22.10.2010 | 11:43

Integration als Thema der LandesfrauenreferentInnenkonferenz

Mikl-Leitner: Interkulturelle Mitarbeiterinnen als „Brückenbauer"

Bei der diesjährigen Tagung der LandesfrauenreferentInnen aus den Bundesländern, die heute, 22. Oktober, in Linz abgehalten wird, setzen sich die TeilnehmerInnen ausgiebig mit den Themen Migration und Integration auseinander.

„Es ist eine Tatsache, dass unsere Gesellschaft immer mehr multikulturell wird, darauf müssen wir reagieren. Integration geht uns alle an, und gerade Frauen mit Migrationshintergrund brauchen unsere volle Unterstützung. Die Probleme von Frauen mit Migrationshintergrund bei der Bewältigung des Alltags in einem fremden Land sind anders gelagert als jene der Männer oder nachfolgender Generationen", stellte dabei die niederösterreichische Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner klar und betonte, dass es gelingen müsse, das Netz an Beratungs- und Informationsangeboten für diese Frauen enger zu knüpfen.

Es gelte, den Ausbau muttersprachlicher und frauenspezifischer Beratungs- und Informationsangebote zu fördern, wie dies auch im Nationalen Aktionsplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern seitens des Bundes festgeschrieben wurde. Immerhin sei der Schlüssel zu einem verständnisvollen Miteinander die gemeinsame Sprache. „Wir in Niederösterreich setzen bereits seit Jahren auf sprachliche Frühförderung ab dem Kindergartenalter. Wir haben dafür sogar ein eigenes Berufsbild geschaffen, das der interkulturellen Mitarbeiterinnen", so Mikl-Leitner.

Mittlerweile seien über 70 derartige interkulturelle MitarbeiterInnen als „Brückenbauer" in Kindergärten, Volksschulen und Gemeinden im Einsatz. In vielen Fällen gelinge es dadurch, echte Win-Win-Situationen herbeizuführen: Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache lernen die deutsche Sprache, und Menschen mit Deutsch als Muttersprache bekommen die Chance, andere Kulturen kennen zu lernen. „Niederösterreich geht hier einen beispielhaften Weg. Interkulturelle MitarbeiterInnen können gerade auch für Frauen mit Migrationshintergrund eine wesentliche Stütze bei der Bewältigung ihres Alltags und beim Erlernen unserer Sprache sein. Nur so können sie ein eigenständiges Leben aufbauen, ohne Begleitung eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen oder zum Elternsprechtag in die Schule gehen", so Mikl-Leitner abschließend.

In Österreich haben knapp 1,5 Millionen Menschen Migrationshintergrund - sie selbst oder ihre Eltern sind im Ausland geboren. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind Frauen. Sie kommen hauptsächlich aus Serbien, Montenegro, dem Kosovo, Bosnien und aus der Türkei.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung, NÖ Frauenreferat, Telefon 02742/9005-13309.

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