31.08.2010 | 16:27

Habichtskauz erobert heimisches Terrain zurück

Pernkopf: Unterstützung durch Jägerschaft ist essentiell

Die drei Projektträger Land Niederösterreich, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) und Österreichische Bundesforste (ÖBf) verfolgen seit einiger Zeit ein ambitioniertes Ziel: Die Wiederansiedelung des Habichtskauzes in Österreich - dieser Tage wurden 50 Jungvögel in ihre neue Freiheit entlassen. „Die Unterstützung der Artenschutzziele durch die Jägerschaft ist essentieller Bestandteil bei der Wiederherstellung intakter Habichtskauzpopulationen", sagte Niederösterreichs Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf anlässlich der diesjährigen Freilassung der jungen Habichtskäuze im Wildnisgebiet Dürrenstein und im Biosphärenpark Wienerwald.

Als ehemals größte Eule unserer Wälder verschwand der Kauz gegen Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreich. Grund dafür war unter anderem deren ungewöhnlich vertrautes Verhalten gegenüber dem Menschen, infolgedessen es seinerzeit häufig zu Abschüssen kam. Das entsprechende Zusammenspiel zwischen Grundeigentümern, Jägern und Wissenschaftlern ist heute Voraussetzung für den Schutz der mittlerweile ganzjährig geschonten Vögel. In luftiger Höhe von bis zu 25 Metern wurden bzw. werden im Rahmen des Projekts Nistkästen montiert, um die Wiederansiedelung der Vögel zu unterstützen und die Fortpflanzung zu kontrollieren. Während einst intensive Forstwirtschaft und monotone Fichtenwälder dem Habichtskauz akuten Brutplatzmangel bescherten, stehen dem Neuankömmling heute wieder artenreiche Laubmischwälder zur Verfügung. Besonders eindrucksvoll sind in diesem Zusammenhang die Baumriesen mit zahlreichen Bruthöhlen, wie man sie im Biosphärenpark Wienerwald findet.

Die Österreichische Zoo Organisation (OZO) und der Verein Eulen und Greifvogelschutz sowie private Halter aus mehreren europäischen Ländern züchten die Habichtskäuze und stellen sie kostenlos für die Freilassung zur Verfügung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA49) unterstützen das Projekt tatkräftig durch die Anfertigung zahlreicher Nisthilfen. Die beiden Schutzgebiets-Verwaltungen im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein tragen substantiell zur Abwicklung des Projekts vor Ort bei. Das Projekt wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Vorträgen, Foldern und einer eigenen Website namens http://www.habichtskauz.at/ begleitet.

Nähere Informationen: Veterinärmedizinische Universität Wien, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Dr. Richard Zink, Telefon 0664/73 78 32 99, e-mail habichtskauz@aon.at, http://www.habichtskauz.at/ bzw. Büro LR Pernkopf, Klaus Luif, Telefon 02742/9005-12705, e-mail klaus.luif@noel.gv.at.

 

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