wegweisungen und Betretungsverboten auf Grund von Gewalt, wobei die Mitarbeiter eng mit der Polizei zusammenarbeiten."

Schulungen im Gesundheitswesen gebe es in Niederösterreich für Krankenhaus- und Pflegepersonal sowie Ärzte, um bei Gewaltanwendung zu helfen. „Ambulanzen sind oft erste Ansprechstellen, wenn Verletzungen vorliegen, wobei das Personal sofort erkennen sollte, ob es sich dabei um Gewaltanwendung handelt", so Mikl-Leitner abschließend.

Nähere Informationen: Büro LR Mikl-Leitner, Mag. Susanne Schiller, Telefon 02742/9005-12626, e-mail susanne.schiller@noel.gv.at.

 

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